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Naschobst für den Balkon: Säulenobst und Obstbaum auf dem Balkon

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Von: Anna Katharina Küsters

Man sieht ein Paar Hände, eine Hand hält einen Korb voll mit frischen Erdbeeren, die andere Hand hebt vorsichtig noch nicht gepflückte Erdbeeren von einem Strauch empor (Symbolbild).

Beim Anpflanzen kommt es darauf an, möglichst unterschiedliche Erdbeersorten zu pflanzen, um die Ernte über einen langen Zeitraum zu strecken (Symbolbild). © dpa / Hauke-Christian Dittrich

Obst auf dem Balkon anpflanzen ist leicht und die bunten Früchte bringen Farbe unter die Balkonpflanzen. Kräuter und Gemüsepflanzen mögen das Obst zudem als Nachbarn.


London – Süße Erdbeeren, saftige Aprikosen und knackige Heidelbeeren einfach vom Balkon naschen – ein verlockender Gedanke im Sommer. Jeder Balkonier kann seinen Balkon mit ein paar Kniffen und Tricks und den richtigen Balkonpflanzen auch leicht selbst in ein Obst-Paradies verwandeln. Gemüsepflanzen und Kräuter lassen sich so mit süßem Obst auf dem Balkon ergänzen.

Obst vom Balkon: Dieses Obst gehört auf den Balkon

Die unschlagbaren Obst-Klassiker auf dem Balkon sind:

Bei den Erdbeeren gibt es viele Sorten, die gut kombiniert über einen langen Zeitraum Früchte tragen. Früh im Jahr reifen beispielsweise die Erdbeeren „Mieze Nova“ und „Polka“, im Spätsommer sind dann „Mara des bois“ dran. Die Balkonpflanze wächst hervorragend in Balkonampeln oder im Blumenkasten, wo sie sich besonders neben Kräutern wie Dill, Melisse und Kamille und anderen Gemüsepflanzen wohlfühlen.

Auch bei Beerensträuchern wie Heidelbeeren sollten Balkonfans auf die kleinwüchsigen Arten zurückgreifen. Laut des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) eignen sich zum Beispiel die Sorten „Putte“ oder „Emil“ dafür gut. Auch wenn Heidelbeeren selbstbefruchtend sind, ist es gut, mindestens zwei Sträucher zu kaufen. So steigt die Chance auf eine reiche Ernte. Zwei Sträucher wachsen gut in einem geräumigen Topf, der etwa 50 Liter umfassen und mit saurer Erde gefüllt sein sollte. Ebenfalls gut zu wissen: Der obere Teil der Heidelbeeren ist frostfest, Schutz brauchen bei niedrigen Temperaturen nur die Wurzeln. Melone, Zitronen und Weintrauben sind seltener, lassen sich aber auch beim Urban Gardening kultivieren.

Obst vom Balkon: Säulenobst auf dem Balkon

Ein Baum auf dem Balkon ist durchaus möglich, wenn Balkon-Gärtnerinnen und -Gärtner die richtige Sorte auswählen. Zu empfehlen sind vor allem Säulenpflanzen, denn sie wachsen nach oben und nicht in die Breite. Auch von Kräutern und Gemüsepflanzen gibt es diese hochwachsenden Varianten. Bei Äpfeln bieten sich zum Beispiel die Sorten „Ballerina“ und „La Torre“ an. Einen besonderen Schnitt benötigen diese Balkonpflanzen nicht, einzelne querschießende Triebe lassen sich schnell entfernen. Bei Kirschbäumen können Gärtnerinnen und Gärtner auf Sorten wie „Schneider Späte“, „Jachim“ oder „Claudia“ zurückgreifen. Die Bäume brauchen teilweise ein passendes Gegenstück, da nicht alle Obstbäume selbstbestäubend sind.

Unter den Aprikosenbäumen wachsen besonders die Sorten „Fruttoni Apricompakt“ nach oben und bei den Birnen die Sorten „Concorde“ oder „Decora“. Ursprünglich stammt das Wort Aprikose aus dem Lateinischen vom Wort „praecox“, was frühreif bedeutet. Im Laufe der Jahrhunderte schlich sich aber in der europäischen Etymologie ein Fehler ein: John Minsheu (67, † 1627) aus London leitet in seinem Lexikon Aprikose zum Beispiel vom lateinischen „in aprico coctus“, also „sonnengereift“, ab.

Obst vom Balkon: Pflanzen, Deko, Lagerung

Wie bei allen Balkonpflanzen in Kübeln, Töpfen oder Hängekörben gilt auch hier: nicht bei der Größe sparen, denn die Wurzeln brauchen Platz und nährstoffreichen Boden. Auch die Wasserabfuhr in den Kübeln muss, wie auch bei Kräutern und Gemüsepflanzen, auf dem Balkon gewährleistet sein, sonst bildet sich zu schnell Staunässe.

Laut dem Bundeszentrum für Ernährung können Erdbeeren im Juli und August ins Beet, manche Sorten vertragen aber auch eine Einpflanzung im Frühjahr. Heidelbeeren, Apfel- und Aprikosenbäume können hingegen im Frühjahr und im Herbst angepflanzt werden.

Das geerntete Obst kann dann nicht nur als Leckerbissen, sondern in einer Etagère oder in einem bunten Obstkorb auch als Deko dienen. Auch die zeitweise Lagerung und Aufbewahrung des Obstes ist möglich. Meistens lagert das Obst am besten bei etwa zehn Grad. Dabei sollten Gärtnerinnen und Gärtner aber aufpassen, dass zum Beispiel Äpfel nicht zu nah an anderem Obst liegen. Sie geben das Gas Ethylen ab, was anderes Obst schneller reifen lässt. Heidelbeeren, Aprikosen und Birnen können zudem problemlos im Kühlschrank lagern.

Obst vom Balkon: Diese Speisen versüßt das Obst

Der Naschbalkon heißt nicht umsonst so. Wer viel Obst auf dem Balkon anpflanzt, kann sich im Frühjahr, Sommer und Herbst seinen süßen Happen der Balkonpflanzen für Zwischendurch einfach abpflücken und vielleicht noch mit etwas Sahne oder Eis aufpeppen. Aber auch neben dieser sehr einfachen Variante, gibt es zahlreiche andere Rezepte mit den kleinen und großen süßen Leckerbissen.

So lässt sich aus Erdbeeren gut ein Erdbeerkuchen aus Mürbeteig backen, Holunderbeeren schmecken auch als Marmelade. Aprikosen passen durchaus auch zu Hauptgerichten wie zu einer Hähnchen-Reis-Pfanne oder Schweinefilet mit Fenchel-Aprikosen-Gemüse. Und ein Obstsalat mit Kräutern aus Minze und Zitronensaft schlägt sicherlich auch kein Besuch ab. Wer einen Entsafter besitzt, kann sich auch einen bunten Fruchtcocktail zubereiten, dabei aber immer bedenken: Das Obst, auch wenn es vom Balkon ist, gründlich waschen. So fällt der Verzicht auf Obst in Dosen leicht.

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