Vögel füttern im Winter

Vogelfutter selbst anbauen: Diese Pflanzen eignen sich am besten

  • Stephanie Drewing
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Wer Sonnenblumen, Amaranth, Hirse und andere Samenpflanzen ansät, kann im nächsten Winter im Garten die Vögel mit selbst angebautem Vogelfutter überraschen.

München – Vögel schauen im Winter regelmäßig an den Futterstellen im Garten vorbei. Warum die begehrten Samen eigentlich nicht selbst im Garten anbauen? So können sie in der kalten Jahreszeit nach Belieben Vogelfutter auslegen. Es sind je nach Gartengröße und Pflanzenart einige Kilogramm an Sämereien möglich. Auch wenn die Erntemengen für die Vogelfütterung im Winter meist nicht komplett reichen, so sind sie doch ein begehrtes Zubrot und garantiert bio.

Vogelfutter selbst anbauen: Diese Pflanzen eignen sich am besten

Vogelfutterpflanzen sind pflegeleichte, robuste Gewächse und liefern bei geringem Aufwand viele Samen auf kleinem Raum, denn die meisten bilden große Kapseln oder Köpfe wie Sonnenblumen oder lange Rispen wie Amaranth und Hirse. Der Anbau geht schnell von der Hand, vor allem wenn der Gärtner die Pflanzen nicht im Haus vorzieht, sondern direkt ins Beet sät. Die Samen reifen dann eben etwas später. Es hat sich bewährt, in Reihen zu säen, damit man mit der Hacke ein- bis zweimal durchgehen kann, um den Boden zu lockern und Wildkräuter zu köpfen. Krankheiten und Schädlinge bereiten diesen Pflanzen kaum Probleme.

Etwas aufwendig ist die Ernte und das Dreschen. Aber diese Arbeit übernehmen die Vögel gerne selbst. Weil sie schnell mitbekommen, wo es was zu holen gibt, finden sich bald Sperling, Meise, Stieglitz, Grünfink oder Kleiber ein, wenn der Gärtner das selbst angebaut Vogelfutter an den Futterstellen ausbreitet.

Werden erst im Winter die Sämereien ausgelegt, haben auch Arten wie Dompfaff, Buchfink oder Kernbeißer etwas davon, die im Sommer keine Gärten besuchen oder nie auf schwankenden Pflanzen Futter suchen. Wer aber die Samen gesammelt hat, kann auch mit einfachen Mitteln Vogelfutter selbst machen.

Vogelfutter selbst anbauen: Die Pflanzen im Überblick

Folgende Pflanzen können Sie gut selbst als Vogelfutter anbauen:

  • Amaranth
  • Hirse
  • Sonnenblume
  • Buchweizen
  • Mohn

Vogelfutter selbst anbauen: Amaranth liebt es sonnig

Amaranth bevorzugt zwar einen sonnigen Standort, kommt aber mit jedem Gartenboden zurecht. Die Samen können ab Mai direkt an Ort und Stelle ins Beet. Bei einer Bodentemperatur von etwa 18 Grad Celsius läuft die Saat innerhalb von zwei Wochen auf. Die Pflanzen nach dem Aufgehen öfter anhäufeln, um deren Standfestigkeit zu erhöhen. Außerdem benötigt Amaranth zum Wachsen reichlich Wasser. Die Blüten und später die etwa ein  Millimeter großen Samen sitzen je nach Art in mehr oder weniger langen „Fuchsschwänzen“. Diese Ähren gilt es, rechtzeitig zu ernten, bevor die Körnchen rieseln. Zum Nachreifen hängt der Vogelfreund sie in einen gut belüfteten Raum oder legt sie in Obststeigen, bis sich die trockenen Samen ausreiben lassen. Die Vögel freuen sich aber auch, wenn sie an den kompletten Fruchtstände im Winter in den Garten picken können.

