Die bienenfreundliche Hecke

Weißdornhecke: Wie Sie die Weißdornhecke im Garten schneiden und vermehren  

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Weißdornhecken sind pflegeleicht, anspruchslos und unempfindlich. Im Mai und Juni verwandelt sich die Weißdornhecke in ein wahres Blütenmeer, der Blütengeruch ist allerdings recht unangenehm.

  • Sommergrüne und blütenreiche Weißdornhecken sind ein sommerlicher Sichtschutz im eigenen Garten
  • Weißdorn gehört wie auch der giftige Oleander zu den Rosengewächsen, ist aber die ungiftige Alternative und eignet sich deshalb für Gärten
  • Schädlinge wie Blattläuse, einige Wanzen und auch Gespinstmotten machen sich gerne über das Blattwerk des Weißdorns her

Leipzig – Der Weißdorn gilt vielen Gärtnerinnen und Gärtnern als ökologisch wertvolle Heckenpflanze. Sie ist nicht nur ein heimisches Gewächs, sondern bietet gerade im Sommer Bienen und anderen Insekten Unterschlupf und Nahrung. Am besten gedeiht die Pflanze an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie erreicht eine Höhe von drei bis zehn Metern und übersteht hiesige Winter problemlos.

Weißdornhecke: Unterschied zwischen dem eingriffeligem und zweigriffeligem Weißdorn

Sowohl der eingriffelige wie auch der zweigriffelige Weißdorn gehören zu der Familie der Rosengewächse. Auf den ersten Blicken gleicht der eine Weißdorn dem anderen, dabei besteht Verwechslungsgefahr für das ungeschulte Auge. Gartenfreunde können aber mit etwas Übung recht schnell den Unterschied der beiden Arten erkennen:

EingriffeligIn der Blüte des eingriffeligen Weißdorns befindet sich ein Griffel, in der des zweigriffeligen Weißdorns befinden sich zwei oder drei Griffel. Diese Griffel sind entsprechend Namensgeber der Arten. Die Anzahl der Griffel geben auch die Samenanzahl in den Früchten vor. Die Früchte des eingriffeligen Weißdorns tragen immer nur einen Samen, die des zweigriffeligen Weißdorns zwei oder drei Samen.
ZweigriffeligDie Blätter des eingriffeligen Weißdorns sind eiförmig und dabei drei- bis fünffach gelappt sowie tief eingeschnitten, die Blätter des zweigriffeligen Weißdorns sind hingegen immer dreifach gelappt und haben abgerundete Einschnitte.

Läuse und Wanzen sowie andere Schädlinge schaden beiden Arten aber gleich viel. Als Sichtschutz für den Garten können ebenfalls beide Arten fungieren.

Weißdornhecke: So pflanzen Gartenfans die Hecke richtig

Als guter Pflanzzeitpunkt empfehlen sich wie beim Johanniskraut und Oleander frostfreie Tage zwischen Oktober und April. Für eine optimale Entwicklung der Weißdornhecke lockern Gartenfreunde einige Tage vor der Pflanzung den Boden tiefgründig auf, da Weißdornpflanzen Tiefwurzler sind. Ihre Wurzeln bilden sich in lockeren Böden besser aus. Der Boden kann zusätzlich mit Dung wie Pferdemist, Kompost oder Hornspänen aufgearbeitet werden.

Insbesondere bei Anpflanzungen längerer Sichtschutzhecken empfiehlt es sich, im Anschluss eine Schnur zu spannen, an der die Pflanzlöcher oder der Pflanzgraben ausgehoben werden. Der Pflanzabstand beträgt 50 Zentimeter. Im Anschluss füllen Gartenliebhaber die Pflanzlöcher oder den Pflanzgraben mit der ausgehobenen Erde auf. Der Baumarkt Hagebau rät dazu, einen Gießrand um die einzelnen Heckenpflanzen herum anzuhäufen, der das Ablaufen des Gießwassers verhindern soll.

Naturnahe Gärten beherbergen eine Vielzahl von einheimischen Sträuchern und Bäumen. Für vielfältige Vogelschutzhecken können Gärtnerinnen und Gärtner Mischhecken angelegen. Neben dem Weißdorn sind hierfür der Ahorn, der Holunder, die Vogelbeere und der Wacholder geeignete Partner.

Weißdornhecek: Die richtige Pflege für die bienenfreundliche Hecke

Auch wenn Weißdornhecken starke Rückschnitte gut vertragen, müssen Gärtnerinnen und Gärtner nicht zwangsläufig regelmäßig zur Heckenschere greifen. Zwischen dem 1. März und 30. September ist dies zum Schutz nistender Vögel ohnehin nicht erlaubt. Gartenfreunde sollten ihrer naturbelassenen Weißdornhecke allerdings mit Heckenschere zu Leibe rücken, wenn sie andere Pflanzen überwuchert oder auf öffentliche Wege ragt.

Ein zu starker Rückschnitt kann zur Folge haben, dass die Weißdornhecke nicht so stark blüht. Wegen der kleinen dornenähnlichen Triebe des Weißdorns ist das Tragen von Handschuhen und eines Pullovers oder einer Jacke bei den Schnittarbeiten ratsam, um Verletzungen an den Händen und Armen zu vermeiden. Nach Dünger verlangt die Weißdornhecke in der Regel nicht. Nichtsdestotrotz freut sie sich alle ein bis zwei Jahre über eine Gabe von Kompost, Hornspänen oder Rasenmulch.

Weißdornhecke: Das können Gärtnerinnen und Gärtner bei Schädlingsbefall machen

Der Weißdorn gilt als Wirt des Feuerbrands, einer meldepflichtigen Bakterienkrankheit. Die befallen Äste und Triebe sehen aus wie verbrannt. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) gibt es keine Pflanzenschutzmittel, die gegen Feuerbrand helfen. Die hoch ansteckende Pflanzenkrankheit verbreitet sich durch Wind, Regen und Insekten. Befallen Bäume und Sträucher müssen gerodet werden, wenn sie in der Nähe von Baumschulen oder Obstplantagen stehen.

Blattläuse, Wanzen und Gespinstmotten sind hingegen eher wie bei Oleander und Johanniskraut als Lästlinge einzustufen und Gartenfreunde müssen sie nicht zwangsläufig bekämpfen. Besonders bei den Gespinstmotten erschrecken viele Gärtnerinnen und Gärtner, wenn sie ihre kahl gefressene Weißdornhecke weiß-gräulich benetzt vorfinden. Betroffene Hecken erholen sich allerdings recht schnell und treiben neu aus.

Rubriklistenbild: © imago images / alimdi

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