Ertränkt oder verdurstet

Zimmerpflanzen pflegen: Die häufigsten Pflegefehler und wie Sie diese vermeiden können

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Zimmerpflanzen begleiten uns im Büro und zu Hause und sie wollen richtig gepflegt werden. Vor allem Neulinge im Bereich Zimmerpflanzen machen oft typische Pflegefehler.

Leipzig – Zu viel, zu wenig oder gar nicht gießen – wenn Sie gerade stolzer neuer Besitzer eine Zimmerpflanze geworden sind, sollten Sie erst mal nachlesen und dann gießen, düngen und mehr. Denn einige Pflanzen sind bei schlechter Pflege schnell beleidigt und reagieren mit gelben oder verdorrten Blättern und schlimmstenfalls sterben sie. Doch das muss nicht sein.

Zimmerpflanzen pflegen: Die häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden können

Manche Pflanzen leiden still vor sich hin, nur um dann plötzlich zu sterben, andere zeigen deutlich, wenn sie den Standort oder die Pflege nicht mögen. Haben Pflanzenfans sich erstmal für die richtigen Zimmerpflanzen für das Home Office, das Schlafzimmer, Badezimmer oder für eine haustierfreundliche Pflanzenart entschieden, sind Details entscheidend.

Denn ist die Pflanze durch falsche Pflege erst mal geschwächt, haben Krankheiten und Schädlinge leichtes Spiel. Trauermücken, Springschwänze oder Schimmel befallen dann Pflanzen oder Erde und müssen aufwendig entfernt und bekämpft werden. Da viele Pflanzenfans aber die gleichen häufigen Fehler bei der Zimmerpflanzen-Pflege machen, können diese einfach vermieden werden.

Zimmerpflanzen pflegen: Das sind die häufigsten Fehler

Vorab sei gesagt: Pflanzen sind Individuen und nicht jede mag die gleiche Wassermenge, auch an den Standort stellen verschiedene Arten ganz unterschiedliche Ansprüche. Lesen Sie daher die Informationsschildchen, die oft schon in den Töpfen stecken oder informieren Sie sich beim Gärtner.

Dennoch gibt es fünf Punkte, die allen Pflanzen zusetzen können:

  • Falsches Gießen: Zu viel oder zu wenig. Man kann Kakteen ertränken und Palmen austrocknen lassen. Egal wie Sie es angehen: Die Balance ist wichtig. Staunässe mögen Zimmerpflanzen gar nicht, im schlimmsten Fall führt diese zu Wurzelfäule und Schädlingen. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) empfiehlt als Alternative, die Pflanzen zu tauchen bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Abtropfen lassen und vor dem nächsten Gießen mit dem Finger prüfen, ob die Erde noch feucht ist. Schon haben Sie das Problem vermieden. Zudem rät der MDR eher weniger zu gießen, denn Trockenheit schade Pflanzen weniger als Staunässe.
  • Falsche Lichtverhältnisse: Pflanze können einen Sonnenbrand bekommen, der zeigt sich in braunen Blatträndern oder Flecken. Denn nicht jede Pflanze verträgt direktes Sonnenlicht. Ebenso wenig stehen die meisten Pflanzen gerne komplett dunkel. Viele Pflanzen kommen mit absonnigen Standorten gut zurecht. Der Standort sollte dabei immer nach den jeweiligen Ansprüchen der Zimmerpflanze gewählt werden.
  • Heizungen: Wir mögen es im Winter gerne warm, unsere Pflanzen zwar auch, direkt auf der angeschalteten Heizung stehen sie aber nicht so gerne. Laut MDR ist beispielsweise auch eine Fußbodenheizung nicht ideal für die Wurzeln. Ein Pflanzenhocker schafft Abhilfe und sieht zudem gut aus. Vielen Pflanzen ist es direkt über der Heizung auch einfach zu trocken. Eine Ausnahme: Bogenhanf, er kommt auch mit einem Heizungs-Platz zurecht.
  • Zugluft: Sie macht der Heizung Konkurrenz, wenn es um die Empfindlichkeit von Pflanzen geht. Auch im Winter sollten wir täglich lüften und die Fenster dabei möglichst ganz öffnen. Der Luftaustausch ist wichtig, vor allem wenn Sie Probleme mit Feuchtigkeit und Silberfischen oder Kellerasseln haben. Aber manche Pflanzen mögen Zugluft überhaupt nicht. Stellen Sie ihre grünen Mitbewohner also vor dem Lüften weg, dann passiert auch nichts.
  • Temperaturschwankungen: Den Weihnachtsbaum im Topf an Heiligabend rein holen? Keine gute Idee. Besser ist eine langsame Umgewöhnung, das Treppenhaus als Zwischenstation gibt dem Baum Zeit zum Akklimatisieren. Auch Zimmerpflanzen, die immer drinnen leben, mögen keine plötzlichen Veränderungen bei der Temperatur, so der MDR, das gelte auch für die Lichtverhältnisse. Und falls Sie Exoten aus dem Gartencenter holen, sollten Sie diese zudem im Winter vor dem Transport gut einpacken, damit sie nicht erfrieren. Es gibt aber natürlich auch robuste Exemplare, dazu zählt beispielsweise der Elefantenfuß.

Diese Punkte betreffen jeden, der Pflanzen hat. Vor allem Anfänger denken an den ein oder anderen Punkt bei der Pflege nicht sofort. Während heimische Gartenpflanzen perfekt an die Umgebung und die Bedingungen angepasst sind, haben es die Exoten unter den Zimmerpflanzen bei uns in der Wohnung schwerer. Richtet man die Pflege aber nach den Bedürfnissen der Zimmerpflanze, kann aber nicht viel schief gehen.

Neben den genannten Punkten ist natürlich Düngen, Umtopfen und gegebenenfalls richtiges Zurückschneiden wichtig. Die Vermehrung von Sukkulenten oder anderen Zimmerpflanzen wäre dann schon ein Experiment für Fortgeschrittene.

Rubriklistenbild: © imago images / blickwinkel

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