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Wintergarten: Wie Sie ihn gestalten – und welche Kosten auf Sie zukommen

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Von: Jasmin Pospiech

Ein Wintergarten ist nicht nur ein Paradies für Pflanzen in der kalten Jahreszeit, sondern auch eine Ruhe-Oase für die Bewohner. Allerdings kann er auch ganz schön ins Geld gehen.

München – Bei Wintergärten handelt es sich sowohl um geschlossene Vor- und Anbauten als auch um in das Gebäude integrierte Konstruktionen oder sogar freistehende, selbstständige Bauwerke. Definitionsgemäß bestehen das Dach eines Wintergartens und dessen Seitenwände größtenteils aus Glas.

Anstelle von konventionellen Heiztechniken, die sonst im Haus zur Anwendung kommen, nutzt ein ordnungsgemäß konstruierter Wintergarten den Glashauseffekt, um die Innentemperatur auf ein angenehmes Niveau zu steigern. Dies gelingt dank hochdämmender Glassorten und passiver Sonneneinstrahlung, die selbst in geringem Maße zur spürbaren Aufheizung des Innenraums von Wintergärten führt. Daher kann ein Wintergarten – der Name sagt es schon – auch in der kalten Jahreszeit genutzt werden.

Wintergarten: Kalt, mittelwarm oder warm – die verschiedenen Arten

Aus wärmetechnischer Sicht gibt es drei verschiedene Typen von Wintergärten, die verschieden genutzt werden können:

Es gelten laut Energiesparverordnung für mittelwarme und warme Wintergärten bestimmte Anforderungen an die Wärmedämmeigenschaft. Während für mittelwarme Wintergärten weniger strenge Vorschriften einzuhalten sind, müssen Wohn-Wintergärten der Wärmedämmregelung für Wohnhäuser entsprechen.

Bei Wohn-Wintergärten ist die ganzjährige Nutzung als Wohnraum möglich und sogar für tropische Zimmerpflanzen ist ein warmer Wintergarten geeignet. Ein mittelwarmer Wintergarten kann in der kälteren Jahreszeiten nur bedingt zum Wohnen genutzt werden. Für Zimmerpflanzen muss sichergestellt werden, dass eine Mindesttemperatur nicht unterschritten wird.

Wintergarten: Diese Gestaltungsformen sind möglich

Zusätzlich zu den Arten der Wintergärten gibt es zahlreiche verschiedene Bauformen, die alle sowohl praktische als auch ästhetische Vor- und Nachteile bieten. Welche Form ein Wintergarten haben sollte, hängt von mehreren Faktoren ab: Persönliche Vorstellungen und das Budget spielen eine Rolle, aber auch die Größe des Grundstücks.

Wenn die Entscheidung auf einen Wohn-Wintergarten fällt, muss er an die Gegebenheiten des Hauses angepasst werden. Ein kalter Wintergarten kann auch alleinstehend konstruiert werden, sodass hier größere Freiheit bei der Gestaltung herrscht. Es sind daher auch ausgefallene Bauformen möglich. Eine Vielzahl an Materialien, unter anderem Glas, Aluminium und Holz, stehen hier zur Verfügung.

Wintergarten: Die Konstruktionsformen im Überblick

Die Grundtypen bei den Bauformen sind:

Die Wahl der Bauform eines Wintergartens hat Auswirkungen auf seine Funktion. Vorteilhaft bei einem Pultdach ist vor allem die einfache Konstruktion. Ein Satteldach ist konstruktiv etwas aufwendiger, hat jedoch ästhetische und praktische Vorteile.

Ein Satteldach kann aufgrund von seiner Form mehr Licht einlassen und von der Schräge gleitet Schnee besser ab. Aufgrund des runden Grundrisses eignet sich das Pavillondach besonders für alleinstehende Bauten, aber als halbrunde Variante kann eine solche Bauform auch als Terrassenüberdachung an einer Hauswand realisiert werden. Selbstverständlich gibt es auch hier zahlreiche Varianten.

Wintergarten: Über diese Elemente sollte jeder verfügen

Die bedeutendsten Komponenten eines Wintergartens, die maßgeblich seine Eigenschaften bestimmen, sind das Fundament, die Eindeckung (die Verglasung, Türen, Fenster und das Dach) und die Trägerkonstruktion. Das Erscheinungsbild und die Energieeffizienz sind in großen Stücken von den verwendeten Materialien abhängig.

Zusätzliche Komponenten können je nach Bauweise, Konstruktion und Gestaltung erforderlich sein oder weggelassen werden. Präferenzen und äußere Umstände wie das Klima und die Witterung spielen hier eine Rolle, beispielsweise muss in kälteren Regionen zur Nutzung des Wintergartens eine Heizung eingebaut werden.

Grundkomponenten eines Wintergartens:

Abhängig von der Bauweise, Konstruktion, Gestaltung:

Wintergarten: Die Wahl des richtigen Materials ist entscheidend

Bei der Planung eines Wintergartens spielt auch die Wahl der Materialien eine Rolle. Neben Glas kommen außerdem vor allem Aluminium und Holz infrage, aber auch Stahl und Kunststoff. Es ist Geschmacksfrage, welches Material letztendlich verwendet wird. Nichtsdestotrotz hat jedes Material Vor- und Nachteile.

