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Indoor Gardening System: So können auch Sie im eigenen Zuhause einen Garten haben

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Von: Jasmin Pospiech

Eine Hand hält ein Bündel Kräuter.
Dank Indoor-Pflanzsystemen haben Sie auch im Winter immer Kräuter zur Hand. © Franziska Gabbert/dpa

Wer keinen Balkon oder Garten besitzt, muss aufs Gärtnern nicht verzichten. Abhilfe schaffen hier sogenannte Indoor-Pflanzsysteme. Doch können die auch was?

Uppsala, Schweden – Selbst im Winter frische Kräuter und Salate? Das geht mit einem Indoor-Garten. Mithilfe von smarten Pflanzsystemen fürs Haus soll die Ernte das ganze Jahr über möglich sein. „Indoor Gardening“ boomt aktuell – besonders bei Großstädtern, Rentnern oder Studenten ohne eigenen Balkon und/oder Garten. 

Smart Indoor Gardening: Wie Sie mit Pflanzsystemen das ganze Jahr über ernten

Schließlich lassen sich die Pflanzsysteme praktisch überallhin stellen, bevorzugt auf dem Küchentisch oder der Fensterbank. So lassen sich Nutzpflanzen, aber auch Tomaten oder Paprika im „Urban Garden“ in den eigenen vier Wänden anbauen.

Die Indoor Gardening-Systeme beinhalten spezielle LED-Lampen, die für Petersilie, Schnittlauch & Co. das so wichtige Tageslicht ersetzen und sie selbst in dunklen Räumen gedeihen lassen. Zudem nehmen Ihnen die Smart Garden-Systeme die Arbeit ab und versorgen die Pflanzen vollautomatisch mit Wasser, Licht und Nährstoffen.

Viele Unternehmen bieten bereits Komplett-Sets in unterschiedlichen Größen und Features an, darunter Plantui aus Finnland oder Bosch aus Deutschland. Darin enthalten: Systemlösungen mit Samenkapseln, automatischer Bewässerung und Beleuchtung. So findet sich für jedes Eigenheim (ob Großfamilie oder Single-Haushalt) das richtige Smart-Garden-System.

Die intelligenten Pflanzsysteme basieren auf sogenannter Hydroponik. Dabei handelt es sich um eine Art Gartenbau und einer Untergruppe der Hydrokultur. Das bedeutet konkret, dass Kräuter & Co. nicht im Boden wachsen, sondern in einem Wasserlösungsmittel wurzeln.

Die Wurzeln werden mithilfe dieser Technologie optimal belüftet und vom System nach Bedarf automatisch mit Nährstoffen versorgt. Das spart Zeit und Aufwand. Außerdem sollen die Pflanzen auf diese Weise schneller wachsen und so auch nach nur wenigen Wochen geerntet werden.

Smarte Pflanzensysteme im Vergleich: Ikea trumpft mit „Växer“ auf – zum kleinen Preis

Einziger Haken: Die smarten Pflanzensysteme sind relativ teuer. Günstiger ist dagegen wieder einmal das schwedische Möbelhausimperium Ikea, das von Ingvar Kamprad (92, † 2018) 1943 gegründet wurde. Dieser hat eine Indoor-Garden-Linie namens „Växer“ in Zusammenarbeit mit der Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala entwickelt.

Seit Sommer 2016 ist das Pflanzensystem auf dem Markt. Für etwa 80 Euro kann man sich alle Bauteile zusammenstellen und sogleich loslegen. Auch in diversen Tests hat das Ikea-Pflanzensystem durchweg sehr gut abgeschnitten.

Aber auch zwei deutsche Start-ups haben eigene Smart-Indoor-Gardening-Systeme am Start. Das Team von Agrilution aus München bietet einen Kubus mit Pflanzschubladen, Bewässerung und Beleuchtung an, der sich als festes Element in Einbauküchen integrieren lässt. Getreu dem Motto „Dein intelligentes Vertical Farming System für zu Hause“ handelt es sich hierbei um eine Art Kühlschrank mit optimalen Bedingungen für das Indoor Gardening.

Das Berliner Start-up Infarm dagegen arbeitet mit Hotels, Restaurants und Supermärkten zusammen. Dort werden kleine Gewächshäuser mit Hydrokultur direkt in den Großküchen und Verkaufsräumen installiert.

Indoor Farming „Do it yourself“: So geht’s günstig und schnell 

Wer lieber selbst basteln möchte, der kann sich auch an der „Do it yourself“-Variante probieren. So reicht es auch aus, sich Pflanzenregale mit LED-Strahlern aus Baumarkt-Materialien zu bauen. Statt Hydrokultur bleibt es dann beim klassischen Blumentopf, der jeden Tag gegossen werden muss. Dafür spart man sich viel Geld – und behält sich das ursprüngliche Gefühl des Gärtnerns bei.

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