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Orchideen überwintern: So überleben die schönen Pflanzen die düstere Jahreszeit

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Von: Franziska Irrgeher

Orchideen bilden wunderschöne Blüten, doch eigentlich sind sie an unsere Jahreszeiten gar nicht angepasst. Im Herbst und Winter braucht die Orchidee daher Pflege.

Hamburg – Egal welche Orchidee Sie zu Hause pflegen, im späten Herbst und Winter wird die Pflanze so langsam unglücklich. Grundsätzlich stammen die meisten unserer Zimmerpflanzen aus Regionen mit höherer Luftfeuchtigkeit, mehr Sonnenstunden und ganz anderem Klima. Den Sommer überstehen die Pflanzen meist gut, doch weniger Licht und mehr Heizungsluft führen schnell zu unglücklichen Zimmerpflanzen. Orchideen kann man die kältere Jahreszeit aber so angenehm wie möglich machen.

Orchideen überwintern: So überleben die schönen Pflanzen die düstere Jahreszeit

Plötzlich nur noch wenige oder gar keine Sonnenstunden statt Sonne satt von morgen bis abends, dazu noch eine zwar warme Heizung, die die Luft aber austrocknet. Für Zimmerpflanzen wie Orchideen ein wahrer Albtraum, für Schädlinge wie Spinnmilben dagegen das Paradies auf Erden. Auch unsere Zimmerpflanzen können unter dem nasskalten Herbst- und Winterwetter leiden, allerdings aus anderen Gründen als wir Menschen. Gerade Orchideen sind sehr beliebte Zimmerpflanzen, die mit schönen, filigranen Blüten überzeugen, es gibt teils wahre Raritäten.

Doch wenn es draußen schneller dunkel wird und die Heizung zum Einsatz kommt, braucht auch eine Orchidee spezielle Pflege. Die Pflanzen zu überwintern hat allerdings nichts mit klassischer Winterruhe zu tun, wie man sie von Kübelpflanzen kennt.

Zu sehen ist eine violett blühende Orchidee, drei Blüten sind sichtbar, Hintergrund unscharf (Symbolbild).
Mit der richtigen Pflege überstehen Orchideen den Winter problemlos (Symbolbild). © Kiefer/Imago

Orchideen überwintern: Tipps für gesunde Pflanzen

Orchideen blühen meist lange und schön, damit das so bleibt, muss die Pflege im Herbst und Winter etwas angepasst werden. Dabei geht es um folgende Punkte:

Das alles zu koordinieren, ist nicht schwer. Denn Zimmerpflanzen leben bei guter Pflege viele Jahre, daher werden sich passionierte Pflanzenfans ohnehin das ein oder andere Utensil im Laufe der Zeit besorgen.

Orchideen überwintern: Die richtige Bewässerung

Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, sollte eine Orchidee im Herbst und im Winter einmal wöchentlich in Wasser getaucht werden, das kalkarm ist. Allerdings nur für wenige Sekunden und danach sollte das Restwasser abfließen können.

Grundsätzlich ist bei Orchideen das „Baden“ dem Bewässern von oben vorzuziehen, das geht gut, wenn die Pflanze einen Übertopf hat, aus dem sie herausgenommen wird. Je nach Pflanze und Standort kann es im Winter sogar reichen, nur alle 14 Tage zu wässern. Pflegefehler Nummer eins bei Orchideen ist zu viel Gießen. In der Natur würde die Orchidee nämlich nicht im Boden wachsen, sondern an Baumstämmen hängen und so vor allem Luftfeuchtigkeit abbekommen.

Orchideen überwintern: Trockene Heizungsluft ausgleichen

Die meisten Pflanzen sind von zu trockener Luft nicht gerade begeistert. Zwar gibt es einige Zimmerpflanzen, die damit klarkommen und sogar Erkältungen vorbeugen können, doch die meisten Pflanzen bevorzugen eine höhere Luftfeuchtigkeit. Der NDR empfiehlt daher, die Orchideen im Winter einmal wöchentlich mit Regenwasser zu besprühen und Staub auf den Blättern gelegentlich zu entfernen. Für das Umfeld eignen sich laut NDR Töpfe mit befeuchtetem Blähton, in den die Orchideen gestellt werden.

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Dieses Prinzip ist übrigens nicht neu und wird auch bei Pflanzen angewandt, die anfällig für Spinnmilben sind. Statt dem Blähton können auch um die Pflanze herum oder direkt unter sie Untersetzer mit Steinchen und Wasser gestellt werden. Alternativ eignen sich Vitrinen für die Orchideen, in denen meist eine höhere Luftfeuchtigkeit erzielt werden kann. Kleine Orchideen können zudem optimal für sogenannte Flaschengärten sein.

Orchideen überwintern: Passende Temperatur und Lichtverhältnisse

Spätestens an diesem Punkt dürfte klar sein: Ganz einfach ist es mit einer Orchidee nicht. Dennoch sollten Pflanzenfreunde nicht verzweifeln, denn sind die oben genannten Punkte erfüllt, fehlen nur noch Licht und Temperatur. Mit Sonnenlicht alleine kommt man im Winter kaum aus, daher können Pflanzenlampen gute Dienste leisten. Es gibt sie in verschiedenen Farben und Intensitäten, die Auswahl kann daher etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Im Winter reicht der Orchidee meist eine Temperatur von 18 bis 23 Grad Celsius, wärmer sollte es möglichst nicht sein, sonst kann im Folgejahr die Blüte ausbleiben. Doch selbst dann ist nicht alles verloren, mit einigen Tricks können Orchideen wieder zum Blühen gebracht werden*. Hell sollte der Standort natürlich dennoch sein. Allerdings kommt es vor allem bei der Temperatur sehr stark auf die Orchidee an, je nach Pflanze können sich die idealen Werte extrem voneinander unterscheiden. Zudem unterschieden sich oft noch die idealen Temperaturen am Tag von denen in der Nacht. Gerade bei selteneren Pflanzen sollten Sie zusätzlich Rat in Foren suchen, um der individuellen Pflanze gerecht zu werden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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