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Urban Gardening: Anbau von Gemüse, Obst und Kräutern auf dem Balkon – wichtige Vorteile und Tipps

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein Blumenkasten auf einem Balkon, in dem Schnittlauch und Erdbeeren wachen. Eine Hand schneidet die Erdbeerpflanze mit einer kleinen Schere zurück (Symbolbild).

Obst und Kräuter lassen sich leicht auf dem Balkon anbauen (Symbolbild). © DPA Deutsche Presseagentur

Einen großen Garten braucht es für den Anbau von Gemüse und Obst schon längst nicht mehr. Mit den richtigen Gemüsesorten gelingt auch der Anbau auf begrenztem Raum wie dem Balkon.

Bonn – Urban Gardening findet immer mehr Fans in Großstädten und dicht besiedelten Ballungsräumen. Die Anhänger der Bewegung, die auf Deutsch auch den Namen urbaner Gartenbau trägt, sind Kleinst- und Kleingärtner. 

Urban Gardening: Anbau auf dem Balkon schafft Lebensraum  

Urban Gardening steht für eine kleinräumige, gärtnerische Nutzung von städtischen Orten und Plätzen, wie zum Beispiel dem Balkon oder der Dachterrasse.

Mit steigendem gesellschaftlichen Bewusstsein für Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung ist das urbane Gärtnern fester Bestandteil des modernen Stadtlebens geworden. Der Trend bietet viel Spielraum auf unterschiedlichen Interessensgebieten: Umweltbewusste Menschen konzentrieren sich beispielsweise auf das Schaffen von Lebensraum und Nahrungsangebot für die vom Aussterben bedrohten Bienen oder die Kontrolle der eigenen Nahrungskette.

Urban Gardening: Mit dem Anbau Zusammenhalt schaffen  

Wenig Platz ist mittlerweile kein Grund mehr, sich als Städter nicht seinen Traum vom eigenen Anbau zu verwirklichen. Denn süße Erdbeeren, aromatische Kräuter, knackige Gurken oder frische Salate gedeihen auch ohne riesige Beete oder einen besonders ausgeprägten grünen Daumen.

In vielen Städten boomen seit ein paar Jahren Gemeinschaftsgarten-Projekte. Zu erleben, wie die mit eigener Hand gesäten Pflanzen wachsen, begeistert Erwachsene und Kinder und fördert den Zusammenhalt in dem sonst teils anonymen Großstadtleben. Und das Beste kommt zum Schluss: Das eigene Obst und Gemüse oder auch frische Kräuter verleihen dann den eigens gekochten Gerichten das besondere Extra und regt zu neuen Kochkreationen an.

Urban Gardening: Gemüse anbauen auf dem Balkon

Das eigene Gemüse auf dem Balkon zu ernten und frisch zuzubereiten war lange nur Gartenbesitzern vorbehalten. Dabei sind grade viele Gemüsesorten eine tolle Möglichkeit, Pflanzen auch ohne Garten anzubauen. Balkonbesitzer können die Setzlinge einfach im Indoor Garden anziehen und dann zum richtigen Zeitpunkt nach draußen stellen.

Tomaten sind ein unbedingtes Muss für jeden Balkongärtner und jede Balkongärtnerin. Ab Mitte Mai, wenn es nicht mehr friert, dürfen sie nach draußen. Sie eignen sich perfekt für Südbalkone, denn sie lieben einen sonnigen Standort, geschützt vor Regen und Wind. Tomaten benötigen viel Wasser und natürlichen Dünger. Ab einer bestimmten Größe müssen Tomatenpflanzen gestützt werden.

Snackpaprikas sind die kleinen und kernarmen Varianten der bekannten Paprika. Die wärmeliebende Paprika muss vor Regen und Wind geschützt stehen und Gemüseliebhaber sollten sie von unten wässern. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) eignen sich auch Gurken besonders gut für den Einstieg ins Urban Gardening. Die Kletterpflanze wächst nämlich besonders in die Höhe statt in die Breite und benötigt nur einen windgeschützten, sonnigen Platz mit Rankhilfe. Weitere Gemüsesorten, die sich eignen, sind:

Urban Gardening: Süßes Obst zum Naschen anbauen

Eine gute Alternative und Ergänzung zum Gemüse ist der Anbau von Obstsorten auf dem Balkon. Zu den absoluten Lieblingen beim Balkon-Obst gehören Erdbeeren. Sie sind alleine und mit anderen Pflanzen zusammen mit Kräutern wie Melisse oder Kamille in einem Topf immer ein Hingucker. Auf dem Balkon ist es sinnvoll, speziell gezüchtete Erdbeeren für Kübelkulturen zu kaufen.

Andere Beeren für den Balkon sind Himbeeren, Brombeeren oder auch Beerensträucher wie Heidelbeeren. Der Balkon bietet aber auch für sommerlich erfrischende Exoten wie die Melone optimale Bedingungen. Wer tatsächlich zuckersüße Wassermelonen ernten möchte, sollte aber eher auf kleinfruchtige und frühreife Sorten zurückgreifen. Mediterrane Pflanzen wie Weinreben und Zitronen entwickeln sich ebenfalls gut im Kübel. Die Weinrebe braucht viel Sonne und kann gleichzeitig ein guter Sichtschutz sein, da sie schnell wächst.

Urban Gardening: Schnittlauch, Basilikum und Petersilie anbauen

Aromatische Kräuter verfeinern jedes Gericht – angefangen beim Salat über mediterrane Aufläufe bis hin zum Hauptgericht. Für den Balkon eignen sich nahezu alle Kräuterarten, da sie sich alle leicht im Topf ziehen lassen. Viele Kräuter benötigen nicht viel Sonne, sondern bevorzugen einen halbschattigen Standort und wachsen zudem mehrjährig. Für Einsteiger sind vor allem Basilikum, Petersilie und Schnittlauch empfehlenswert.

Basilikum ist besonders schnellwüchsig und vielfältig einsetzbar. Ein sonniger und regengeschützter Standort ist für diese Pflanze empfehlenswert. Auch Schnittlauch eignet sich für Anfänger des Urban Gardenings bestens, da dieser sehr schnell wächst und dazu unkompliziert im Anbau ist.

Urban Gardening: Mehrjährige Kräuterpracht auf dem Balkon

Alle genannten Kräuter benötigen viel Wasser, jedoch sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner Staunässe in den Kästen oder Töpfen vermeiden. Zu beachten sind die jeweiligen Mineralien und Nährstoffe, die die einzelnen Kräuter benötigen – regelmäßiges Düngen ist auch bei den robusten Kräutern wichtig. Die meisten Kräuter vertragen es, ab April auf dem Balkon zu stehen. Grundsätzlich gibt es laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft zwei Kategorien bei Balkonkräutern: einjährige und mehrjährige Kräuter. Zu den mehrjährigen Kräutern gehören zum Beispiel: 

Urban Gardening: Mit dem Anbau nachhaltig leben

Der Trend zum Anbau von eigenem Obst- oder Gemüse bedeutet auch, die Kontrolle und volle Transparenz zu behalten: Beim Indoor Garden oder Urban Gardening auf dem Balkon weiß die Gärtnerin oder der Gärtner alles über die Lieferkette, die Anbaubedingungen und die gegebenenfalls verwendeten Düngemittel. Das beruhigt nicht nur das Gewissen, sondern ist auch gesund.

Und zugleich lernt jeder Pflanzenfreund auch ohne eigenen Garten noch etwas dabei: Zum Beispiel wie die unterschiedlichen Zeitpunkte der Aussaat und Ernte die Jahreszeiten bestimmen und wie sich mit den richtigen Pflanzfolgen und Pflanzenkombinationen auch im Kleinen die Erde nährstoffreich kultivieren lässt. Zudem sehen Gärtnerinnen und Gärtner mit der Zeit, dass sich auch Schädlinge mit der richtigen Pflanzenwahl fernhalten lassen, ohne chemische Mittel nutzen zu müssen.

Dass das Ergebnis des urbanen Gärtnerns nicht nur schmeckt, sondern auch positive Auswirkungen auf den eigenen CO2-Fußabdruck hat, ist für viele umweltbewusste Großstädter ein weiterer überzeugender Vorteil.

Urban Gardening: Empfehlenswertes Zubehör für den Anbau

Ein Balkon muss viele Funktionen erfüllen. Für das urbane Gärtnern bleibt neben Sitz- oder Liegeflächen oft nur wenig Platz. Um trotzdem in den Genuss einer reichen Ernte zu kommen, hilft neben praktischen Tipps auch das richtige Handwerkszeug, um den Platz optimal auszunutzen. Treppenförmige Pflanzbehälter oder modular verschiebbare, vertikale Konstruktionen kommen oft zum Einsatz. Wichtig ist, – im Gegensatz zum normalen Beet – dass Blumen und Pflanzen in jedem Fall vor Staunässe geschützt sein müssen. Die Töpfe sollten deswegen Löcher haben und mit Vlies, Folie oder einer Schotter-Drainage ausgelegt sein. So kann Gießwasser gut abfließen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Nährstoffversorgung. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist besonders darauf zu achten, torffreie Erde zu wählen. Die Quelle für Torf sind Moore, die für die Torf-Gewinnung Schritt für Schritt trocken gelegt werden. Anders als im Gartenbeet empfiehlt sich spezielle Kübelpflanzenerde. Diese enthält poröse Bestandteile, mit denen die Erde luftig und locker bleibt. Somit gelingt eine nährstoffreiche Versorgung. Platzsparende und praktikable Gefäße für den Urban Gardening Balkon sind zum Beispiel:

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