Vogelfutter selbst anbauen: Hirse sollte vor dem ersten Frost geerntet werden

Der beste Saattermin für Hirse ist Anfang Mai. Die Pflanzen stehen gerne in voller Sonne und kommen mit mäßigen Wassergaben zurecht. Die Kolben oder Rispen der Hirse erntet der Gartenfreund ab August bis zum ersten Frost, sobald sie sich gelb färben. Anschließend werden sie getrocknet und im Winter nach draußen gehängt. Oder man rebelt oder schlägt die Hirsekörner aus und bewahrt sie an einem trockenen Ort auf, bis sie als Vogelfutter verwendet wird. Doch nicht nur Vögel brauchen im Winter ein bisschen Unterstützung bei der Futtersuche, auch Eichhörnchen freuen sich über Futterangebote.

Vogelfutter selbst anbauen: Sonnenblumen sind der Hit unter den Gartenvögeln

Größere Flächen Sonnenblumen sät man ab einer Bodentemperatur von acht Grad Celsius im April direkt ins Beet ein. Damit sie sich zu ihrer vollen Größe entwickeln, benötigen die Pflanzen etwa 40 Zentimeter Abstand. Um bis zu drei Meter hoch zu werden, brauchen sie reichlich Nährstoffe und Wasser. Nur wenn sie ausreichend Dünger und Feuchtigkeit erhalten, bilden sie große Blütenköpfe. Sobald im Spätsommer die Samen vom Rand her reifen, sollte der Gärtner die Köpfe einnetzen, bevor die Vögel ihr Winterfutter schon im Herbst ernten. Wenn die Unterseite der Blütenkörbe sich von grün zu braunbeige verfärbt, schneidet man die Köpfe vom Stängel und hängt sie an einem trockenen, warmen Ort auf. Im Winter können die Köpfe dann im Garten ausgelegt werden. Oder Sie drückt die Samen aus dem Blütenboden heraus und trocknet sie noch ein paar Tage nach.

Vogelfutter selbst anbauen: Buchweizen ist auch bei Bienen beliebt

Im Garten säen Pflanzenfreunde Buchweizen nach den Eisheiligen in Reihen, wobei die Keimlinge bereits fünf bis acht Tage später erscheinen. Das Knöterichgewächs bevorzugt leichte, feinkrümelige, lockere Erde, die sich schnell erwärmt. Die reich und lange blühende Pflanze ist eine gute Bienenweide. Etwa zehn Wochen nach der Aussaat sind die Körner erntereif. Das ist meist im August oder September, sobald 60–70 Prozent der Samen hart sind. Sie enthalten viel Feuchtigkeit, deshalb sorgfältig trocknen, dabei regelmäßig wenden, da sie leicht schimmeln.

Vogelfutter selbst anbauen: Mohn ist nicht nur schön anzusehen, sondern liefert proteinreiche Samen

Gartenmohn liefert nicht nur große Kapseln, prall gefüllt mit Vogelfutter, sondern macht auf dem Beet auch noch eine gute Figur. Er bevorzugt einen sonnigen Standort und nährstoffreiche Böden, wobei der Seidenmohn auch mit halbschattigen Lagen zurechtkommt. Die feinen Samen kommen ab Ende März breitwürfig ins Freie, ohne sie mit Erde zu bedecken. Sie brauchen viel Licht und frische Luft, um zu keimen. Die Samenkapseln lässt der Gärtner an der Pflanze trocknen und erntet sie, bevor sie sich öffnen und ihre Fracht ausstreuen. Die fett- und proteinreichen Körner schüttelt man aus den Kapseln in eine Schüssel und lagert sie dunkel und trocken. Wer mag, kann die Körner auch zum Backen benutzen, wie z. B. für diese Mohn-Vanillekipferl.

Wer sich das Dreschen ersparen möchte, trocknet die kompletten Samenstände im Heizungskeller oder an einem anderen warmen Ort gründlich durch und hängt sie ab November nach und nach in den Garten. Dann sind die Vögel beschäftigt und können sich ihre Lieblingssamen selber aussuchen. Übrigens gibt es auch bei der Futterstelle einiges zu beachten. Sie möchten auch andere Wildtiere im Winter füttern? Wann es erlaubt und wann es verboten ist, haben wir hier aufgelistet.

Rubriklistenbild: © imago images / Nature Picture Library

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