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Trauermücken: So werden Sie die Schädlinge ganz natürlich los

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Von: Franziska Irrgeher

Eine Gelbbauch-Trauermücke sitzt auf einem Blatt.
Trauermücken (hier eine Gelbbauch-Trauermücke) schaden Pflanzen vor allem in Larvenform (Symbolbild). © imago images / blickwinkel

Aus ihrem Blumentopf kommen kleine schwarze Fliegen? Es könnte sich dabei um Trauermücken handeln. Sie lassen sich glücklicherweise gut bekämpfen.

Dessau-Roßlau – Kleine schwarze Insekten, die beim Berühren oder Verschieben der Zimmerpflanze oder Kübelpflanze auffliegen, kennen viele Hobbygärtner. Was wie eine kleine Fliege aussieht, ist oft die Trauermücke. Aber die Mücken schaden den Pflanzen wenig. Es sind ihre Larven, die Probleme machen.

Trauermücken: So sehen die Schädlinge aus und deshalb sind nur die Larven ein Problem

Trauermücken oder auch Trauerfliegen (Sciaridae) gehören zu den Mücken und Zweiflüglern. Sie sind bis zu sieben Millimeter lang und meist schwarz. Aus einiger Entfernung sehen sie der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) recht ähnlich, jedoch sind bei Trauermücken vor allem die Larven das Problem. Erwachsene Tiere, die nicht stechen können, mögen feuchte Erde oder andere Pflanzsubstrate für die Eiablage. Sie ernähren sich von Pflanzenresten und Pflanzenfans erkennen sie am tänzelnden oder taumelnden Flug.

Aus den Eiern schlüpfen die Larven und machen sich über Laub oder auch Wurzeln her. Wirklichen Schaden richten sie jedoch nur an geschwächten oder jungen Pflanzen an. Ein Problem stellt das vor allem bei Zimmerpflanzen dar, draußen dagegen sind die Larven als laubzersetzende Tiere durchaus nützlich und können in großen Mengen vorkommen. Diese Larven-Züge nennt Gärtner dann auch „Heerwurm“, so das Umweltbundesamt.

Trauermücken: So schleppen Sie die Schädlinge ein

Die Eier oder Puppen können Pflanzenliebhaber auf verschiedene Weise versehentlich mit in die Wohnung oder auf den Balkon bringen. Eine Methode sind offen stehende Türen oder Fenster, durch die die erwachsenen Tiere eindringen und unbemerkt Eier in Pflanzensubstrat ablegen. Auch in billiger oder minderwertiger Pflanzerde können sich schon Larven befinden, mit Ausbringen der Erde werden sie dann erst verteilt und können unbemerkt Schaden anrichten. Auch gekaufte Pflanzen beherbergen in den Töpfen manchmal Trauermückenlarven. (Balkonpflanzen für den Herbst: Diese sorgen jetzt für ein leuchtendes Blütenmeer)

Trauermücken: Anzeichen für den Befall und Bekämpfung

Die Larven der Mücken sind klein und unscheinbar und zudem meist in der Erde unterwegs. Vom Befall bemerken Hobbygärtner daher oft nichts. Einige Anzeichen können jedoch sein:

Gegen die Schädlinge müssen keine Insektizide eingesetzt werden. Gesunde Pflanzen verkraften den Befall auch ohne Eingreifen, es gibt aber durchaus nützliche Maßnahmen zur Vorbeugung, die weder der Pflanze noch Haustieren oder Kindern schaden. Dabei gilt es vor allem, die erwachsenen Tiere an der Eiablage zu hindern:

Neben diesen Methoden gibt es auch zahlreiche Hausmittel gegen Trauermückenbefall: Die Tiere mögen beispielsweise keinen Zimt, dessen Geruch sie nicht ausstehen können. Dazu einfach das Gewürz um die Bereiche verstreuen, die geschützt werden sollen. Auch Neem-Öl hilft: Gärtner besprühen die Pflanzen dabei mit einem Wasser-Öl-Gemisch. Laut Norddeutschem Rundfunk ist diese Art der Schädlingsbekämpfung harmlos für Nützlinge und andere Tiere.

Trauermücken: Nematoden, Bacillus thuringiensis israelensis oder Raubmilben bei starkem Befall

Vor allem beim Gemüseanbau oder größeren Pflanzenzuchten kann ein großflächiger Befall erhebliche Schäden verursachen. Dann können Gärtner auch Nematoden gegen die Trauermücken einsetzen. Bewährt haben sich dabei Steinernema feltiae, die mittels Gießen in das Substrat eingebracht werden. Durch die Körperöffnungen der Trauermückenlarven dringen sie ein und ein von ihnen abgegebenes Bakterium zersetzt die Larven.

Eine andere Methode ist das direkte Ausbringen von Bacillus thuringiensis israelensis. Das Fraßgift wirkt laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen selektiv nur auf Mückenlarven, genauer auf ihren Verdauungstrakt. Es ist somit unschädlich für andere Insekten.

Auch Raubmilben verwenden Gärtner gelegentlich gegen Trauermücken, diese sind aber nicht auf Mückenlarven spezialisiert. Deshalb vernichten sie gegebenenfalls auch andere Schädlinge. Die Raubmilben wirken, ebenfalls wie die anderen beiden Bekämpfungsarten, nur gegen die Larven. Um erwachsene Trauermücken ebenfalls zu bekämpfen, ist zusätzlich ein Abdecken der Erde oder das Anbringen von Gelbstickern sinnvoll.

Bevor Hobbygärtner jedoch zu Nematoden, Bioziden oder Raubmilben gegen Trauermücken greifen, können die anderen Methoden ausprobiert werden. Die gezielte Bekämpfung von Schädlingen durch andere Organismen stellt immer einen Eingriff in das natürliche Gleichgewicht dar und sollte nur nach Absprache mit einem Fachmann oder mit dem nötigen Wissen erfolgen.

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