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Winkelspinne: Deswegen suchen die Tiere sich jetzt in Ihrer Wohnung ein Quartier

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Von: Anna Katharina Küsters

Die Winkelspinne ist eine der am meisten verbreiteten Spinnenarten Deutschlands. Besonders im Herbst krabbeln die großen Tiere gerne in Häuser, um dort zu überwintern.

Berlin – Spinnen gehören für viele Menschen nicht zu den Lieblingstieren, sind für das Ökosystem aber unverzichtbar. Die Tiere krabbeln Gartenfans besonders im Herbst häufiger über den Weg. Dann aber an Orten, wo Gärtnerinnen und Gärtner sie weniger gern sehen, nämlich in den eigenen vier Wänden. Besonders häufig tummelt sich dann die sogenannte Winkelspinne in einer dunklen, geschützten Kellerecke, versteckt im Bücherregal oder in leeren Blumentöpfen auf der Terrasse oder dem Balkon. Die Winkelspinne ist dabei aber keinesfalls gefährlich, nur gewöhnungsbedürftig.

Winkelspinne: Deswegen suchen die Tiere sich nun in Ihrer Wohnung ein Quartier

Sie krabbelt und zappelt und manchmal läuft sie so schnell weg, dass Gartenfans ihr mit dem bloßen Auge nicht mehr folgen können. Winkelspinnen sind extrem geschickte Tiere, die vielen Menschen einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Denn neben ihren acht Beinen sind sie im Vergleich zu anderen in Deutschland lebenden Spinnen auch noch recht groß. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) kann eine Winkelspinne bis zu 16 Millimetern Körperlänge erreichen, streckt sie alle ihre Beine von sich, erreicht sie eine Spannweite von bis zu zehn Zentimetern.

Neben ihrer reinen Größe lösen auch die behaarten Beine bei vielen Menschen Unbehagen aus. Doch die Haare sind für die Winkelspinne lebenswichtig. Mit ihnen erspürt sie ihre Beute: Bewegt sich ein Insekt in ihrer Nähe, spürt sie mit den kleinen Härchen auf den Beinen die Schwingungen in ihrem Spinnennetz. Dann krabbelt sie in Windeseile zur Beute hin, beißt sie und injiziert ihr ein lähmendes Gift. Die Winkelspinne beißt dabei so häufig zu, bis ihre Beute sich nicht mehr wehren kann. Dann zieht sich die Spinne mit ihrem frisch erlegten Futter zurück in ihre Wohnhöhle, um es dort zu fressen. Für Menschen ist der Biss der Winkelspinne im Gegensatz zu dem Biss von giftigen Spinnen* übrigens ungefährlich. Gartenfreunde spüren ihn zwar, er hat aber keinerlei Einwirkung auf das Wohlbefinden.

Winkelspinne: Drinnen ist es am schönsten

Winkelspinne ist natürlich nicht gleich Winkelspinne. In Deutschland kommen laut dem NABU zehn Winkelspinnen-Arten vor. Besonders häufig sind folgende:

Letztere finden Gärtnerinnen und Gärtner ausschließlich in freier Natur. Es besteht also keine Gefahr, der Feldwinkelspinne in der Wohnung oder im Haus über den Weg zu laufen. Die Hauswinkelspinne hingegen trägt ihren bevorzugten Lebensraum schon im Namen: das Haus. Dort fühlt sich die Hauswinkelspinne besonders wohl, denn es gibt jede Menge Ecken und Winkel, in denen sie ihre Wohnhöhlen bauen können. Ihrer Anpassungsfähigkeit haben sie es außerdem zu verdanken, dass sie mittlerweile auf der ganzen Welt verteilt sind. Längst nicht jede Spinnenart schafft es, in Innenräumen zu überleben.

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Im September und Oktober treiben außerdem sinkende Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit die Winkelspinnen nach drinnen. So fangen sie in Innenräumen oftmals die letzten Mücken des Jahres, freuen sich über dicke Stubenfliegen und verzehren herumirrende Kellerasseln. Wer die Winkelspinne im Badezimmer oder Keller entdeckt und sie nicht dort belassen möchte, der kann sie mit einem leeren Glas einfangen und in den Garten bringen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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