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Zikaden: So entsteht das laute Zirpen der Insekten im Sommer

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Von: Anna Katharina Küsters

Zikaden sind schwer zu entdecken, dafür umso leichter zu hören. Die Tiere machen im Sommer abends oft mit ihrem lauten Zirpen auf sich aufmerksam.

Berlin – Das Zirpen der Zikaden kennt wohl jeder, der schon mal in einem wärmeren Land in Urlaub war. Doch auch hierzulande verbreiten sich die Tiere immer mehr und sind dann an warmen Abenden lautstark aus dem Garten zu hören. Zikaden unterscheiden sich dabei von Grillen in einigen Punkten und sind weltweit mit mehr als 45.000 Arten vertreten.

Zikaden: So entsteht das laute Zirpen der Insekten im Sommer

Zikaden sehen zwar in den meisten Fällen recht auffällig auf, im Garten müssen Tierfans aber schon gezielt auf die Suche gehen, um die Tiere zu entdecken. Meistens hören Gärtnerinnen und Gärtner Zikaden auch schon, bevor sie sie sehen. Denn wer leise auf seiner Terrasse oder einer Parkbank sitzt, dem zirpt es deutlich vernehmbar aus dem Gebüsch entgegen.

Zikaden lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:

Spitzkopfzikaden haben dabei anders geformte Antennen und Hinterhüften als Rundkopfzikaden. Die bekannteste Spitzkopfzikaden-Art ist wohl der sogenannte Laternenträger (Fulgora laternaria). Früher nahmen Wissenschaftler an, dass der hohle Kopfvorsatz der Zikade leuchte, so entstand sein Name. Das wurde jedoch mittlerweile widerlegt. Rundkopfzikaden sind deutlich häufiger vertreten als Spitzkopfzikaden. Aus wissenschaftlicher Sicht lassen sich die rund 35.000 Arten in drei Überfamilien unterteilen: Membracoidea, Cicadoidea und Cercopoidea. Fünf Rundkopfzikaden-Familien kommen in Deutschland vor.

Eine bekannte Art ist beispielsweise die Rhododendron-Zikade. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) stammt die Rhododendron-Zikade ursprünglich aus Nordamerika, doch mittlerweile hat sie sich in ganz Europa ausgebreitet. Aufmerksame Spaziergänger finden sie auf Rhododendron-Büschen beispielsweise in Parks, Gärten und Friedhöfen. Meist sitzen die Tiere dabei auf den Blättern der Pflanze und sonnen sich. Sie fallen durch ihre kräftige gelb-grüne Färbung recht schnell ins Auge.

Zikaden: Das ist der Lebensraum der Tiere

Zikaden stechen Pflanzenhalme an und saugen diese wie durch einen Strohhalm leer, die Nahrung muss also flüssig sein. Am besten eignet sich für Zikaden daher ein Pflanzenhalm, durch den viel Pflanzensaft fließt. Dieser ist jedoch oft zu zuckerreich, sodass Zikaden den überflüssigen Zucker später wieder ausscheiden. Die Ausscheidung trägt den Namen Honigtau, den andere Insekten dankend als Nahrung aufnehmen. Nicht selten kommt es vor, dass Zikaden deswegen eng mit beispielsweise Ameisen zusammenleben.

Viele der Zikaden beschränken sich bei ihrer Fortbewegung aufs Laufen oder Fliegen. Eine wichtige Außnahme ist jedoch die Schaumzikade. Sie springt wahrlich wie ein Weltmeister und bricht dabei sogar einen Rekord. Denn im Verhältnis zur eigenen Körperlänge kann kein anderes Tier so weit springen wie die Schaumzikade. Entspanntere Exemplare lassen sich gerne auch durch aufkommenden Wind durch die Landschaft driften.

Je nach Art kommen Zikaden an den unterschiedlichsten Stellen vor. So leben Zikaden beispielsweise an folgenden Orten:

Zu kämpfen haben Zikaden oft mit Tieren wie Spinnen, Wanzen und Vögeln aber auch verschiedenen Parasiten. So gibt es beispielsweise Zikadenwespen, die ihre Larven in einer Ausstülpung am Körper der Zikaden ablegen.

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Zikaden: So kommt das Zirpen zustande und das ist der Unterschied zu Grillen

Das Zirpen der Zikaden ist ihr auffälligstes Merkmal. Wichtig zu wissen ist, dass lediglich die Singzikaden von Menschen auch gehört werden. Alle anderen Arten erzeugen zwar auch Laute, die sind für das menschliche Ohr aber nicht zu hören. Am Hinterleib der Singzikaden sitzt das sogenannte Trommelorgan. Mit Muskelkraft setzen die Tiere dieses Organ in Schwingungen, direkt unter dem Singmuskel sitzt zudem ein großer Luftsack, wodurch die Zikaden die Resonanz ihres Gesanges steigern. Hauptsächlich dient das Zirpen dem Anlocken von Weibchen.

Zikaden lassen sich leicht von Grillen unterscheiden. Der größte Unterschied ist, dass Grillen deutlich kleiner sind als Zikaden. Sie gehören zur Ordnung der Heuschrecken und zur Unterordnung der Langfühlerschrecken, Zikaden hingegen zur Ordnung der Schnabelkerfe und sind selbst deren Unterordnung. Sie zirpen zwar beide, doch lassen sich leicht an ihren großen, kräftigen Hinterbeinen erkennen. Diese haben Zikaden in diesem Ausmaß nicht.

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Zirpgeräusche von April bis Juli stammen in der Regel von Grillen, die Brunftzeit von Zikaden ist je nach Art sehr unterschiedlich. Auch die Entwicklungszeit der Larven bis zum adulten Tier ist je nach Art unterschiedlich lang. In der Regel sind die Larven von Zikaden nach vier bis fünf Jahren fertig entwickelt, bei einer Art in Nordamerika dauert diese Entwicklung jedoch sogar bis zu 17 Jahren.

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