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Vegane Einrichtung: Deswegen kann auch Holzleim zum Problem werden

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Von: Anna Katharina Küsters

Veganismus muss nicht bei der Ernährung stoppen. Auch Möbel wie die Couch, Stühle oder der Tisch werden vegan hergestellt. Darauf müssen Sie beim Kauf achten.

Berlin – Wer sich vegan ernährt, macht das entweder aus gesundheitlichen Gründen, oftmals aber auch zum Schutz von Tier und Umwelt. Dieser Grundgedanke muss aber nicht beim Essen aufhören, denn auch in normalen Gebrauchsgegenständen finden sich oft tierische Inhalte oder Materialien, die viele Ressourcen verbrauchen. Ein Umdenken ist also auch in der eigenen Wohnung oder im Haus möglich, indem sich Gärtnerinnen und Gärtner auf eine vegane Einrichtung konzentrieren.

Vegane Einrichtung: So bleiben Ihre Möbel ohne tierische Bestandteile

Eine vegane Ernährung gehört für viele Menschen besonders seit der Corona-Krise zum Alltag. Laut dem Ernährungsreport 2021 des Bundesministeriums für Ernährung aßen nur noch 26 Prozent der Befragten täglich oder sogar mehrmals täglich Fleisch. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 34 Prozent. Auch die Anzahl an Vegetariern und Veganern hat laut dem Report in den vergangenen Jahren zugenommen, mittlerweile leben zehn Prozent der Befragten vegetarisch, zwei Prozent vegan.

Der Trend ist also eindeutig, vegetarische und vegane Ernährung ist für viele Menschen eine Option. Gärtnerinnen und Gärtner, die diesen Lebensstil ausweiten möchten, müssen nicht in der Küche stoppen. Denn neben veganen Gartenutensilien wie beispielsweise der Blumenerde und Hornmehl, lässt sich das Konzept auch auf die Innenräume übertragen. Eine vegane Einrichtung lässt sich jedoch nur mit etwas Geduld und Beharrlichkeit umsetzen.

Vegane Einrichtung: Das ist beim Sofa wichtig

Tierische Bestandteile können in allen Möbelstücken stecken. Gartenfreunde, die ihr Wohnzimmer neu einrichten, sollten zuerst bei den großen Möbelstücken beginnen. Zu nennen sei beispielsweise das Sofa. Es liegt auf der Hand, dass ein Sofa mit echtem Lederbezug nicht infrage kommt, wenn die Einrichtung vegan sein soll. Auch auf Kunstleder sollten Gartenfans verzichten, denn bei der Produktion kommt oftmals Erdöl zum Einsatz. Falls es doch Kunstleder sein soll, müssen Sie genau auf die Materialien-Liste schauen. Gärtnerinnen und Gärtner konzentrieren sich am besten auf einen Textilbezug, der nachweislich aus nachhaltiger Erzeugung kommt. Um das zu überprüfen, hilft es, die Bestandteile der Möbel genau zu studieren. Bei Fragen oder Unklarheiten lohnt auch immer ein Anruf beim Vertrieb.

Zu sehen ist eine Frau mit Locken, die auf einer beigen Couch liegt und Musik hört (Symbolbild).
Schon bei der Wahl des veganen Sofas gibt es viel zu beachten (Symbolbild). © Shotshop/Imago

Vegane Einrichtung: Das ist bei Möbeln wichtig

Neben dem Sofa sind auch Schränke und andere Möbelstücke nicht ohne Bedeutung. Natürlich sind Holz-Varianten aus nachhaltigem Holzanbau eine gute Option. Gartenfans müssen nur darauf achten, dass der Leim oder Kleber in diesen Möbeln ebenfalls einen veganen Ursprung hat. So ist die Basis für Holzleim oftmals Tierknochen, was sich auf die Schnelle nicht überprüfen lässt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, ruft auch in diesem Falle kurz die Herstellenden an. So berichtet der Westdeutsche Rundfunk (WDR), dass noch bis in die 1980er-Jahre hinein Leimfabriken in Deutschland 7.800 Tonnen Haut-, Leder- und Knochenleime produzierten. Dabei liefern die zerkleinerten und ausgekochten Tierknochen den sogenannten Glutinleim, ein natürlicher Klebstoff, der in den tierischen Produkten vorkommt. Um den besten Holzleim zu finden, müssen Gartenfreunde auf die Suche gehen und viel testen*.

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Vegane Einrichtung: Das ist beim Boden und Kerzen wichtig

Beim Bodenbelag machen sich Gartenfreunde besser auch länger Gedanken. Besonders gut sind beispielsweise Korkböden aus nachhaltigem Anbau oder Linoleumböden. In beiden Varianten stecken keine tierischen Bestandteile. Wichtig dabei ist jedoch, dass das verwendete Holz aus nachhaltigen Quellen kommt, sonst ist der Umwelt ebenfalls nicht viel geholfen.

Wer sich dann soweit eingerichtet hat und es noch etwas gemütlicher möchte, der stellt sich gerne Kerzen in die Wohnung. Solange die Kerzen aus folgenden Materialien sind, ist das kein Problem:

Kerzen aus Bienenwachs sind offensichtlich nicht vegan. Außerdem brennen die alternativen Angebote deutlich länger und rußen nicht. Bei Stearin, einem Säurengemisch, müssen Dekofans etwas vorsichtig sein: Teilweise gewinnen Herstellende die Säure auch aus Schweinemägen. Auch dabei gilt: lieber doppelt kontrollieren! *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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