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Zikaden: Ob die springenden Insekten schaden und wie Sie sie loswerden

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Von: Franziska Irrgeher

Sie sind klein und hüpfen bei Gefahr einfach weg. Was da springt, sind Zikaden. Die kleinen Tierchen schaden aber längst nicht allen Pflanzen.

Münster – Sie sind klein, manchmal grün oder braun und Gartenfreunde bemerken sie meist erst, wenn sie wegspringen: Zikaden. Die Tiere auf den ersten Blick zu identifizieren, ist aber gar nicht so einfach, denn in Haus oder Wohnung kommen sie nur gelegentlich vor. Schaden können sie vor allem im Garten anrichten.

Zikaden: Das sind die kleinen, springenden Tiere und so werden Sie sie los

Zikaden (Auchenorrhyncha) kommen außer im Wasser beinahe überall vor und gehören zu den Schnabelkerfen. Weltweit gibt es etwa 40.000 Arten. Etwa 50 Prozent der bei uns vorkommenden Arten stehen auf der Liste gefährdeter Arten. Bevor Sie sich an die Bekämpfung der Tierchen machen, sollten Sie also lieber nachsehen, ob Ihre Zikade vom Aussterben bedroht ist. (Staubläuse bekämpfen: So werden Sie sie wieder los)

Singzikaden, wie Gärtner sie vielleicht aus Filmen kennen, gibt es bei uns kaum. Die Tierchen bemerken Gartenfreunde meist zufällig und anhand ihres Äußeren oder beim Wegspringen. Sie können je nach Region groß werden und ihre Flügel sind dachförmig zusammengelegt, wenn sie sie nicht benutzen. Farben gibt es viele, häufig sind die Tiere braun oder grün. Betroffene Blätter oder Pflanzenteile erkennen Sie anhand der typischen Fraßstellen. (Silberfische in der Wohnung: Das sind die Ursachen und so können Sie sie bekämpfen)

Zikaden: So schaden sie Ihren Pflanzen

In Haus oder Wohnung verirren sie sich auch mal, meist leben sie aber draußen und können da auch gehörigen Schaden anrichten. Zikaden stechen Pflanzenteile an und saugen diese dann aus, dabei können sie auch Krankheiten wie Pilze übertragen. Zu den bekannteren Krankheiten, für die Zikaden verantwortlich sein können, zählt das Knospensterben beim Rhododendron. (Fruchtfliegen: Mit diesen einfachen Tricks werden Sie die Mini-Tiere schnell los)

Außerdem fressen Zikaden gerne Gemüse- und Zierpflanzen und Kräuter wie:

Dabei sind nur etwa 30 der deutschen Zikadenarten Schädlinge, darunter: Rhododendronzikade, Rosenzikade, Schaumzikaden und Kleinzikaden. Wie ihre Namen teils schon vermuten lassen, schädigt nicht unbedingt jede Zikade jede Pflanze.

Zikaden: So bekämpfen Sie sie

Aber ist das ein Grund, die Tiere zu bekämpfen? Nicht unbedingt. Wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erklärt, erkennen Gärtner zum Beispiel bei Kräutern die Anwesenheit von Zikaden an hellen Punkten auf den Blättern. Das schwäche die Pflanzen, hemme ihre Entwicklung, würde aber nicht zu ihrem Absterben führen. Vor allem Lippenblütler seien betroffen, also zum Beispiel Bohnenkraut, Thymian oder Salbei.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nennt die entstandenen Schäden tolerierbar und gibt als Bekämpfungsmaßnahme Gelbsticker an. Richten die Tiere zum Beispiel beim Rhododendron größeren Schaden an, können Gartenfreunde auch Spritzmittel versuchen: Neemöl kann zum Beispiel verwendet werden. Spritzen Sie am frühen Morgen, denn die Tiere befinden sich dann (sofern es nicht zu warm ist) in einer Art Starre durch die Kälte.

Eine bessere Möglichkeit ist die Förderung von Nützlingen im Garten: Vögel, Florfliegen, einige Wanzen und viele weitere Tiere zählen zu den Feinden der Zikade. Ein etwas unordentlicher Garten und viele insektenfreundliche Pflanzen bieten Rückzugsorte und Nahrung. (Vogelschutzgehölze und blühende Hecken: So helfen Sie Vögeln und Insekten)

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