Stoßlüften besser als Kippen

Wohnung richtig lüften: Keine Chance für Schimmel und Ungeziefer

  • Stephanie Drewing
    vonStephanie Drewing
    schließen

Fenster auf und frische Luft reinlassen ist im Winter besonders wichtig um Schimmel vorzubeugen. Mit diesen Tipps lüften Sie Ihre Wohnung richtig.

München – Die meiste Zeit verbringen wir im Winter in geschlossenen Räumen. Verbrauchte Atemluft, ­Gerüche durchs Kochen, Krankheitserreger, Schadstoffe und Staub breiten sich dann besonders schnell aus. Frischluft muss her! Auch die Luftfeuchtigkeit lässt sich so im Rahmen halten. Wussten Sie, dass ein Vier-Personen-Haushalt etwa zwölf Liter Wasser täglich in Form von Dampf abgibt? Oder das auch Zimmerpflanzen die Luftfeuchtigkeit ansteigen lassen?

Die Wohnung richtig lüften: Keine Chance für Schimmel und Ungeziefer!

Durch regelmäßiges und richtiges Lüften sorgen Sie also für ein gesundes Raumklima, beugen Schäden durch Schimmel oder Ungeziefer vor und sparen Energie. Wer in einer Mietwohnung lebt, ist sogar vertraglich verpflichtet, für eine angemessene Wohnungslüftung zu sorgen, damit keine Feuchtigkeits- und Schimmelschäden entstehen.

Beim richtigen Lüften der eigenen Wohnung können Sie aber auch viel falsch machen. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Vermeiden Sie dauerhaft gekippte Fenster. Hier wird nur wenig Luft ausgetauscht, aber das gekippte Fenster kühlt das Mauerwerk aus und fördert die Schimmelbildung.
  • Lüften Sie morgens gleich nach dem Aufstehen, weil die Feuchtigkeit noch nicht so stark in Möbel und Wände eingedrungen ist. Lüften Sie mehrmals täglich, am besten morgens und abends. Machen Sie alle Fenster weit auf, damit Durchzug entsteht.
  • Lüften Sie ebenfalls nach dem Duschen und Baden sowie Kochen und öffnen Sie die Fenster weit. Danach lüften Sie nach einer halben Stunde nochmals kurz durch.
  • Lüften Sie auch bei Regen, weil die Raumluft immer noch feuchter als die Außenluft ist.
  • Vor dem Lüften sollten Sie immer die Heizung abschalten. Die einströmende kalte Luft bewirkt sonst, dass sich der Heizkörper umsonst aufheizt.
  • Verzichten Sie bei hoher Luftfeuchtigkeit auf zu viele Zimmerpflanzen, auf Brunnen oder Verdunster an den Heizkörpern und vermeiden Sie es, Wäsche in der Wohnung zu trocknen.

Kalte Luft nimmt weniger Feuchtigkeit auf als warme Luft. Daher setzt sich in ungeheizten Räumen überschüssiger Wasserdampf als Kondenswasser an Fenstern oder Wänden ab. Das Ergebnis? Nasse Scheiben und Schimmelflecken! Kühle Räume sollten deshalb besonders oft gelüftet werden. Halten Sie die Türen geschlossen, weil sonst ständig Wasserdampf kondensiert. Der Verband Fenster + Fassade empfiehlt bei merkur.de sogar ein Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit zu messen.*

Die Wohnung richtig Lüften: Ansteckungen mit Corona minimieren

Es ist mittlerweile bekannt, dass Ansteckungen mit SARS-CoV-2 über Aerosole in der Atemluft begünstigt werden. Deswegen empfiehlt das Umweltbundesamt in geschlossenen Räumen das regelmäßige Lüften, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. Aber nicht nur das Risiko für Covid-19 können Sie durch das richtige Lüften verringern, auch Allergien können so vorgebeugt werden*, schreibt 24vita.de.

Ansteckungen mit Corona können durch das richtige Lüften minimiert werden:

  • Öffnen Sie im Raum alle Fenster gleichzeitig für mehrere Minuten. Optimal ist eine Querlüftung mit Durchzug. Im Winter dauert es etwa vier bis sechs Minuten, bis die komplette Raumluft ausgetauscht ist. Im Frühjahr und Herbst dauert es bis zu 15 Minuten und im Sommer 30 Minuten.
  • Sollte eine Person im Raum Husten und Niesen, führen Sie eine Stoßlüftung durch.
  • Das dauerhafte Kippen der Fenster reduziert die Ansteckungsgefahr kaum. Es wird empfohlen, die Fenster weit zu öffnen und damit kurz, aber effektiv einen Luftaustausch vorzunehmen.

Die Wohnung richtig lüften: Keine Probleme mehr mit Ungeziefer

Die meisten Schädlinge und Ungeziefer wie Kellerasseln, Silberfische oder Staubläuse lieben es feucht und warm. Lüften Sie deshalb Schlafzimmer, Bäder und Küchen, sowie Vorratsschränke regelmäßig. Dadurch wird die feuchte Luft nach draußen abtransportiert und das beliebte feucht-warme Klima verschwindet. Außerdem vertragen Wanzen, Motten, Milben und Käfer keine Zugluft. *merkur.de und 24vita.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © imago images / Paul von Stroheim

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare