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Alles rund um Balkonpflege: Was Blumen, Kräuter und der Balkonboden wirklich brauchen

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Von: Anna Katharina Küsters

Eine Frau kniet auf ihrem Balkon und streicht mit einem dicken Pinsel, der im Vordergrund ist, das Balkongeländer (Symbolbild).
Zur Balkonpflege gehört nicht nur das Gießen und Umtopfen, sondern auch die Pflege der Möbel und des Balkonbodens (Symbolbild). © Andrea Warnecke/picture alliance/dpa

Ob Holzfliesen oder Betonboden: Bei der Balkonpflege geht es nicht nur um das Kräuter anpflanzen und Blumen gießen, sondern auch um Boden- und Möbelpflege.

Berlin – Ein schöner Balkon mit Blumen- und Kräuterpracht wächst nicht über Nacht, sondern braucht Zeit, Muße und ganzjährige regelmäßige Pflege. Bei der Balkonpflege fallen nicht nur tägliche Aufgaben wie Gießen von zum Beispiel Petunien an, sondern auch die Pflege von Kübelpflanzen wie der Akazie und das Ölen von Holzfliesen. Auch Kräuter anpflanzen und neue Blumen säen gehört dazu. Das klingt zu Beginn viel, es lässt sich aber schnell ein Überblick über die Aufgaben gewinnen.

Balkonpflege: Petunien und Primeln – die richtige Pflege auf dem Balkon

Natürlich gibt es noch viel mehr Balkonblumen, aber für den Einstieg in die Balkonpflege ist ein kurzer Blick auf Petunien, Primeln, Rosen und Ranunkeln gut geeignet.

Petunien sind als Balkonpflanze äußerst beliebt. Sie sollten einen windstillen Sonnenplatz auf dem Balkon bekommen – die Blumen brauchen Wärme und Sonne, um viele Blüten zu entwickeln und leiden unter Nässe und Kälte. Um optimale Bedingungen zu schaffen, empfiehlt es sich, Petunienerde für die Blumentöpfe zu kaufen. Ihr pH-Wert liegt bei etwa 5,5 und lässt die Blume gut gedeihen.

Primeln sind sonnenscheuer, sie bevorzugen Halbschatten. Die teils winterharten Blumen schmücken schon früh im Jahr den Balkon mit ihren bunten Farben. Sie mögen feuchte und nährstoffreiche Blumenerde. Allergiker sollten jedoch aufpassen: Fast alle Primelarten tragen das Kontaktallergen Primin in sich, daher sollten Gärtnerinnen und Gärtner immer Handschuhe beim Ein- und Umtopfen tragen.

Balkonpflege: Rosen und Ranunkeln – die richtige Pflege auf dem Balkon

Zu den Balkon-Dauerbrennern gehören neben Akazie und Petunien auch Rosen und Ranunkeln. Die Rose ist eine der bekanntesten Blumen überhaupt und hatte schon immer viele Verehrerinnen und Verehrer – so zum Beispiel auch die Frau Napoleons (51, † 1821) sowie Kaiserin Joséphine de Beauharnais (50, † 1814), die ihren Garten mit Rosen schmückte und die europäische Rosenzüchtung maßgeblich voranbrachte. Mit Blick auf den Balkon ist es wichtig, beispielsweise Topfrosen nicht zu früh im Jahr zu düngen, die Blüte sollte im Juni vorbei sein. Früheres Düngen kann dazu führen, dass die Wurzeln zu wenig wachsen. Auf dem Balkon sollten sie einen luftigen Platz mit Sonne zugeteilt bekommen.

Die Schattenplätze auf dem Balkon fallen eher den Ranunkeln zu. Dafür eignet sich gut ein Platz an der Balkonwand. Die Erde der Ranunkeln muss immer feucht sein, egal, ob sie im Kasten, Topf oder Kübel stehen. Das bedeutet im Sommer: Balkonbesitzer kommen um tägliches Gießen nicht herum. Im Winter sollten die Knollen aus der Erde geholt werden und einen Platz im Keller finden.

Balkonpflege: Baum- und Pflanzenpflege – Orangenbaum und Pfirsichbaum

Einen Balkon können neben Blumen wie Petunien aber durchaus auch Bäume schmücken, zum Beispiel eine kleine Akazie, ein Orangenbaum oder Pfirsichbaum. Beim Orangenbaum muss man allerdings einiges beachten: So sollte ein heller Topf aus Terrakotta oder Holz sein Zuhause auf dem Balkon sein – in dunklen Töpfen besteht die Gefahr, dass die Wurzeln bei Sonneneinstrahlung zu schnell austrocknen. Sobald der letzte Frost vorüber ist, darf der Baum wieder auf den Balkon und benötigt nicht viel Wasser. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk ist alle zwei bis vier Jahre ein Umtopfen des Organgenbaums nötig.