Durch die einfache Verarbeitung von Metallen wie Aluminium und Stahl, lassen sich mit ihnen robuste Rahmengerüste herstellen. Kunststoffrahmen gibt es auch auf dem Markt, diese sind zwar preiswert, aber nicht sehr belastbar. Wenn eine höhere Belastbarkeit vorausgesetzt ist, sollte Kunststoff daher nicht verwendet werden.

Holz ist als Baustoff auch sehr beliebt, weil es Charakter gibt und einen heimischen Eindruck macht. Die Pflege ist jedoch deutlich aufwendiger. Da Glas jedoch den weitaus größten Teil der für die Konstruktion benötigten Materialien stellt, ist auch die Wahl des richtigen Glases essenziell. Isolierverglasungen mit zwei Scheiben sind heute Standard. Der Dämmwert ist entscheidend, da von ihm abhängt, wie sehr die Fassade im Winter Kälte abhält und im Sommer aufheizt.

Wintergarten: Die optimale Ausrichtung für die größte Energieeffizienz

Bei Wohn-Wintergärten gelten laut Energiesparverordnung besondere Anforderungen an die Wärmedämmung. Die Effizienz der Wärmedämmung wird als U-Wert angegeben. Die korrekte Ausrichtung ist für die Nutzung des Glashauseffektes von großer Bedeutung. Denn nur so kann die thermische Energie der Sonnenstrahlen auf den Wintergarten übertragen werden. Auf der Nordhalbkugel sollten Wintergärten, wenn möglich, nach Süden ausgerichtet werden, um im Winter von der zusätzlichen Wärme zu profitieren.

Da die Verglasung in etwa drei- bis vier Mal schlechter als die Hauswand Wärme dämmt, ist der Aspekt der Energieeinsparung nicht unerheblich. Jedoch kann das im Sommer dazu führen, dass sich der Wintergarten stark aufheizt. Für diesen Fall empfiehlt es sich, Beschattung mit einzuplanen. Alternativ lässt sich der Wintergarten auch anders ausrichten, eine Ost- oder Westausrichtung profitiert von der Morgen- beziehungsweise Abendsonne. In wärmeren Regionen kann eine Nordausrichtung sinnvoll sein, damit sich der Wintergarten im Sommer nicht zu sehr erwärmt.

Wintergarten: Ein passendes Beschattungskonzept für den Sommer

Für eine passende Beschattung kann auf eine Reihe von möglichen Hilfsmitteln zurückgegriffen werden. Ohne Sonnenschutz kann sich ein Wintergarten im Sommer aufgrund von der sich stauenden Hitze stark erwärmen. In diesem Fall können zum Beispiel ein Sonnenschirm oder Markisen helfen, da sie die Aufwärmung des Innenraums durch die direkte Sonneneinstrahlung verhindern. Wenn es die Gegebenheiten zulassen, kann auch ein Bauman der richtigen Stelle Schatten spenden und so zu einem angenehmen Klima im Sommer beitragen.

Wintergarten: Inspirationen für die Einrichtung

Die Einrichtung eines Wintergartens beeinflusst maßgeblich das Wohlbefinden. Wenn der Wintergarten beheizt ist, kann er wunderbar mit Zimmerpflanzen ausgestattet werden, da sie den Winter problemlos überstehen. Auch Wohnmöbel wie Stühle, Tische, Hocker oder Sofas können einen Wintergarten verschönern. Es gibt sogar speziell für Wintergärten entworfene Möbel. Ein Blick auf Social Media gibt die nötige Inspiration zur eigenen Gestaltung.

Wintergarten: Mit diesen Kosten ist zu rechnen

Was ein Wintergarten kostet, kann enorm variieren. Vor allem die Größe des Wintergartens als auch die verwendeten Materialien haben einen immensen Einfluss auf den Preis. Ein voll ausgestatteter, beheizter Wohn-Wintergarten kostet pro Quadratmeter zwischen 1.200 bis 2.400 Euro. Eine einfache Ausführung mittlerer Größe und einfachster Konstruktion kann da schnell 10.000 Euro betragen. Ein voll ausgestatteter, beheizter Wintergarten mit Aluminiumkonstruktion derselben Größe kostet in etwa 20.000 bis 30.000 Euro.

Eine Konstruktion nach Maß kann besonders teuer werden, ist aber auch die mit Abstand hochwertigste und kreativste Variante. Deutlich günstiger geht es im Eigenbau. Ersparungen in der Höhe von 3.000 Euro sind realistisch. So kann es sich lohnen, den Bau selbst in die Hand zu nehmen.

Wintergarten günstig selbst bauen mit Bausatz

Mit dem nötigen Know-How und handwerklichem Geschick lässt sich ein Wintergarten selbstverständlich auch als Eigenkonstruktion umsetzen. Doch auch weniger erfahrene Heimwerker können mithilfe eines Bausatzes problemlos den gewünschten Wintergarten selbst bauen. Die Komponenten eines Wintergarten-Bausatzes werden maschinell und in großer Stückzahl gefertigt und sind daher besonders preisgünstig.

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