NABU und LBV zählen auf Ihre Stimme

Vogel des Jahres: Der Sieger steht fest

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Die Wahl zum Vogel des Jahres 2021 ist zu Ende. Am 19. März 2021 wurde der Sieger bekanntgegeben, zahlreiche Vogelfans haben einem der bekanntesten Gartenvögel zum ersten Platz verholfen.

Update vom 20. März 2021: Der Sieger der Wahl zum Vogel des Jahres 2021 steht seit gestern Abend fest. Vogel des Jahres wurde diesmal das Rotkehlchen, das den Titel zuletzt 1992 erhielt. Der bekannte Gartenvogel gewinnt mit knappem Vorsprung, der zweite Platz geht an die Rauchschwalbe, der dritte an den Kiebitz. Mehr als 325.000 Menschen nahmen an der Hauptwahl teil, so der Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Erstmeldung vom 02. Februar 2021: Berlin – Die Wahl zum Vogel des Jahres läuft dieses Mal etwas anders ab. Wie auf der offiziellen Website mitgeteilt wird, bestimmten in den vergangenen Jahren Experten und Expertinnen, wer Vogel des Jahres wurde. Nun dürfen wir aber alle mit entscheiden und haben die Qual der Wahl. Zehn finale Kandidaten haben es in die Entscheidungsrunde geschafft.

Vogel des Jahres: Diese Kandidaten gibt es und so stimmen Sie ab

Die Wahl zum Vogel des Jahres 2021 wird vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) gemeinsam veranstaltet. Noch bis zum 19. März haben Vogelfans und alle, die es werden wollen, die Wahl* zwischen zehn Finalisten. Artenportraits auf den Seiten der Naturschutzorganisationen weisen auf Probleme der Vogelarten hin und stellen die Kandidaten vor.

Für die Abstimmung haben Vogelfans eine Stimme pro Vogel. Mehrfache Abstimmungen sind jedoch möglich, sofern es sich um unterschiedliche Vögel handelt. Nach der Abstimmung müssen Sie noch bestätigen, dass Sie auch wirklich teilnehmen wollten. Für regionale Auswertungen wird außerdem die Postleitzahl verlangt.

In einer Vorwahl wurde die Auswahl aus ursprünglich 307 Vogelarten schon deutlich eingegrenzt. Seit dem 18. Januar läuft nun die letzte Runde. Der Hintergrund laut NABU: Man wolle auf die Gefährdung der Tiere und ihrer Lebensräume hinweisen. Neben dem Vogel des Jahres gibt es übrigens auch zahlreiche ähnliche Aktionen, so wurde kürzlich der Schmetterling des Jahres und das Tier des Jahres gekürt.

Während bislang etwa Gefährdungsgrad und Aktionsmöglichkeiten als Kriterien für das Gremium galten, dürfen diesmal Vogelfreunde selbst wählen. Etwa 45 Prozent heimischer Brutvogelarten stehen schon auf der Roten Liste, so der NABU. Für die Wahl setzen sich Naturfreunde unweigerlich intensiver mit den Tieren und ihrer Gefährdung auseinander. Es profitieren also hoffentlich beide Seiten.

Es geht um weit mehr, als nur den niedlichsten oder bekanntesten Vogel zu finden. Denn jeder kann im eigenen Garten etwas zum Naturschutz beitragen. Hoffentlich regt die Wahl daher Vogelfans auch dazu an, sich zu informieren, wie sie helfen können. Auch wer keinen Garten hat, hat zahlreiche Möglichkeiten von Spenden über Patenschaften bis hin zum Engagement in Organisationen im Wohnort. Da Vögel laut NABU auch Indikatoren für den Zustand der Umwelt sind, können wir alle aber auch mit Nachhaltigkeit, Recycling und mehr unseren Teil beitragen.

