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Vogelgrippe in Deutschland: Das ist bei Wild- und Singvögeln zu beachten

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Von: Franziska Irrgeher

Die Vogelgrippe oder Geflügelpest breitet sich in Deutschland aus. Aber bedeutet das, dass Sie im Garten nun keine Vögel mehr füttern dürfen? Hier erfahren Sie es.

Berlin – Die Geflügelpest, besser bekannt als Vogelgrippe, ist in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Betroffen ist, wie der Name bereits sagt, Geflügel. Aber kann die Krankheit dem Menschen, Haustieren oder gar den Vögeln im Garten gefährlich werden? Fachleute geben in einigen Punkten Entwarnung.

Vogelgrippe auf dem Vormarsch: Das bedeutet es – und ob Sie noch Singvögel füttern dürfen

Die Vogelgrippe heißt eigentlich Geflügelpest oder aviäre Influenza und wird durch Vogelgrippe-Viren ausgelöst, so die Bundesärztekammer in einer Sammlung von Informationen zur Vogelgrippe. Die Viren variieren, sind laut Bundesärztekammer aber vor allem für Hühnervögel gefährlich. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nennt darüber hinaus auch Gänse, Enten, Schwäne sowie andere Wasservögel als potentielle Opfer des Virus.

Menschen, so Bundesärztekammer und NABU, können sich nur schwer mit dem Virus anstecken, dafür müsse enger Kontakt mit dem Geflügel bestehen. Eine Übertragung erfolge allgemein durch Ausscheidungen und verunreinigten Staub, auch Aasfresser können das Virus weiter verbreiten. Eine mögliche Gefahr für den Menschen könne laut Bundesärztekammer in Zukunft vielleicht durch eine Veränderung des Virus bestehen.

Allgemein geht es bei Notschlachtungen von Geflügel aktuell darum, die Ausbreitung zu verhindern. Da das Virus aber auch Wildtiere betrifft, rät die Bundesärztekammer in betroffenen Gebieten Hunde an der Leine zu führen und Katzen drinnen zu halten. Bei Hunden sei bislang keine Erkrankung bekannt, Katzen können sich theoretisch infizieren, spielen bislang aber kaum eine Rolle bei der Verbreitung.

Insgesamt sollten Sie keine toten Wildvögel anfassen oder Ihr Haustier daran schnuppern oder den Kadaver fressen lassen. Das gilt aber nicht nur für Vögel, auch bei anderen Wildtieren sollten Hunde ferngehalten werden und nicht jedes Wildtier dürfen Sie im Winter füttern. Vorsicht auch bei der Fütterung von Möwen. Für Geflügel gilt in betroffenen Gebieten meist Stallpflicht. Sammeln Sie in betroffenen Gebieten draußen keine Federn, rät die Bundesärztekammer. Bei der Dekoration sollten Bastelfreunde daher lieber Naturmaterialien aus dem Garten nehmen.

Vogelgrippe auf dem Vormarsch: Das bedeutet es für Vögel in Volieren und Singvögel

Aus den Informationen der Bundesärztekammer geht hervor, dass für Vögel in Außenvolieren wie Papageien keine Stallpflicht gelte, jedoch sollten die Besitzer die Volieren oben mit einem überstehenden Dach abdecken, das verhindere die Verunreinigung durch Kot von Wildvögeln. Für Wachteln und anderes Geflügel wie Hühner im eigenen Garten gelten die behördlichen Auflagen. Halten Sie Vögel draußen, sollten Sie sich in jedem Fall über die geltenden Regeln informieren, sonst drohen womöglich Bußgelder.

Der NABU gibt an, dass Vögel bis zu drei Wochen erkrankt sein können, ohne Symptome zu zeigen, daher erkennen Tierfreunde die Krankheit nicht sofort und selbst wenn das Tier apathisch wirkt, muss es sich nicht unbedingt um Vogelgrippe handeln. Finden Sie mehrere tote Wildvögel an ungewöhnlichen Stelle wie mitten auf der Wiese, rät der NABU, beim Veterinäramt nachzufragen. Wie merkur.de* berichtet, handelt es sich Experten zufolge diesmal um eine aggressive Form des Virus.

Wie Bundesärztekammer und der NABU einheitlich berichten, sei eine Übertragung auf Singvögel äußerst selten, Gefahr bei der Winterfütterung bestehe daher nicht. Achten Sie bei der Fütterung dennoch wie immer auf Hygiene, denn auch viele andere Vogelkrankheiten können am Futterplatz bei fehlender Reinigung übertragen werden.

Kot und Futter sollten sich niemals vermischen können, auch wenn Sie Vogelfutter selbst machen, ist es besser, auf Futterspender anstatt Häuschen zu setzen. Wenn Sie in der Nähe eines Risikogebietes wohnen und gelegentlich Wasservögel im Garten haben, tragen Sie bei der Gartenarbeit im Herbst und Winter Handschuhe oder waschen Sie sich anschließend vorsichtshalber gründlich die Hände.

Vogelgrippe auf dem Vormarsch: Das bedeutet es für Fleisch und Eier

Betroffen sind auch einige Eier- und Fleischlieferanten. Bedeutet das nun allgemein, dass Sie auf Geflügelfleisch und Eier verzichten müssen? Nein, sagt der NABU, denn der Import aus Risikoländern sei ohnehin verboten. Betroffene Betriebe bei uns dürfen das Fleisch und die Eier natürlich ebensowenig verkaufen. Die Viren sterben aber spätestens beim Garprozess ab. Auch Eier sollten ausreichend erhitzt werden, 70 Grad im Inneren rät die Bundesärztekammer für Fleisch und Eier.

Die Verbraucherzentrale gibt zudem an, dass die Übertragung durch Eier oder Fleischprodukte auf den Menschen von Experten als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Auf leckere Gerichte wie ein Hähnchenfilet mit Quitten müssen Sie also nicht verzichten.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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