Ein Pfirsichbaum auf dem Balkon nimmt einigen Platz in Anspruch. Richtwert ist ein Topf, der etwa 25 Liter fasst. Die Blumenerde darin sollte Kalium und Stickstoff enthalten. Als Standort auf dem Balkon empfiehlt sich eine überdachte Ecke, die zwar hell ist, den Baum aber vor direkter Mittagshitze und Sonneneinstrahlung schützt. Im Winter müssen Pfirsichbäume drinnen stehen, sie sind nicht winterhart.

Balkonpflege: Kräuter pflanzen – Petersilie und Rosmarin auf dem Balkon

Rosmarin und Petersilie sind für Kräuterliebhaber nicht vom Balkon wegzudenken. Welche Kräuter auf den Balkon kommen, entscheidet aber meist der Gaumen: Das, was schmeckt, bekommt auch einen Platz. Fast alle Kräuter benötigen eine große Portion Sonne, um ihre Aromen zu entfalten. Sie bevorzugen Erde aus einem Drittel Sand, normaler Gartenerde und Reifkompost. Petersilie braucht in der Regel mehr Wasser als Rosmarin.

Der große Vorteil an Kräutern auf dem Balkon ist, dass viele davon winterhart sind. So zum Beispiel:

Balkonpflege: Was brauchen Peperoni und Paprika – Gemüse auf dem Balkon

Auch auf dem Balkon können Gärtnerinnen und Gärtner Gemüse bestens heranziehen. Peperoni und Paprika gedeihen beide beispielsweise mit der richtigen Pflege prächtig.

Peperoni sind sehr robuste Pflanzen. An einem windstillen und trockenen Platz fühlen sie sich am wohlsten. Wer ein kleines Gewächshaus auf dem Balkon hat, packt die Peperoni am besten dorthin. Grundsätzlich gilt, dass Peperoni viel Wasser brauchen – wichtig dabei: nie die Blätter benässen, sondern nur den Pflanzenballen.

Für die Paprika sind Licht und Wärme unverzichtbar. Sie benötigt im Topf viel Platz und wächst am besten in der Nähe der Hauswand, wo sie vor Wind geschützt ist. Egal, ob Balkonbesitzer die Paprika selbst hochziehen oder eine Jungpflanze kaufen: Ab einer bestimmten Größe hilft den Pflanzen eine Bambusstange, um stabiler in die Höhe zu wachsen.

Balkonpflege: Pflege für immergrüne Kübelpflanzen

Zu Beginn des Jahres - etwa von Januar bis April - sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner sich unter anderem mit der Pflege der immergrünen Kübelpflanzen befassen. Die immergrünen Kübelpflanzen, die auf dem Balkon draußen überwintern können, benötigen auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig Wasser. Besonders die späten Vormittagsstunden eignen sich dafür, da zu dieser Zeit die Sonne die Erde schon etwas erwärmen konnte. Wichtig dabei: Das Gießwasser und die Erde im Kübel sollten etwa die gleiche Temperatur haben – diese liegt zwischen acht und 15 Grad.

Da die immergrünen Kübelpflanzen im Winter so wenig Wasser benötigen, schadet auch kalkhaltiges Leitungswasser nicht. Winterschutzabdeckungen wie Jutesäcke oder ein Vlies um die Zweige sowie eine Luftpolsterfolie über den Wurzeln müssen beim Gießen möglichst trocken bleiben. So können aufgrund von Frost an den Pflanzen keine Schäden entstehen. Wenn der April näher rückt, sollten eventuell erfrorene Triebe und Blätter abgeschnitten werden. Kübelpflanzen wie die Akazie sind nicht winterfest und müssen in der kalten Jahreszeit ins Haus oder die Wohnung geholt werden.

Balkonpflege: Rückschnitt von Balkonpflanzen

Zum A und O der Balkonpflege im Frühjahr gehört auch der Rückschnitt mancher Pflanzen – egal, ob sie draußen oder drinnen überwintert haben. So müssen Buchsbaum, Lavendel und Akazie zum Beispiel im April komplett beschnitten werden. Auch der nicht zimperliche Rückschnitt von Geranien empfiehlt sich vor deren Umzug in frische Balkonkästen. Der Olivenbaum verlangt sogar nach mehrfachem Rückschnitt: Sowohl im März, im Juni als auch noch mal Ende August tut dem Baum auf dem Balkon die Schere gut. Da ein Überschuss an Nährstoffen dem Olivenbaum zu schaffen macht, braucht er nach dem Rückschnitt erst mal keinen Dünger.

