Neue Anzucht im Topf oder Glas

Litschi vermehren: So ziehen Sie sich den kleinen Baum für den Balkon heran

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Die Frucht des Lischti-Baums sieht nicht essbar aus, der Samenmantel unter der Schale schmeckt aber hervorragend. Gartenfreunde ziehen sich den Baum schnell selbst heran.

München – Die Abende sind gerade lang und im Garten oder auf dem Balkon gibt es nicht viel zu tun. Gartenfreunde und Pflanzenfans können sich in dieser Zeit aber voll und ganz den Pflanzen in ihrem Haus oder ihrer Wohnung widmen. Auch dabei gibt es eine Menge zu entdecken und auszuprobieren. Zum Beispiel das Ziehen von Litschi-Pflanzen aus dem Kern der Frucht.

Litschi vermehren: So gelingt es Ihnen mithilfe des Samenkerns

Besonders im Winter ist eine ausgewogene Ernährung mit regionalen Produkten wichtig. Nicht zuletzt, um seinen Vitaminhaushalt und seinen Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Doch neben Grünkohl, Schwarzwurzel und Äpfeln kann es ab und zu auch mal etwas ausgefalleneres Obst und Gemüse sein. Zum Beispiel in Form einer Litschi.

Die Litschi ist die Frucht des Litschi-Baums, der seinen Ursprung in China hat. Mittlerweile ist die List der Produzentenländer um einiges gewachsen, auch Australien, Brasilien oder Madagaskar exportieren die Früchte zu uns. Dadurch ist es auch möglich, das ganze Jahr über frische und reife Litschis zu kaufen.

Der Litschi-Baum gehört zur Gattung der Litschi und zur Familie der Seifenbaumgewächse. Der Baum wächst recht langsam, kann aber ein Alter von bis zu 2000 Jahren erreichen. Ist der Baum gesund und schon etabliert, kann er bis zu 150 Kilogramm Früchte pro Jahr produzieren.

Die Frucht des Baums, die verschiedene Schreibweisen wie etwa Litschi, Litchi oder Lychee kennt, sieht auf den ersten Blick nicht aus, als wäre sie essbar. Denn sie hat eine stachelige, rosa gefärbte Schale. Doch darunter befindet sich ein weißer, süßlich-sauer schmeckender Samenmantel, der nicht nur gut schmeckt, sondern auch gesund ist. Ein weiterer Pluspunkt des Samenmantels ist sein starker Duft nach Rosen. Neben dem Geschmack ist die Frucht auch aufgrund ihrer Inhaltsstoffe für uns interessant:

  • Vitamin C
  • Spurenelement Kupfer, das unser Immunsystem stärkt
  • Mineralstoffe

Im Inneren des Samenmantels finden Gartenfreunde einen kleinen, harten Samenkern. Dieser Samenkern ist für die Vermehrung der Litschi am wichtigsten.

Litschi vermehren: Mit dieser Anleitung gelingt die Anzucht Schritt für Schritt

Um sich selbst einen kleinen Litschi-Baum im Wohnzimmer zu ziehen, benötigen Gartenfreunde als Erstes mehrere, frische und reife Litschi-Früchte. Ein Kauf von unreifen Litschi-Früchten ist nicht zu empfehlen*. Haben Pflanzenfans den Samenmantel abgegessen, müssen sie den Kern vorsichtig vom restlichen Fruchtfleisch trennen und säubern. Dann kommt er in ein heißes Wasserbad, um seine Keimung voranzutreiben. 50 bis 60 Grad Celsius sollte das Wasser haben und die Kerne sollten etwa zwanzig Minuten darin liegen.

In der Zeit bereiten Gartenfreunde den zukünftigen Platz der Litschi-Kerne vor. Dafür nehmen sie Anzuchterde, die sich auch gut selbst herstellen lässt, und für jeden Kern einen kleinen Topf. Die Anzuchterde füllen sie in den Topf und legen den Kern horizontal darauf, wonach sie ihn etwas drei Zentimeter dick mit Erde bedecken.

Nun braucht der Topf einen hellen und warmen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Perfekt ist ein Platz, an dem es keinen Durchzug gibt und die Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius liegen. Am besten gedeiht die Pflanze, wenn sie nicht zu feucht ist, aber auch nicht austrocknet. Es hilft, die Erde in gleichmäßigen Abständen mit kalkarmen Wasser zu besprühen. Litschi-Früchte dürfen Gartenfreunde leider nicht erwarten, denn die Bäume tragen in unseren Breitengraden keine Früchte.

Nach rund zwei Wochen sollten Gartenfreunde die ersten Resultate der Anzucht sehen. Viel Helligkeit ist in der nächsten Zeit besonders wichtig für die Entwicklung der Pflanze. Pflanzenfans sollten aber dringend darauf achten, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Sonst verbrennen die zarten Blätter schneller, als sie wachsen können. Bald darauf ist es Zeit, dass die kleine Pflanze in einen größeren Topf umzieht und dort mit mehr Platz weiter gedeiht. In einem schönen Kübel fühlen sich die Litschi-Pflanzen dann auch auf unserem Balkon wohl. Im Winter müssen sie jedoch in ein Winterquartier. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © CSH via www.imago-images.de

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