1. 24garten
  2. Mein Garten

Wicken im Garten: Hübsche Pflanzen oder Unkraut?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Franziska Irrgeher

Wicken im Garten können hübsch aussehen. Zum Problem werden sie dann, wenn sie sich ungehindert ausbreiten. Dann gilt es, die Wicke wieder loszuwerden.

München – Im Mai gab es von belgischen Umweltschützern den Aufruf, den Rasen nicht zu mähen. So sollte aus sonst eher für Insekten karger Fläche eine schöne Wiese werden. Das klappt je nach Rasen auch mehr oder weniger gut. Wenn aber Wicken im Garten vorkommen, finden die in solch einer Wiese ideale Bedingungen. Aus hübschen Blühpflanzen wird dann schnell lästiges „Unkraut“.

Wicken im Garten: Hübsche Pflanzen oder Unkraut?

Wie so oft beim Gärtnern liegen Freude über hübsche Blüten und der Frust über wuchernde Pflanzen nah beieinander. Wicke und Zaunwinde sind zwei Pflanzen, die von selbst kommen können und sich dann rasant ausbreiten. Gerade in Bauerngärten sind Duftwicken recht beliebt. Es gibt sie als Saatmischung zu kaufen, sie sehen romantisch aus und punkten mit bunten Farben. Von selbst tauchen dann noch Vogelwicken auf. Und vor allem die Zaunwicke gibt es oft als Zierpflanze. Und damit beginnen dann manchmal die Probleme, denn wer den Wicken (und Platterbsen) keinen Einhalt gebietet, hat bald einen überwucherten Garten. Insekten freut es, den Gärtner nicht immer.

Wicken im Garten: Merkmale und Verwendung

Doch von vorne: Wicken (Vicia) gehören zu den Schmetterlingsblütlern und zur Familie der Hülsenfrüchtler. Die Duft-Wicke dagegen gehört zu den Platterbsen (Lathyrus). Wicken zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

Wer die Blüten von Wicken einmal gesehen hat, erkennt die Pflanzen dann meist schnell. Neben dem Wert als Zierpflanze werden einige Wicken auch landwirtschaftlich genutzt, darunter die Zottige Wicke, die Futter-Wicke und die Linsen-Wicke. Übrigens gehört auch die recht bekannte Saubohne (Ackerbohne, Pferdebohne, Puffbohne etc.) zu den Wicken.

Wicken im Garten: Unkraut oder doch nützlich?

Um die rasante Ausbreitung von Wicken einmal zu verdeutlichen: Die Autorin ließ dieses Jahr ein Stück Wiese wild wachsen, darunter wurden bald einige kleine Wicken sichtbar, die irgendwann mal ihren Weg in den Garten gefunden hatten. Etwa drei Monate später dominieren die Wicken nun diesen gesamten Gartenbereich und haben abgesehen von einigen Nacht- und Königskerzen fast alles überwuchert. Sie blühen aber schön und locken Insekten an.

Dennoch sollten Gartenfans sich irgendwann fragen, bis wo die Wicken sich ausbreiten dürfen. Im Zweifelsfall ist dann das Abschneiden verblühter Teile ratsam. So verhindern Sie die Samenbildung und die Wicken werden etwas im Zaum gehalten. Anders verhält es sich, wenn Sie die Pflanzen gezielt kultivieren möchten. In dem Fall darf es natürlich zur Samenreife kommen und Sie können die Samen auch zum gezielten Aussäen nutzen.

Wicken können je nach Sorte folgende Vor- und Nachteile haben:

VorteileNachteile
Bienentrachtpflanzen (Hummeln und Bienen finden sich daran)Breiten sich ohne Rückschnitt rasant aus
Einige Wicken eignen sich als FutterpflanzenKönnen hoch werden und andere Pflanzen überwuchern
Vogelwicken sind eiweißreich und ihre Samen dienen Vögeln als NahrungIhr Nektar kann Ameisen anlocken

Wer Wicken loswerden möchte, sollte regelmäßig per Hand jäten und die Samenstände nicht ausreifen lassen. Notfalls können Sie Unkrautvernichter einsetzen, davon würden wir aber der Tier- und Pflanzenwelt zuliebe abraten.

Idealerweise dürfen Wicken, vor allem die Vogelwicke, in einem Naturgarten an einer vorgegebenen Stelle wachsen. Als Zierpflanze können sie auch im Beet hübsch aussehen. Wicken können giftig sein und/oder Bitterstoffe enthalten. Problematisch wird das aber maximal bei Tierfutter, da Wicken ansonsten für Hunde und Katzen eher uninteressant sind. Menschen sollte die Pflanze aber nicht eigenmächtig verarbeiten.

Übrigens wird die Wicke gerne mit der Gartenwinde verwechselt. Die Gartenwinde kann sich anders als die Wicke aber auch über Wurzelausläufer ausbreiten. Schön sind sie aber beide. Wicken eignen sich auch gut als Schnittblumen*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant