Lichtermeer statt Kratzbaum

Weihnachtsbaum katzensicher machen: So besteht für neugierige Stubentiger keine Gefahr

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Weihnachten ist ein Familienfest, da dürfen auch unsere Vierbeiner nicht fehlen. Doch Weihnachtsbäume bieten für Katzen ungeahnte Möglichkeiten, die durchaus gefährlich werden können.

München – Haustiere sind neugierig, wenn an Weihnachten plötzlich ein echter Baum mitten in der Wohnung steht, muss der natürlich erkundet werden. Katzen und Hunde haben da etwas unterschiedliche Herangehensweisen, für beide können ungesicherte Bäume aber eine Gefahr darstellen.

Weihnachtsbaum katzensicher machen: So droht an den Festtagen keine Gefahr

Zur Weihnachtszeit häufen sie sich, die Videos, wie die Katze den neuen Baum als Klettermöglichkeit missbraucht oder fröhlich die Kugeln wieder abhängt. Naturgemäß üben Bäume auf Katzen eine gewisse Anziehungskraft. Die Besitzer der Vierbeiner finden das meist niedlich, aber Kletteraktionen und vor allem Kugeln können schnell gefährlich werden.

Weihnachtsbaum katzensicher machen: Die häufigsten Gefahrenquellen für Katzen

Nicht der Weihnachtsbaum an sich ist meist das Problem, sondern die Befestigung und Dekoration. Das sind häufige Gefahrenquellen für Katzen beim Weihnachtsbaum:

  • Echte Kerzen: Was besinnlich aussieht, kann schnell brennen. Nicht nur Katzen angeln gerne mit der Pfote nach Zweigen, auch für kleine Kinder, Hunde und andere Haustiere besteht dabei Verbrennungsgefahr. Schlimmstenfalls setzt die Kerze einen trockenen Baum und dann die ganze Wohnung in Brand. Verzichten Sie in Anwesenheit von Kindern und Tieren also auf echte Kerzen und erfreuen Sie sich lieber am Kunstlicht oder am beaufsichtigten Adventskranz.
  • Die Kugeln: Sie sind rund, glänzen und baumeln verführerisch am Baum. Auch dabei sind oft kleine Kinder und Haustiere gleichermaßen fasziniert und möchten mit den bunten Kugeln spielen. Oft bestehen diese aber aus bemaltem Glas und sind damit sehr zerbrechlich. Kunststoff-Kugeln sind dann das Mittel der Wahl. Auch bedenken sollten Weihnachtsfans, dass die Aufhänger der Kugeln beim Spielen schnell herausgelöst werden können. Entfernen Sie diese umgehend vom Boden, damit Kinder oder Tiere sie nicht verschlucken können.
  • Lichterketten-Kabel: Auch Kabel sind so eine Sache und können auch für Hasen oder andere freilaufende Nager ein Problem werden. Katzen knabbern meist nicht daran, dennoch sollten Sie vor allem bei verspielten Kitten kein Risiko eingehen und die Kabel mit einem Schutz umwickeln oder unter einer Schachtel oder Decke verstecken. Zudem sollten die Lichter ausgeschaltet werden, wenn Weihnachtsfans den Raum verlassen.
  • Lametta: Davon gab es früher zwar tatsächlich mehr, aber auch wenig Lametta hält Katzen nicht davon ab, es zu erlegen und zu fressen. Die Flitterbänder können schlimmstenfalls zu Darmverschluss und inneren Verletzungen führen. Verfüttern Sie stattdessen lieber Kaustangen unterm Baum.
  • Der Ständer: Wenn der Baum sofort kippt, wenn die Katze dran hängt, ist der Stände ungeeignet. Achten Sie darauf, dass der Weihnachtsbaum sicher und fest steht. Zudem muss der Ständer schwer genug sein, damit Kinder und Haustiere ihn nicht versehentlich umwerfen oder gar vom Baum erschlagen werden können. Eine zusätzliche Sicherung an Decke oder Wand kann ebenfalls eine gute Idee sein. hna.de rät zu einem kleineren Baum auf einem Hocker, so ist er nicht direkt im Blickfeld der Katze*.
  • Das Wasser im Ständer: Verdient einen eigenen Punkt, denn Weihnachtsbäume sind, ebenso wie viele Zimmerpflanzen, giftig für Katzen. Die Stubentiger sollten aus dem Ständer daher keinesfalls trinken können. Decken Sie den Ständer beispielsweise mit einem zurechtgeschnittenen Karton gut ab. Zudem besteht die Gefahr der Pestizidbelastung bei manchen Weihnachtsbäumen.

Das alles hält zwar noch keine Katze vom Klettern ab, doch auch das lässt sich mit einigen Tricks erschweren. So sollte der Weihnachtsbaum möglichst nicht in der Nähe guter Absprungmöglichkeiten stehen. Den Kratzbaum direkt neben den Weihnachtsbaum zu stellen, ist also keine gute Idee. Bestenfalls lässt sich der Raum mit dem Weihnachtsbaum abschließen, sodass Haustiere mit ihm nie unbeaufsichtigt sind.

Eine andere Möglichkeit ist Ablenkung: Loben Sie die Katze, wenn sie den Baum in Ruhe lässt, spielen Sie ausgiebig an anderen Stellen mit ihr und verteilen Sie Kartons im Raum. Meist üben die noch eine größere Anziehungskraft aus. Zudem sollten Katzen wie auch andere Haustiere konsequent vom Baum fern gehalten werden, wenn sie diesen als Spielzeug sehen.

Den Baum verkehrt herum an die Decke zu hängen klappt auch und ist tatsächlich nicht nur ein Werbetrick. Diese etwas ungewöhnliche Anbringung sollten Sie sich aber gut überlegen, denn auch sie birgt Gefahren und wirft sicherlich Fragen auf. Natürlich könnten Sie die Katzen auch mit bestimmten Gerüchen wie Zitrusduft oder Kaffee versuchen, vom Baum fern zu halten.

Weihnachtsbaum katzensicher machen: Ungefährliche Baum-Dekoration

Zum Schluss möchten wir noch einige ungefährliche Dekorations-Ideen vorstellen, mit denen auch die Stubentiger (und natürlich auch Hund, Wellensittich und Co.) zur Not spielen dürfen:

  • Nüsse: Haben Sie von der vergangenen Ernte noch Walnüsse eingelagert? Nutzen Sie sie doch als natürliche Dekoration. Eine angeklebte Schnur dient als Befestigung, Sie können aber auch Schleifen um die Nuss binden und sie damit am Baum befestigen.
  • Tannenzapfen: Auch die sind harmlos, kugeln auf dem Boden und sehen am Baum hübsch aus. Sie sind für Katzen außerdem harmlos. Aus ihnen lassen sich auch einfache Christbaumkugeln selbst basteln.
  • Zimtstangen: Tiger mögen Zimt angeblich. Katzen könnten ihn auch interessant finden und in kleinen Mengen ist das Gewürz harmlos. Zimtstangen sorgen zudem für einen dezenten Weihnachtsduft und dürfen ebenfalls als Dekoration an den Baum.
  • Alles, was sich anklippen lässt: Vögel, Schneemänner, Schneeflocken und mehr, alles was an den Baum geklippt werden kann, bekommt die Katze nicht so leicht ab. Anfressen kann sie die Deko natürlich trotzdem.
  • Selbst gemachte Holzsterne und Strohsterne: Auch die sind harmlos und dürfen zur Not angeknabbert werden.
  • Schleifen: Landen tendenziell in der Katzenpfote, bis dahin sind sie aber ein hübscher Baumschmuck. Achten Sie darauf, dass die Katze das Band nicht auseinander bekommt und sich stranguliert.
  • Lebkuchen und anderes Gebäck: Daraus können Weihnachtsfreunde schöne Figuren backen und diese an den Baum hängen. Die Katze wird sie wahrscheinlich recht uninteressant finden.
  • Papiersterne und Schmuck: Ebenfalls harmlos und zudem kommt beim gemeinsamen Basteln Weihnachtsstimmung auf.

Letzten Endes finden Katzen ohnehin Geschenkpapier, Kartons und Schleifen spannender als den Baum. Lassen Sie ein wenig davon liegen und schon ist der Stubentiger abgelenkt. *hna.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © imago images / ZUMA Wire

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