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Zweihöcker-Spinnenfresser: Darum ist die Spinne des Jahres 2021 ein Geheimnis

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Von: Anna Katharina Küsters

Der Zweihöcker-Spinnenfresser stellt Forschende noch vor viele Rätsel. Um mehr über das Tier zu erfahren, ist sie zur Spinne des Jahres 2021 gekürt worden.

Putbus – Besonders sympathisch erscheint der Zweihöcker-Spinnenfresser auf den ersten Blick nicht. Doch Tiere müssen glücklicherweise nicht nett und niedlich sein, sondern eine sinnvolle Funktion im Ökosystem übernehmen. Und das macht der Zweihöcker-Spinnenfresser allemal, auch wenn er sich dabei ausschließlich von anderen Spinnen ernährt. Als Spinne des Jahres 2021 gibt es über den Zweihöcker-Spinnenfresser noch vieles zu lernen.

Zweihöcker-Spinnenfresser: Deswegen ist er Spinne des Jahres 2021

Als Familienmitglied der Spinnenfresser hat sich der Zweihöcker-Spinnenfresser, auch Ero furcata genannt, in allen möglichen Gebieten heimisch gemacht. Besonders in Europa ist er an vielen Stellen zu Hause, versteckt sich tagsüber aber so gut, dass er kaum zu entdecken ist. Der Spinnenfresser lebt vor allem in Fichtenwäldern und anderen Orten mit vielen Bäumen, denn es muss genügend Blattwerk geben, unter das sich die Tiere tagsüber zurückziehen können. Wer doch mal eine Spinne im Haus entdeckt, sollte sie rausbringen, ohne sie zu töten*.

Bisher ist wenig über den Zweihöcker-Spinnenfresser bekannt, weswegen ihn die Arachnologische Gesellschaft zur Spinne des Jahres 2021 kürte. Weitere Aspekte, die zur Wahl beitrugen, sind zum Beispiel:

Besonders beim letzten Punkt können Gartenfreunde selbst aktiv werden. Entdecken sie in der Dämmerung oder am Abend einen Zweihöcker-Spinnenfresser oder dessen Kokon, freut sich die Arachnologische Gesellschaft über ein Foto.

Zweihöcker-Spinnenfresser: So erkennen Sie ihn

Den Zweihöcker-Spinnenfresser kennen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bisher wenig, dennoch lohnt sich ein Blick auf das bisher gesammelte Wissen über das Tier. Ein Grund, weswegen bisher so wenig über die Spinne bekannt ist, ist sicherlich auch seine Größte. Die Männchen sind im ausgewachsenen Zustand gerade mal 2,5 bis 3 Millimeter groß, die Weibchen 3,5 bis 4,8 Millimeter. Mit bloßem Auge sind sie also schon schwer zu erkennen. Charakteristisch für den Zweihöcker-Spinnenfresser ist sein zweigeteilter Körper in eine kleinere, vordere Kugel und eine größere, hintere Kugel. Ihren Namen trägt die Spinne aufgrund der Form ihres Hinterteils: Auf ihm sind im vorderen Bereich zwei stumpfe Höcker zu erkennen.

Zu sehen ist ein Zweihöcker-Spinnenfresser auf einem grünen Halm (Symbolbild).
Der Zweihöcker-Spinnenfresser ist nachtaktiv (Symbolbild). © H. Bellmann/F. Hecker/Imago

Das Tier ist nacht- und dämmerungsaktiv, tagsüber sitzt es meist regungslos und eingerollt an Blattunterseiten und ist schwer zu entdecken. Gärtnerinnen und Gärtner können jedoch Erfolg haben und den Kokon des Zweihöcker-Spinnenfressers finden. Der ist etwa vier Millimeter groß, hell und tropfenförmig. Er hängt meist von Zweigen oder Blättern herab. Der Aufbau dieser Eiablage ist besonders spannend: Der Innenraum ist aus feinster Spinnenseide gemacht, dann folgt eine mittlere, festere Schicht, abgeschlossen von einer äußeren, drahtartigen Schicht.

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Zweihöcker-Spinnenfresser: So lebt er

In den präzise hergestellten Kokons liegen zumeist sechs bis acht Eier, aus denen nach der Überwinterung die Jungtiere schlüpfen. Diese reifen bis zum Sommer zu adulten Tieren heran und bauen dann eigene Kokons. Über die Vermehrung der Spinnen ist bisher nichts bekannt.

Dafür ist aber klar, dass sich der Zweihöcker-Spinnenfresser ausschließlich von anderen Spinnen ernährt. Dabei hat er auch Vorlieben, denn meist sind seine Beute Netzspinnen. Dabei macht er es sich besonders einfach und baut gar nicht erst ein eigenes Spinnennetz. Stattdessen sucht er abends Netze von Kugelspinnen auf und täuscht durch Zupfen am Netz einen Beutefang vor. Die Kugelspinne krabbelt dann hervor, woraufhin der Spinnenfresser sie mit einem geschickten Biss ins Bein lähmt und dann aussaugt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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