Eine Dachterrasse in der Stadt.
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Dachgärten und Dachbegrünung in Städten nehmen immer mehr zu.

Dachgarten und Terrassengestaltung

Dachgarten-Architektur: Tipps zum Grundriss, Aufbau und Pflege eines Dachgartens

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Dachgärten werden nicht nur in Städten immer beliebter. Gerade neue, funktional geplante Objekte im Bauhaus-Stil bieten ideale Voraussetzungen für die Dachgartengestaltung.

  • Dachgärten werden vor allem in Städten immer beliebter
  • Dachgärten können individuell gestaltet werden
  • Ein Dachgarten ist nicht immer gleichzusetzen mit einer Dachterrasse

Hamburg – Ein Dachgarten ist in vielen Fällen eine als Garten gestaltete Dachterrasse. Um einen Dachgarten anlegen zu können, bedarf es eines Flachdaches, beziehungsweise einer flachen Dachfläche. So sind Bungalows mit ausreichender Tragfähigkeit und Entwässerungsmöglichkeiten ideal, um einen Dachgarten anzulegen. Seit einigen Jahren gibt es den Trend, dass Privathäuser in Städten wie auch im ländlichen Raum zunehmend als flache Bauten geplant werden. Somit schreitet auch der Trend für Dachterrassen und Dachgärten weiter voran. Vor allem Häuser, die im sogenannten Bauhausstil geplant werden, bieten ideale Startbedingungen für einen solchen Garten oder eine begrünte Dachterrasse.

Dachgärten in Städten wirken sich positiv auf das Klima aus

In immer mehr Städten innerhalb Deutschlands wird mittlerweile die Begrünung von Dachflächen gefördert. Dabei sehen begrünte Dächer nicht nur gut aus, sondern können sich auch finanziell lohnen. Vor allem im dichten urbanen Raum wirken sie als natürliche Klimaanlage und fördern ein positives Stadtklima.

Der Grund: Durch die Begrünung der Dachfläche heizen sich Gebäude und Dach bei starker Sonneneinstrahlung nicht so schnell auf, zudem wird auch die Bausubstanz vor weiteren Umwelteinflüssen geschützt. Auch Insekten finden hier Lebensraum und Nahrung, wie der NDR auf seiner Website erklärt.

Dachgärten als gesellschaftlicher Treffpunkt

Dachgärten eigenen sich nicht nur für Einfamilienhäuser, sondern können natürlich auch bei größeren Wohnanlagen realisiert werden. Vor allem in Städten mit wenig Grünflächen können diese die Lebensqualität der Bewohner deutlich steigern. So kann der Dachgarten als Treffpunkt für Bewohner dienen oder einfach als Rückzugsort, um sich vom hektischen Stadtleben zu erholen.

In Berlin-Friedrichshain wurde zum Beispiel auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern ein Gemeinschaftsgarten auf dem Dach angelegt, der nicht nur als Rückzugsort dient, sondern auch als gesellschaftlicher Treffpunkt fungiert. Wer keinen eigenen Dachgarten oder Balkon hat, kann auch öffentlich zugängliche Dachgärten besuchen, die sich in den Metropolen Deutschlands finden. Hierbei handelt es sich dann meist um Restaurants mit Terrasse.

Wie kann ich einen Dachgarten anlegen?

Ein Dachgarten kann individuell gestaltet werden. Für Hauseigentümer, die mit möglichst wenig Pflege des Dachgartens auskommen wollen, eigenen sich Wildblumen und zum Beispiel wilde Kräuter, Rosmarin oder Thymian. Alternativ können auch Glockenblumen, Scharfgabe oder Margeriten auf dem Dach gepflanzt werden.

Von Pflanzen mit starkem Wurzelwuchs ist hingegen dringend abzuraten. Diese können durch ihr Wurzelwerk die Dachstruktur erheblich beschädigen. Natürlich kann der Dachgarten oder die Dachterrasse auch deutlich aufwändiger gestaltet werden. So kann die Dachfläche nach individuellen Wünschen in verschiedene Abschnitte unterteilt werden, die jeweils unterschiedliche Gestaltung aufweisen.

Neben Rasenflächen können auf dem Dach kleine Bäume oder Stauden in Töpfen gepflanzt werden. Des Weiteren bietet es sich an, Terrassenplatten zu verlegen, um so auch einen geeigneten Untergrund für Sitzmöbel zu schaffen. Auch für Hochbeete sind flache Dachflächen ideal, um darin zum Beispiel selbst Gemüse anzubauen. Neben Hausdächern eigenen sich auch Carports hervorragend zur Begrünung.

Für viele sicherlich verwunderlich: Auch auf einer Garage ist eine Dachbepflanzung sehr gut möglich. Alles was dazu gebraucht wird, findet sich im Baumarkt.