Balkonpflege: Reinigung des Balkonbodens

Zum Frühjahr gehört neben sprießenden Blumen, Kräutern und anderen Pflanzen auch der Frühjahrsputz des Balkonbodens. Dabei kommt es auf das Material des Bodens an: Ein Balkon, der mit Holzdielen beziehungsweise Holzfliesen aus beispielsweise Akazienholz belegt ist, bleicht über die Zeit hinweg unter Sonneneinstrahlung aus. Bei Regenwetter hingegen saugen die Holzfasern das Wasser auf und können aufquellen.

Daher ist zuerst eine allgemeine Reinigung sinnvoll: Dafür sollten Sie aber keine Putzmittel verwenden, sondern mit einer Bürste und einer Seifenlauge den Balkon schrubben. Bevor es mit Pflegeöl weiter geht, sollte der Balkonboden ein paar Tage trocknen. Die Pflege schützt das Holz vor Fäulnis, Insektenbefall und auch Schimmel.

Laut Stiftung Warentest sind auch Keramik- oder Terrakottafliesen auf dem Balkon zu empfehlen. Sie sind zwar schwerer zu verlegen, aber pflegeleichter: Kräftig darüber fegen und so den Schmutz zusammenkehren reicht aus. Wer einen Balkonboden aus Beton hat, kann dem Frühjahrsputz beruhigt entgegensehen: Diese Bodenart ist sehr unempfindlich und bedarf nur ein paar ordentlicher Besenstriche.

Balkonpflege: Möbel und Tontöpfe sauber machen

Ab März locken meist die ersten warmen Sonnenstrahlen die Menschen nach draußen – Zeit, seine Balkonmöbel vom Winterschmutz zu befreien. Möbel aus Plastik können mit einem feuchten Lappen abgewischt werden und sind einsatzbereit. Bei Teakholzmöbeln oder Möbeln aus Akazienholz ist Fingerspitzengefühl gefragt: Gegen Ablagerungen von Moos, Algen und Schimmelpilzen hilft in einem ersten Schritt Seife, eine Wurzelholzbürste (keine Drahtbürste) und warmes Wasser. Bei hartnäckigen Flecken kommt der Hochdruckreiniger zum Einsatz, das Akazienholz ist hiervon ausgenommen – dabei sollten Gärtnerinnen und Gärtner aber nie zu nah an die Möbel heran, um das Holz nicht zu schädigen.

Auch einige Töpfe brauchen ab und an eine Auffrischung. Ton- und Terrakottatöpfe bilden im Laufe des Jahres außen meist Kalkkrusten, auch Kalkausblühungen genannt. Den Tontopf in einen großen Wassereimer stellen. Diesen mit einer Mischung aus Wasser und Essigessenz füllen und den Topf darin über Nacht einweichen lassen. Wasser und Essigessenz sollten dabei im Verhältnis 15:1 zueinanderstehen. Am nächsten Morgen lassen sich die Kalkausblühungen mit einem Lappen abwischen.

Balkonpflege: Die Markise richtig reinigen

Zur Balkonpflege gehört neben der Reinigung von Holzfliesen, Petunien, Akazien und Kräutern auch die Pflege der Markise. Das steht zwar meist nur einmal im Jahr an, gelingt mit folgenden Tipps aber noch besser: Bei einfacher Verschmutzung reicht es, die ausgerollte Markise an einem sonnigen Tag mit dem Wasserschlauch abzuspritzen. Dabei keinen Hochdruckreiniger verwenden, da sonst der Markisenstoff leiden könnte. Ohne Wasserschlauch geht es aber auch: das Tuch ausspannen und mit einem weichen, in Seifenlauge getauchten Schwamm vorsichtig von beiden Seiten abwischen.

Bei stärkerer Verschmutzung wie Flecken und Schimmel ist Geduld die Grundvoraussetzung: Es empfiehlt sich, eine Lauge aus Feinwaschmittel und warmen Wasser anzusetzen. Das Tuch muss etwa 20 Minuten darin einweichen. Danach das Ganze mit klarem Wasser auswaschen und trocknen lassen. Bei Schimmel wirkt am besten Essigwasser: im Verhältnis 1:1 anrühren und ein Tuch darin einweichen lassen. Bei Stockflecken kann Backpulver aushelfen: eine dickflüssige Creme mit Backpulver anrühren, auf den Fleck auftragen, etwa 20 Minuten einziehen lassen und danach abwaschen.

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