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Unkraut vernichten: Salz und Essig sind nicht überall erlaubt

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Von: Franziska Irrgeher

Unkraut nervt viele von uns. Eine einfache Vernichtungsmethode scheint Salz oder Essig. Doch die Grenze zum verbotenem Pflanzenschutzmittel ist leider fließend.

München – Unkraut, die Pflanzen, die uns jedes Jahr in den Wahnsinn treiben. Wer keinen naturnahen Garten hat, in dem auch Wildpflanzen wuchern dürfen, wird sich über Unkraut ärgern. Eigentlich müsste es Beikraut heißen, das ändert aber nichts daran, dass viele sich davon gestört fühlen. Die Bekämpfung ist zwar erlaubt, doch Essig und Salz sind denkbar schlechte Mittel dafür. Das sind die Gründe.

Unkraut vernichten: Deshalb sind Essig und Salz eine schlechte Idee

Unkraut in Rasen und Beet wird meist per Hand entfernt oder ausgestochen. Die richtige Rasenpflege, Vertikutieren und mehr sorgen außerdem für gepflegtes Grün. Anders sieht es bei Pflasterfugen aus, in der Einfahrt oder gar zwischen den Steinen eines Schottergartens. Wenn Unkraut wächst, wo es die Optik stört, greifen viele zu gängigen Mitteln wie Abflammen, Essig oder Salz. Die letzten beiden Optionen sind aber eine schlechte Idee, denn damit könnten Sie Ärger bekommen.

Rechtlich betrachtet stellen Salz und Essig in der Unkraut-Bekämpfung eine Grauzone dar. Verboten ist es nicht direkt, Ärger kann es dennoch geben. Denn sollte das Ganze vor Gericht kommen, gilt es zu entscheiden, ob selbst gemischte Mittel nun Hausmittel sind oder schon Herbizide, also Unkrautvernichtungsmittel. Denn deren Anwendung ist auf versiegelten Flächen nicht erlaubt.

Versiegelte Flächen sind konkret folgende:

Unkraut vernichten: Die Probleme durch Essig und Salz

Essig wird in Form von Essigessenz mit Wasser gemischt gerne als Hausmittel gegen Unkraut angepriesen. Wer mit Essigessenz putzt, weiß um den stechenden Geruch. Bei Unkraut schädigt der Essig die Zellmembran, Pflanzenteile werden verätzt und auch die Wurzeln nehmen Schaden. Effektiv ist das Mittel allemal, aber leider weiß es nicht, wo das Unkraut aufhört. Wer also einfach Essig oder Essigessenz auf Unkraut kippt, kann damit auch nützliche Pflanzen schädigen. Zumal der Essig im Boden verbleibt und dort Auswirkungen auf den pH-Wert hat.

Salz wirkt ähnlich, jedoch bedarf es für die Unkrautvernichtung einer hohen Konzentration. Durch Salz wird dann die Osmose gestört, Wurzeln und Blätter verdorren als Folge. Aber auch hier gelangt das Salz-Gemisch in den Boden, selbst wenn Sie andere Pflanzen abdecken. Umliegende Pflanzen, die empfindlich auf Salz reagieren, können dann das Wachstum einstellen.

Eine dritte Option ist eine Kombination von Essig und Salz (teils mit Spülmittel), die quasi alle Unkraut-vernichtenden Eigenschaften vereint.

Grundsätzlich sind Pflanzenschutzmittel, die nicht zugelassen sind, verboten. Auch ist der Einsatz auf versiegelten Flächen nicht erlaubt, denn die Mittel könnten ins Grundwasser gelangen. In Gerichtsurteilen bekamen zwar die Angeklagten meist Recht, Salz und Essig sind keine Pflanzenschutzmittel, doch bleibt das Ganze eine rechtliche Grauzone. Viel gravierender ist aber, dass ahnungslose Gärtner bei falscher Anwendung ihre eigenen Zierpflanzen und den Boden nachhaltig schädigen können. Gerade Erdbeeren und Rhododendron wachsen dort dann nicht oder nur schlecht.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Essig und Salz zur Unkraut-Vernichtung sind theoretisch im Beet oder auf anderen nicht versiegelten Gartenflächen erlaubt, wir raten davon aber ab.

Bessere Methoden der Unkraut-Beseitigung sind:

Bei all diesen Methoden ist dennoch Vorsicht geboten aufgrund der Verletzungsgefahr. Für andere Pflanzen stellen sie aber kaum ein Risiko dar und schaden auch dem Boden nicht. Im Sommer sollte dennoch an heißen Tagen vom Abflammen abgesehen werden. Neben der Vernichtung kann auch einfach Unkraut mit nützlichen Pflanzen verdrängt werden, bepflanzen Sie doch die Fugen mit Bodendeckern*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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