Sinnvoll oder Unsinn?

Zwiebel-Mythen: Giftig, gegen Ohrenschmerzen oder schneller reif

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Zwiebeln gehören in viele leckere Gerichte. Zudem soll ein Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen helfen und keimende Zwiebeln gelten als giftig. Was dran ist an den Mythen.

Bonn – Zwiebeln: Entweder man mag sie oder findet den Geruch und Geschmack unerträglich. Das robuste Gemüse ist ideal für Anfänger im Garten geeignet, hilft gegen Schädlinge und ist gut für die Gesundheit. Soweit zu den Fakten. Doch gerade bei Zwiebeln gibt es einige kuriose Tipps zu Pflege und Anwendung, die nicht immer zum Erfolg führen.

Zwiebel-Mythen: Giftig, gegen Ohrenschmerzen oder schneller reif

Gärtnerwissen ist meist alt und bewährt. Sei es der hundertjährige Kalender, der Mondkalender oder die Bauernregeln, nach denen gehandelt wird. All diese Hilfsmittel geben Hinweise auf gute Zeitpunkte für Aussaat und Ernte. Und dann gibt es da noch Mythen rund um Pflanzen, die sich hartnäckig halten. Halbwissen quasi, das irgendwer mal irgendwo aufgeschnappt hat. Auch über die Zwiebel gibt es einige Informationen. Was dran ist, haben wir überprüft.

Einige der bekanntesten Mythen rund um die Zwiebel:

  • Keimende Zwiebeln sind nicht mehr essbar
  • Ein Säckchen mit Zwiebeln hilft bei Ohrenschmerzen
  • Laub niedertreten beschleunigt die Reifung

Was dran ist, möchten wir im Folgenden genauer betrachten.

Zwiebel-Mythen: 1. Keimende Zwiebeln sind nicht mehr essbar

Wenn es um keimende oder gar blühende Pflanzen geht, ist das Reich der Mythen groß. So ist beispielsweise blühender Rhabarber entgegen der Annahme keineswegs giftig. Aber wie sieht das bei Zwiebeln aus?

Der Mythos, dass keimende Zwiebeln giftig sind, ist falsch. Das gilt ebenso für Knoblauch. Was dagegen giftig wird, ist die Kartoffel, abhängig vom Reifestadium. Keimende Zwiebeln können also bedenkenlos verzehrt werden, das berichtet auch das Bundeszentrum für Ernährung. Jedoch ist trotzdem Schnelligkeit wichtig, denn keimende Zwiebeln werden weich und können schlecht schmecken. Ein Geruchstest vorab zeigt aber, ob die Zwiebel noch brauchbar ist.

Zwiebel-Mythen: 2. Ein Säckchen mit Zwiebeln hilft bei Ohrenschmerzen

Aus der Zeit unserer Großeltern existieren noch so einige Hausmittel rund um Schmerzen. Eines davon ist ein Säckchen mit Zwiebeln, das gegen Ohrenschmerzen wirken soll. Wer öfter Zwiebeln schneidet, weiß, wie sehr sie in den Augen brennen. Aber helfen sie auch bei Schmerzen?

Der Mythos, dass Zwiebelsäcken gegen Ohrenschmerzen helfen, ist wahr. Dafür benötigen Sie ein angewärmtes Säckchen mit Zwiebeln, das dann tatsächlich abschwellend, schmerzstillend und entzündungshemmend wirken kann. Die Wärme trägt ebenfalls ihren Teil dazu bei.

Und so geht es: Wie auch beim Kochen wird die Zwiebel dafür geschält und klein geschnitten, ehe sie in einen Sack oder ein Tuch aus Baumwolle kommt und erwärmt wird. Nicht zu heiß werden lassen, vorsichtiges Erwärmen zwischen zwei Wärmflaschen kann schon ausreichen. Danach wird das Säckchen fest um das Ohr geschlagen und fixiert. 20 Minuten oder auch mehrere Stunden kann das Hilfsmittel dann auf dem Ohr bleiben. Wer dagegen keine Wärme verträgt, sollte von der Anwendung absehen. Wirksam am Zwiebelsäcken sind neben der Wärme vor allem die ätherischen Öle.

Zwiebel-Mythen: Laub niedertreten beschleunigt die Reifung

Auch wenn endlich Hochsommer ist und die Zwiebeln einfach nicht reifen wollen, gibt es Tricks. Zunächst sollte die Zwiebel vom Blühen abgehalten werden, denn die Blüte würde sie für die Küche ungeeignet machen. Und absterbendes Laub kündigt dann bekanntlich die Reife der Zwiebel an. Diesen Prozess kann man beschleunigen durch Niedertreten des Laubes. Oder?

Nein, dieser Mythos ist falsch, das Laub nieder zu treten schadet mehr als es hilft. Denn damit wird die letzte Phase der Reifung gestört, die Zwiebel ist also eigentlich nicht ganz reif und kann nicht mehr alle Nährstoffe aus den Blättern ziehen. Was jedoch helfen kann, ist, die Zwiebeln sanft mit einer Gabel anzuheben und einige Tage später zu ernten. Für die anschließende Lagerung ist es ebenfalls besser, auf das Niedertreten des Laubs zu verzichten.

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