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Zauberpflanzen: Das sind die drei spannendsten magischen Pflanzen

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Von: Franziska Irrgeher

Zu sehen ist eine blühende Alraune (Symbolbild).
Die Alraune sieht eigentlich sehr unscheinbar aus (Symbolbild). © Manfred Ruckszio/Imago

Zauberpflanzen finden sich nicht nur in Filmen, der Glaube an die Kräfte bestimmter Pflanzen ist sehr alt. Wir stellen drei der bekanntesten Pflanzen vor.

München – Bei Zauberpflanzen denken viele wahrscheinlich an Dinge wie die Alraune, die oft in Spielen oder Filmen eine Rolle spielt. Doch neben dieser recht bekannten Wurzel gibt es noch eine ganze Reihe anderer Pflanzen, denen magische Fähigkeiten oder andere Wirkungen nachgesagt wurden und werden. Das sind drei der spannendsten Zauberpflanzen.

Zauberpflanzen: Das sind die drei spannendsten magischen Pflanzen

Welche Rolle die Natur im Leben der Menschen spielt, zeigt sich beispielsweise an unseren Bräuchen. Etwa das Räuchern rund um die Rauhnächte. Schon lange werden Pflanzen neben ihrer gesundheitlichen Wirkung auch für andere Dinge genutzt. Darunter fallen auch Zauberpflanzen, also spezielle Pflanzen, die beispielsweise Glück oder Reichtum bringen sollten oder die gegen Unheil oder das Böse eingesetzt wurden.

Solche magischen Pflanzen lassen sich grob einteilen in:

Magische Pflanzen oder Zauberpflanzen wurden oft im Rahmen von Ritualen genutzt oder für bestimmte Zwecke wie Liebeszauber eingesetzt. Im Folgenden möchten wir auf drei der bekanntesten näher eingehen.

Zauberpflanzen: Die Alraune zwischen Mythos und Wahrheit

Die wohl bekannteste Zauberpflanze überhaupt ist die Alraune, auch als Mandragora (englisch mandrake) bekannt. Die echte Pflanze, die Gemeine Alraune (Mandragora officinarum) hat weißlich bis violette Blüten und gehört zu den Nachtschattengewächsen. Das deutet auch bereits eines an: Die Alraune ist extrem giftig.

Die Alraune diente nicht nur als halluzinogene Droge oder Beruhigungsmittel, sondern vor allem auch als Zauberpflanze. Man glaubte, die Alraune sei ein kleines Männchen, das rührt von der recht menschlichen Form ihrer Wurzel her. Mehr zur vermuteten Entstehung einer Alraune und zu ihrer Nutzung lesen Sie hier. Eine Alraune zu ernten, so glaubte man, führte ohne bestimmte Vorkehrungen zum Tod, denn die Pflanze schreit dabei fürchterlich. Daher werden in den Erzählungen meist Hunde genutzt, die die Wurzel herausziehen. Hat man das Pflänzchen dann erfolgreich geerntet, so soll der Alraun bekleidet werden und in ein verziertes Kästchen kommen. So gepflegt soll die Wurzel unter anderem zu Geld verhelfen.

Eine Alraunenwurzel liegt auf nasser Erde (Symbolbild).
Alraunen existieren nicht nur in Geschichten (Symbolbild). © blickwinkel/Imago

Neben dieser Wirkung wurde sie aber auch als Schutz genutzt, beispielsweise in Amuletten. Auch als Arzneipflanze hat die Alraune lange Tradition und sie taucht auch als Liebespflanze auf, dabei wird sie Aphrodite zugeordnet.

Zauberpflanzen: Das schwarze Bilsenkraut als Orakelpflanze

Zauberpflanzen sind erstaunlich oft giftig, so auch das schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), auch diese Pflanze gehört zu den Nachtschattengewächsen. Faszinierend sind die schön gemusterte, gelblichen Blüten, die nur ab einer bestimmten Tageslänge blühen.

Die gesamte Pflanze ist giftig, doch schwarzes Bilsenkraut war früher ein gängiges Schmerz- und Rauschmittel und soll auch in „Hexensalben“ vorgekommen sein. Hexensalben oder auch Flugsalben waren angeblich Salben, mit denen sich Hexen vor dem Flug einrieben. Zeitlich sind diese Salben etwa vom Spätmittelalter bis zur Hexenverfolgung einzuordnen. Kraut und Wurzel berichtet online, dass die gefundenen „Hexensalben“ wohl tatsächlich eher schmerzstillende Salben waren, wie sie in vielen Haushalten vorkamen. Schmerzstillende Wirkungen habe man durch Bilsenkraut und andere Zusätze verstärken können.

Insgesamt ist bei Bilsenkraut die Dosis wichtig. Zu viel des Krautes führt zum Tod durch Atemlähmung. Das Kraut wurde schon lange als Heilpflanze genutzt, oft als Schmerzmittel, teils soll es sogar in Bier verwendet worden sein. Auch als Orakelpflanze wurde Bilsenkraut eingesetzt.

Zauberpflanzen: Tollkirsche und weitere Zauberpflanzen

Auch die Tollkirsche (Atropa belladonna) gehört zu den Zauberpflanzen, wobei sie ebenso bekannt für ihre Pupillen-erweiternde Wirkung sein dürfte. Sie ist ebenfalls ein Nachtschattengewächs und noch heutzutage im Wald schnell mit anderen Beeren zu verwechseln. Die schwarze Tollkirsche ist giftig und enthält unter anderem Atropin. Abhängig von der Dosis kann Tollkirsche zu harmlosen Symptomen wie Mundtrockenheit bis hin zu Tobsuchtsanfällen, Herzrasen und Herzstillstand oder Atemstillstand führen. Mehr zur Giftigkeit der Tollkirsche hier. Daher gilt: Bitte nicht eigenmächtig pflücken oder anbauen.

Genutzt wurde Tollkirsche früher beispielsweise in der Augenheilkunde, noch heute kommt sie unter anderem in der Homöopathie vor. Doch auch als Zauberpflanze hatte die Tollkirsche einiges zu bieten. So wurde sie beispielsweise für Liebeszauber genutzt. Auch sie soll in Hexensalben vorgekommen sein.

Weitere spannende Zauberpflanzen sind beispielsweise der Stechapfel, der Eisenhut oder als positives Beispiel der Holunder.

Zu sehen ist die dunkelviolette Blüte einer Tollkirsche in Nahaufnahme (Symbolbild).
Die wohl bekannteste Vertreterin der Nachtschattengewächse: die Tollkirsche (Symbolbild). © Peter Widmann/Imago

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