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Landwirt ist besorgt: Weizen könnte knapp werden

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Von: Jasmin Farah

Durch den Ukraine-Krieg sind viele Landwirte europaweit besorgt. Denn die Ukraine versorgt einige EU-Länder mit Weizen. Welche Folgen kommen auf uns zu?

Mücheln (Sachsen-Anhalt) – Seit einigen Wochen tobt schon die Auseinandersetzung zwischen Ukraine und Russland. Ein Ende zeichnet sich nicht ab. Immer wieder gibt es Berichte, dass Russland neue Angriffe startet, zudem soll Kiew von russischen Truppen eingekesselt werden. Europa ist angesichts dessen bestürzt: Nicht nur wegen der vielen Toten, die gemeldet werden, sondern auch, weil die EU weitere Folgen zu fürchten haben muss.

Landwirt ist besorgt: Weizen könnte knapp werden

Einerseits sind einige EU-Länder, darunter auch Deutschland, von den russischen Gasimporten abhängig, andererseits spüren die Bürger bereits jetzt, wie die Energiepreise merklich ansteigen. Doch dabei wird es nicht bleiben, glaubt Landwirt Carl-Philipp Bartmer aus Mücheln in Sachsen-Anhalt. Der Grund dafür: Russland und die Ukraine sind Berichten des „Mitteldeutschen Rundfunks“ (MDR) zufolge auch für ein Drittel der weltweiten Weizenproduktion verantwortlich.

Im Regal eines Supermarktes ist das Fach für das Mehl leer. (Symbolbild)
Wird der Weizen bald knapper? Das befürchtet ein Landwirt hierzulande. (Symbolbild) © Rene Traut/dpa

Heißt also: Fällt die Ernte besonders in der Ukraine dieses Jahr aus, könnte das bedeutet, dass das wichtige Getreide knapper wird. Dazu findet Bartmer auch klare Worte: „Das ist im Grunde eine dramatische Entwicklung, wo wir uns nicht klarmachen, was das tatsächlich für den Nahrungsmittelmarkt bedeutet, wenn zwei der weltweit größten Getreide- und Agrarexporteure Krieg führen.“

Schließlich können viele ukrainische Bauern nicht ihre alltägliche Arbeit auf dem Feld erledigen, wenn ihr Land im Krieg ist und viele waffentaugliche Männer sogar eingezogen werden. Darüber hinaus ist auch der Handel mit Russland ins Stocken geraten, da es für das Land seitens der EU viele Sanktionen hagelt. Während wir also früher in den Industriestaaten eine Überproduktion an Nahrungsmitteln erlebt haben, könnte das in Zukunft ins Gegenteil umschlagen, vermutet Landwirt Bartmer.

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Landwirt ist besorgt: Geht Klimaschutz vor?

Deshalb fordert der Agrarexperte nun auch ein Umdenken der Politik. Das will auch Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU). Er ruft dazu auf, die Vorgaben dazu von der EU zu überprüfen, etwaige Produktionseinschränkungen bestimmter Lebensmittel zurückzufahren sowie Stilllegungsflächen zur Futtererzeugung freizugeben. Zudem sollen Einschränkungen, was den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz angeht, ausgesetzt werden.

Doch das ist manchen Politikern ein Dorn im Auge, unter anderem der SPD-Politikerin Elrid Pasbrig. „Die Krisensituation in der Ukraine darf nicht für eine Umkehr der Landwirtschaftswende missbraucht werden“, warnte die argrapolitische Sprecherin kürzlich.

„Es ist bedauerlich, wenn dabei ökologische Aspekte in den Hintergrund treten sollen“, betont abschließend auch die agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Dorothea Frederking. „Wir brauchen ja eine stabile Landwirtschaft. Das kann nur dann funktionieren, wenn Ökosysteme in Balance sind. Das sichert die Ernten von morgen.“ *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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