Vogel des Jahres: Diese Kandidaten gibt es

Die Kandidaten für das Finale der Wahl zum Vogel des Jahres sind nicht alle gefährdet. Laut NABU sind vier gefährdete und fünf ungefährdete Arten dabei sowie eine, die aktuell auf der Vorwarnliste steht. Sieben der Top 10 waren sogar schon ein Mal oder mehrmals Vogel des Jahres.

Das sind die zehn Finalisten für den Vogel des Jahres im Detail:

  • Stadttaube: Stadttauben waren früher eigentlich Brieftauben und leben nun mitten unter uns in den Metropolen. Die Stadttaube gilt nicht als gefährdet. Überträger von Krankheiten sind Tauben übrigens nicht.
  • Rotkehlchen: Das Rotkehlchen kommt im Winter gerne an die Futterstelle und ist leicht zu erkennen. Gefährdet ist es nicht, aber ein überaus beliebter Gartenvogel.
  • Amsel: Noch ein Kandidat, den jeder kennt. Die Amsel hat sich vom scheuen Waldbewohner zum recht interessierten Gartenbesucher entwickelt. Auch Amseln sind nicht gefährdet, waren in letzter Zeit aber vom Usutu-Virus bedroht.
  • Feldlerche: Die Feldlerche gilt als gefährdet. Laut NABU lebt sie vorwiegend auf Wiesen oder Heiden sowie offenen Agrarflächen. Dank intensiver Agrarlandschaften verliert sie aber immer wieder Lebensraum.
  • Goldregenpfeifer: Dieser Kandidat gilt sogar als vom Aussterben bedroht. Der Goldregenpfeifer braucht Moore sowie Sumpflandschaften, und die gibt es bei uns zunehmend seltener. Auch andere Feuchtgebiete und beispielsweise Heiden zählen laut NABU zu seinem Lebensraum.
  • Blaumeise: Die Blaumeise machte im vergangenen Jahr traurige Schlagzeilen, denn viele fielen dem Bakterium Suttonella ornithocola zum Opfer beim Meisensterben. Kein Wunder also, dass der niedliche Gartenbesucher es in die Top 10 geschafft hat. Gefährdet sind Blaumeisen übrigens nicht.
  • Eisvogel: Wer Glück und den richtigen Wohnort hat, kann den Eisvogel selbst beobachten. Bei uns gilt er nicht als gefährdet, er braucht aber saubere Gewässer. Eisvögel wagen sich sogar zunehmend in die Düsseldorfer Innenstadt, wie 24rhein.de berichtet*.
  • Haussperling: Noch ein Vogel, den wir alle kennen. Er gehört laut NABU zu den Kulturfolgern, dennoch sei der Bestandstrend aktuell gering. Das liegt an mangelnder Nahrung dank Flächenversiegelung und weniger Nistmöglichkeiten. Bei beiden können Gartenfans aber mit dem Anbau von Vogelfutter und dem Bereitstellen von Nistplätzen gegensteuern.
  • Kiebitz: Früher recht häufig anzutreffen, geht heute auch der Bestand der Kiebitze zurück. Er gilt inzwischen als stark gefährdet.
  • Rauchschwalbe: Die Rauchschwalbe steht aktuell auf der Vorwarnliste. Auch auf dem Land ist längst nicht mehr jeder Hof zugänglich für Schwalben, die Insekten werden immer weniger und so mancher Hausbesitzer ärgert sich über den „Dreck“ an der Fassade unter Schwalbennestern. Dabei könnte mit schrägen Brettern unter dem Nest einfach Abhilfe geschaffen werden.

Die Kandidaten haben den Sieg definitiv alle verdient und stehen stellverstretend für die Probleme der Vogelwelt und unserer Umwelt allgemein. Zur Wahl geht es übrigens hier.

Wer schon bei der Stunde der Wintervögel dabei war, kann auch nach der Wahl im Mai wieder mitzählen. Mit Vogelschutzgehölzen, Wasserstellen im Garten, dem richtigen Nistkasten, der bestenfalls schon im Winter hängt und gutem Futter im Winter, helfen Sie aber zusätzlich mit. *merkur.de und 24rhein.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © IMAGO / blickwinkel

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