Dachterrasse: Das müssen Sie beachten

Wer seine Dachterrasse bepflanzen möchte, sollte sich zunächst überlegen, ob es Hochbeete, Pflanzen in Kübeln oder richtige Beete werden sollen. In jedem Fall darf das Dach nicht beschädigt werden und nach unten hin muss alles wasserdicht sein, dabei dürfen die Pflanzen aber nicht dauerhaft zu nass werden. Pflanzen, Erde und Material müssen außerdem transportiert werden. Auch Aspekte wie der Abtransport von Abfall – hier kann sich ein Kompost lohnen – und die Überwinterung der Pflanzen sollten die Hobbygärtner bedenken.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten:

  • sogenannte Kletterpflanzen als Spalier
  • Sichtschutz/Windfang mit Blumentöpfen, um den Dachgarten abzugrenzen
  • Bepflanzung mit immergrünen Gehölzen wie Kirschlorbeer oder Buchsbaum
  • Als gestalterische Elemente und Deko können Windräder, Wimpel oder Bänder dienen

Pflege eines Dachgartens

Je nach Gestaltung des Dachgartens ist die Pflege mehr oder weniger aufwändig. So lassen sich auf dem Dachgarten bepflanzte Kübel deutlich einfacher pflegen als etwa Beete. Sollte der Boden des Daches mit Bodendeckern bepflanzt sein, müssen diese hin und wieder ausgedünnt werden. Da der Platz auch auf einen Dachgarten begrenzt ist, sollten dort, falls vorhanden, Büsche und Sträucher stets zurückgeschnitten werden. So können sie nicht zu sehr in die Höhe wachsen und vom Wind ausgerissen werden.

Ganz essenziell für alle Pflanzen ist die Wasserversorgung. Ein Dachgarten hat oftmals nicht genügend Staunässe, sodass es Sinn machen kann, ein automatisches Bewässerungssystem zu integrieren. Um den Dachgarten stets schön aussehen zu lassen, ist es hin und wieder notwendig, Beete vom Unkraut zu befreien.

Pflege der Dachterrasse

Bei Dachgärten mit einer integrierten Dachterrasse sollte auch gelegentlich eine gründliche Reinigung des Bodenbelages erfolgen. Hierfür eigenen sich meist schon einfache Putzmittel und -utensilien wie Schrubber, Spülmittel und kräftiges Schrubben.

Vom Einsatz eines Hochdruckreinigers ist abzuraten, da dieser die Fugen der Terrassenplatten oder auch die Beschichtungen beschädigen kann. Auch chemische Reinigungsmittel sollten auf keinen Fall verwendet werden, da diese in Rasenflächen und Beete gelangen könnten. In den Wintermonaten ist es zudem ratsam, die auf der Dachterrasse vorhandenen Möbel einzulagern.

Dachgarten gleich Dachterrasse?

Ein Dachgarten ist nicht das Gleiche eine Dachterrasse. So sollten Eigentümer beim Kauf einer Immobilie zwischen diesen Begrifflichkeiten unterscheiden. Eine Dachterrasse kann vollständig genutzt werden und es ist möglich, diese zu betreten und sich dort aufzuhalten. Bei einem Dachgarten hingegen ist das nicht zwangsläufig der Fall. Laut eines Urteils des Oberlandesgerichtes Koblenz sollte der Käufer wissen, dass ein Dachgarten nur eine gärtnerische Kulisse ist, wohingegen eine Dachterrasse im vollen Umfang nutzbar sein müsse. So besteht ein Dachgarten auch häufig nur aus Dachgartensubstrat, auf dem verschiedene Pflanzen gedeihen können.

Gestaltung einer Terrasse

Sollte ein Dachgarten aufgrund der Dachstruktur nicht realisiert werden können, lässt sich auch eine klassische Terrasse sehr individuell gestalten. Vor allem für Eigentümer mit Spitz- oder Satteldach ist ein klassischer Dachgarten leider nicht möglich. So bietet hier die Terrasse integriert in den eigenen Garten eine gute Alternative. Für Inspirationen für die eigene Terrasse lohnt sich bereits ein kurzer Blick in die zahlreichen Blogs im Internet.

Markantes Merkmal einer Terrasse ist stets der Bodenbelag, dieser kann je nach Wunsch aus Steinplatten, Verbundwerkstoffen oder auch ganz klassisch aus Holz bestehen. So wirkt eine Gestaltung aus Natursteinelementen zwar sehr hochwertig, kann auf der anderen Seite aber auch als kühl wahrgenommen werden. Hier kommt es also ganz auf den individuellen Geschmack an. Auch kann die Terrasse mit Fliesen oder Terrassendielen aus Parkett sowie anderen Materialien ausgestattet werden. Als Terrassenüberdachung empfehlen sich vor allem Holzkonstruktionen oder etwa eine einfache Markise.

Einrichtung der eigenen Terrasse

Auch bei der Einrichtung der Terrasse kommt es auf die eigenen Vorlieben an. Wie es auch schon für den Garten gilt, sind Möbel und dekorative Elemente das A und O einer gemütlichen, einladenden Terrasse. Vor allem Holzmöbel untermalen oftmals einen rustikalen Charakter und laden zum Verweilen ein. Andererseits können sie aber auch als sperrig wahrgenommen werden.

Alternativ kann die Gartenterrasse auch mit Echtholzmöbeln oder einer Sitzecke ausgestattet zu einer wahren Wohlfühloase werden. Für alle, die gerne selbst tätig werden, können zudem Paletten zum Blumen- oder Kräuterbeet auf der eigenen Terrasse umgewandelt werden.

Um für ausreichend Privatsphäre zu sorgen, ist ein Sichtschutz meist unumgänglich. Hierzu eigenen sich Holzwände, etwa als Pergola oder auch Bambus-Verkleidungen. Verschiedene bepflanzte Blumentöpfe bringen noch mehr Urlaubsatmosphäre, während kleine Details wie Lichterketten oder andere Dekorationen die eigene Dachterrasse zum echten Hit machen können.

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