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Zimmerpflanzen in Wasser kultivieren: Diese Pflanzen überleben auch ohne Erde

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Von: Franziska Irrgeher

Zimmerpflanzen in Erde bringen Nachteile wie die Anfälligkeit für Schädlingsbefall mit sich. Deutlich einfacher ist es da, Pflanzen nur in Wasser zu kultivieren. Mit einigen geht das.

Leipzig – Zimmerpflanzen begleiten uns als stille Mitbewohner im Alltag. Wenn dann aber bei falscher Erde irgendwann neben den Zimmerpflanzen auch Schädlinge im Raum sind, ist so mancher Pflanzenfan bald frustriert. Für manche Pflanzen bietet Wasser statt Erde Vorteile, birgt aber auch Gefahren.

Zimmerpflanzen in Wasser kultivieren: Folgende Pflanzen überleben auch ohne Erde

Sie kennen das sicherlich: Einige Tage nach dem Umtopfen in vermeintlich frisches und hochwertiges Substrat tauchen immer mehr „Fliegen“ auf. Dann haben Sie sich Trauermücken eingefangen, meist mit der Erde. Daneben freuen sich auch viele andere Schädlinge über Blumenerde, um darin ihre Eier abzulegen oder komplett zu wohnen. Das kann schnell sehr eklig werden. Aber auch Alternativen wie Seramis oder Blähton haben bei falscher Anwendung Nachteile, denn hier müssen sämtliche Nährstoffe zugefügt werden und beides kann schimmeln.

Was also bleibt? Wasser. Manche Pflanzen sind aufgrund feuchter Standorte in ihrer Heimat Wasser gewöhnt und tolerieren auch feuchte Erde. Komplett in Wasser können aber nicht alle Pflanzen gehalten werden. Zudem gibt es einiges zu beachten, damit Ihre Zimmerpflanzen auch als Water Plants überleben.

Diese Pflanzen eignen sich laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) für eine Kultur in Wasser:

Der MDR gibt an, dass Pflanzen, die empfindlich auf Staunässe reagieren, keinesfalls geeignet sind. Das schließt leider viele Pflanzen aus, bei der genannten Auswahl sind aber Pflanzen jeder Größe und Form dabei. Sogar manche mit Blüten. Außerdem können Sie auch Lavendel und Efeu für eine Hydrokultur verwenden. Und natürlich endet die Hydrokultur nicht bei erwachsenen Pflanzen, auch Ableger lassen sich gut in Wasser bewurzeln und selbst Kräuter können Sie so einige Zeit kultivieren.

Zimmerpflanzen in Wasser kultivieren: Die Vor- und Nachteile

Zweifelsfrei hat jede Art der Zimmerpflanzen-Kultivierung Vorteile sowie Nachteile, ansonsten hätten wir uns alle längst auf eine Methode festgelegt.

Das sind die Vor- und Nachteile von Pflanzen in reiner Hydrokultur:

NachteileVorteile
Eingeschränktes Pflanzenwachstum mit weniger neuen BlätternKeine Trauermücken und andere Schädlinge, die Erde benötigen
Algenbildung möglichKeine Schimmelpilze
Wasserwechsel und Reinigung des Gläser sind ein MussPflegeleichte Kultivierung für engsten Raum
Dünger ist unbedingt nötigFür Allergiker geeignet

Während Allergiker bei Zimmerpflanzen in Erde allergisch auf möglichen Schimmel reagieren können, ist das Problem beim Pflanzen in Wasser-Kultur nicht gegeben. Während die Hydrokultur also grundsätzlich weniger anfällig für Schädlinge ist und äußerst pflegeleicht, kann das Gefäß auch schnell unansehnlich werden. Algenbildung und andere Verunreinigungen sollten verhindert werden und Dünger ist ein absolutes Muss, wenn das Leitungswasser die falsche Zusammensetzung hat.

Das laut MDR bei Zimmerpflanzen im Wasser eingeschränkte Wachstum der Blätter hat Vor- und Nachteile. Einerseits eignen sich Zimmerpflanzen in reinem Wasser damit gut für engere Standorte wie die Fensterbank oder Regale, andererseits wird die Pflanze auch kaum wachsen, was ja von vielen Pflanzenfans sehnlichst erwartet wird.

Zimmerpflanzen in Wasser kultivieren: So geht es und das ist zu beachten

Damit Pflanzen in Wasser wachsen, kann laut MDR normales Leitungswasser verwendet werden. Dies sei aber recht kalkhaltig, daher sei Mineralwasser zu bevorzugen. Wichtig sei dabei, das Wasser beim Auftreten von Schmutz zu wechseln. Zudem können Pflanzen in reinem Wasser auch zu wenig Nährstoffe bekommen, das erkennt man an gelben Blättern, so der MDR.

Wichtig ist, dass die Gefäße schwer genug sind, um auch stehen zu bleiben. Gerade größere Pflanzen wie Alocasia und Philodendron werden oder sind gerne ausladend und könnten sonst kippen. Unbedingt zu beachten ist die Tiefe. Laut MDR darf der grüne Pflanzenteil keinesfalls im Wasser stehen, nur die Wurzeln. Halbschattige und kühle Standorte seien ideal, hellere, warme dagegen fördern die Algenbildung.

So gehen Sie konkret vor, um Pflanzen in Wasser zu kultivieren:

Flüssigdünger alle paar Wochen sollte dazugehören. Gießen entfällt glücklicherweise, jedoch muss dennoch regelmäßig das Wasser nachgegossen oder gewechselt werden. Diese Art der Kultivierung wird auch Hydroponik genannt, während unter Hydrokultur meist umgangssprachlich die Kultivierung in Blähton mit Wasserstandsanzeiger verstanden wird. Hydroponik geht aber noch einen Schritt weiter als die bloße Kultivierung in Wasser. Dabei handelt es sich um ein ausgeklügeltes Pflanzsystem, das auch im großen Stil für die Anzucht funktioniert. Eine andere recht pflegeleichte Option sind übrigens Flaschengärten.

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