Es muss nicht immer neu sein

Nachhaltige Weihnachten: So sparen und recyclen Sie in der Adventszeit

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Das Paketaufkommen vor Weihnachten ist oft enorm, in den eigenen vier Wänden gesellt sich noch neuer Weihnachtsschmuck dazu. Aber muss es eigentlich immer neu sein? Nein, auch nachhaltig kann gut aussehen.

München – Viele von uns hetzen in der Vorweihnachtszeit durch die Geschäfte auf der Suche nach dem perfekten Geschenk und dem schönsten Baumschmuck. Spätestens beim Weihnachtsbaum-Kauf geht die Schlacht weiter, wer zuerst kommt, kauft zuerst. Aber muss dieser Konsum wirklich sein? Nicht wirklich, Sie können auch Zeit und Nerven sparen und einiges wiederverwerten und selbst machen.

Nachhaltige Weihnachten: So sparen Sie Material und recyclen an den Feiertagen

Nicht jeder möchte Gebrauchtes verschenken, aber zumindest beim Papier, der Dekoration und anderen Kleinigkeiten können Sie Altem eine neue Aufgabe geben und dank Upcycling muss das ganz und gar nicht langweilig aussehen. Dabei haben Sie einige Möglichkeiten, von Upcycling-Geschenken bis hin zum Weihnachtsbaum:

  • Upcycling Weihnachtsgeschenke: Vor allem bei Familienmitgliedern wissen wir meist genau, was die Person mag oder nicht. Wer kein Problem mit Gebrauchtem hat, darf auch mit einem Upcycling-Geschenk überrascht werden. Die eignen sich auch gut zum Basteln mit Kindern, denn die Eltern oder Großeltern freuen sich sicher über Selbstgemachtes. Praktisch geht es beispielsweise mit einem Blumentopf aus dem alten Gartenschlauch, Sie können aber auch schnell hübsche Pflanztöpfe für die Wohnung aus leeren Dosen herstellen oder alte Möbel renovieren oder komplett umbauen. Oder machen Sie doch einfach Tee selbst und füllen ihn in Gläschen ab. Auch andere Leckereien wie Plätzchen oder kandierte Früchte sind tolle Geschenke und können selbst gemacht werden.
  • Upcycling Weihnachtsdekoration: Auch dabei haben Sie zahlreiche Möglichkeiten. Bestenfalls basteln Sie einfach mit Naturmaterialien aus dem Garten wie Nüssen oder Zweigen, aus denen Holzsterne und andere Weihnachtsdekoration wird. Kosten spart das zudem, denn bis auf Farbe und Kleber haben Sie schon alles Nötige zu Hause oder sammeln es beim Spaziergang.
  • Geschenkpapier sparen oder umweltfreundliche Alternativen nutzen: Heben Sie das Papier doch einfach nach dem Auspacken auf. Dafür sollte natürlich behutsam ausgepackt werden, aber Geschenkpapier lässt sich einfach noch mal verwenden. Andere Alternativen sind beispielsweise Zeitungen als Geschenkpapier, wenn darauf noch die Lieblingsband des Beschenkten abgedruckt ist, wäre das natürlich noch besser. Auch alte Landkarten oder Notenblätter eignen sich. Recycling-Geschenkpapier gibt es inzwischen auch oder wie wäre es mit Kartons, die wiederverwendet werden können? Schleife drum und schon haben Sie ein hübsches Geschenk, Tücher eignen sich auch gut, ebenso Stoff- oder Jutebeutel. Die sind besonders toll für Seife oder andere Kosmetikprodukte.
  • DIY-Adventskalender mit gesunden Zutaten: Es kann auch nur eines davon sein. Adventskalender können Sie einfach selbst aus vorhandenem Material wie Klorollen basteln. Kinder haben daran auch ihren Spaß und am Ende wird der Kalender mit beliebigem Inhalt gefüllt. Besonders gut eigenen sich natürlich gesunde Füllungen wie Kräuter.
  • Weihnachtsmarkt-Klassiker zum Selbermachen: Nicht nur Dekoration und Geschenke wünschen wir uns an Weihnachten, auch leckeres Essen. Und das können Sie größtenteils selbst machen. Ob Heidesand, Zimtsterne, Vanillekipferl, Christstollen, Dominosteine oder Glühwein – der Garten und das Vorratsregal liefern die nötigen Zutaten. Selbst gemacht, schmeckt die wohlverdiente Süßigkeit dann gleich doppelt so gut. Auch gebrannte Mandeln können Sie leicht selbst herstellen, ebenso Zitronat und Orangeat, anstatt all das zu kaufen. Wirklich nachhaltig wird es aber nur mit Zutaten aus dem eigenen Garten, ansonsten haben Sie mehr Verpackungsmüll als beim Kauf des eigentlichen Produkts.
  • Nachhaltiges Shoppen und Patenschaften schenken: Es müssen für Geschenke nicht immer große Versandhändler sein, auch kleine Shops haben eine tolle Auswahl und viele setzen auf Nachhaltigkeit und CO2-neutralen Versand. Besser noch: Gehen Sie zum Lieblingshändler vor Ort und unterstützen Sie ihn. Freunde des Naturschutzes freuen sich sicher auch über eine Patenschaft zu Weihnachten oder durch Spenden gepflanzte Bäume. Für all das bekommen Sie meist auch Informationen zum Projekt und eine Urkunde oder Bescheinigung. Übrigens bieten manche Städte auch Wunschzettel oder Spendenaktionen für Menschen an, die sich selbst keine Geschenke leisten können.
  • Der Weihnachtsbaum: Das Wichtigste zum Schluss. Der Baum gehört zu Weihnachten wie der Stiefel zu Nikolaus. Neu und frisch gefällt muss der nicht unbedingt sein. Wer Wert auf den Duft der Nadeln legt, kann das Bäumchen auch draußen in einen Topf pflanzen und – schrittweise, damit er sich akklimatisieren kann – den Baum an Weihnachten nach drinnen holen. So bleibt er Ihnen lange erhalten oder findet später einen Platz im Garten. Auch Ihre Zimmerpflanzen halten alternativ als Baum-Ersatz her, wenn sie vorsichtig geschmückt werden. Oder greifen Sie einfach zum Holz- oder Kunststoff-Baum. Diese Varianten lohnen sich vor allem auf lange Sicht, wählen Sie also mit Bedacht. Miet-Bäume gibt es übrigens auch.

Zugegeben, wenn Sie alles selbst machen, artet das auch in Stress aus. Aber auch kleine Veränderungen helfen und vor allem ein Weihnachtsbaum, der Sie jahrelang begleitet, wird Ihnen ans Herz wachsen, selbst wenn er dann im Garten wohnt. Hierfür eignen sich übrigens Fichten deutlich besser als Tannen, denn Fichten bilden flachere Wurzeln.

Rubriklistenbild: © imago images / agefotostock

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