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Weißstörche auf dem Vormarsch: Deshalb können Sie den Vogel bald besser beobachten

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Von: Anna Katharina Küsters

Seit Jahrzehnten gibt es einen Zuwachs bei den Weißstörchen in Deutschland. Das freut nicht nur die Wissenschaftler, sondern auch Vogelfreunde.

Hilpoltstein – Der Weißstorch steht schon lange Zeit unter kritischer Beobachtung des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV). Denn seine Population bereitet bereits seit den 1980er-Jahren Sorge. Nun ist es mit Einsatz von rund 300 Horstbetreuern gelungen, einen Anstieg in der Zahl der Weißstorch-Population zu verzeichnen.

Weißstörche auf dem Vormarsch: Darum können Sie ihn bald besser beobachten

Breitet der Weißstorch seine Flügel aus und fliegt über unseren Himmel, ist nicht nur seine Spannbreite von zwei Metern beeindruckend. Der Vogel ist schnell zu erkennen aufgrund seiner markanten Erscheinungsform. Seinen orangen, langen Schnabel und seinen schwarz-weiß gefiederten Köper haben Gartenfreunde sicherlich im Frühjahr schon beobachten können. In Deutschland gibt es etwa 7.000 Brutpaare, wovon alleine 700 in Bayern leben.

Der Bestand der Tiere war in den vergangenen Jahrzehnten jedoch drastisch zurückgegangen und gilt besonders ähnlich wie das Alpenschneehuhn im Voralpenland immer noch als stark gefährdet. Das liegt unteranderem an mangelndem Nahrungsangebot, aber auch an Stromschlägen an Stromleitungen. Auch Wintervögel haben es immer schwerer, genügend Nahrung zu finden. Helfen können Gartenfreunde, indem sie die Vögel richtig füttern*.

Weißstörche auf dem Vormarsch: So lebt der Vogel

In Bezug auf seine Nahrung ist der Weißstorch nicht wählerisch. Er ist wie auch die Raben ein Allesfresser und frisst zum Beispiel Frösche, Insekten, kleinere Säugetiere sowie Aas, Schlangen und Fische. Am liebsten tummelt er sich deshalb auch in feuchten Gebieten wie etwa neben Flüssen oder in Überschwemmungsbieten.

Männchen und Weibchen sind in den meisten Fällen kaum zu unterscheiden. Lediglich beim Gewicht bringen die Männchen etwas mehr auf die Waage. Bis zu vier Kilogramm schwer werden Weißstörche teilweise. Jungtiere erkennen Gartenfreunde an ihrem meist noch bräunlichen Gefieder. Weißstörche brüten von April bis Mitte Mai und das für uns immer sehr offensichtlich. Sie bevorzugen meist exponierte Plätze auf Schornsteinen, Kirchtürmen oder anderen Gebäuden. Die Vögel bauen dabei ihre Nester mehrere Meter hoch und verstärken sie in jedem Jahr mit weiterem Material. Dabei erreicht ein Nest schon mal das Gewicht eines Kleinwagens – bis zu 1.000 Kilogramm.

Weißstörche auf dem Vormasch: Deshalb ist ein leichter Populations-Anstieg bemerkbar

Um die Tiere zu schützen, gibt es bereits seit 1984 ein sogenanntes Weißstorch-Schutzprogramm vom Bayerischen Umweltministeriums in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt (LfU). Dieses beinhaltet beispielsweise:

Diese Aufgaben übernehmen 300 Horstbetreuer, die ihre Daten dann an den LBV übermitteln. So lässt sich die Entwicklung des Bestandes kontinuierlich kontrollieren.

Die Ergebnisse des vergangenen Jahres fallen mit einem Blick auf diese Daten besonders auf. Denn die Horstbetreuer meldeten laut LBV für das Jahr 2020 etwa 750 Brutpaare, was einen Anstieg um 20 Prozent zum Jahr davor bedeutet. Grund für den kontinuierlichen Populationsanstieg ist laut dem LBV unter anderem mit besseren Überwinterungsmöglichkeiten zu erklären. So bleibt es in nahe gelegenen Ländern wie Spanien immer milder, sodass die Vögel im Herbst nicht mehr so weit wegfliegen müssen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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