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Vögel im Herbst: So helfen Sie Vögeln im Garten vor dem Winter

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Von: Franziska Irrgeher

Langsam hält der Herbst Einzug und die Felder und Beete werden abgeerntet. Für Vögel bedeutet das eine Zeit des Um- und Aufbruchs. Vogelfreunde können dabei unterstützen.

Hannover – Scharen von Vögeln auf frisch abgeernteten Feldern, neugierige Singvögel, die im Garten die Ernte klauen und Schwalben, die sogar in den Bauernregeln vorkommen: Im Herbst nimmt das geschäftige Treiben der Wildvögel eine andere Form an, denn nun müssen sie sich langsam auf den Winter oder eine Reise vorbereiten. Was unsere Gartenvögel nun brauchen und welche wegfliegen.

Vögel im Herbst: So helfen Sie Zugvögeln und Standvögeln vor dem Winter

Vogelfans mit eigenem Garten oder auch nur einem Balkon bekommen den Wechsel der Jahreszeiten und damit den Wandel im Verhalten von Wildtieren oft genau mit. Sie wundern sich über einige Dinge sicherlich nicht, während gerade Neulinge in Sachen Anbau und Ernte im Spätsommer und Herbst dem ein oder anderen hungrigen Vogel begegnen werden, der schneller war. Kirschen fallen dann Staren zum Opfer, kleinere Vögel fressen Kerne aus Sonnenblumen.

Während im Frühjahr und Sommer noch die Brutzeit und Jungenaufzucht im Fokus stand, brüten spät im Jahr nur noch wenige Vögel. Auch flügge gewordene Jungvögel gehen bald selbst auf Nahrungssuche. Manche Zugvögel sind ab September schon fast auf dem Weg ins Winterquartier. Denn der nahende Winter bedeutet auch Nahrungsmangel und darauf gilt es, sich vorzubereiten.

Zu sehen ist eine Kohlmeise, die auf einem Rosenzweig mit Hagebutten sitzt und nach links blick. Unscharfer Hintergrund. (Symbolbild)
Singvögel finden im Herbst oft reichlich Nahrung (Symbolbild). © Michel Poinsignon/Imago

Vögel im Herbst: Die Zugvögel

Sicherlich kennen viele eine Bauernregel, die besagt, dass um Maria Geburt (8. September) die Schwalben wegfliegen. Die Bauernregel trifft es gut, denn die Zugvögel machen sich tatsächlich langsam auf nach Süden. Ende März kehren sie nach einer anderen Bauernregel dann an Maria Verkündigung (25. März) zurück. Laut NABU Niedersachsen wurden Schwalben auch als Lichtvogel gesehen. Mit ihnen ging also quasi der Sommer und sie brachten den Frühling.

Welche anderen Zugvögel es beispielsweise gibt, listen wir hier auf. Gerade bei den Schwalben wäre es aber wichtig, dass Menschen nach ihrem Abflug keine Nester entfernen. Der NABU weist ausdrücklich darauf hin, dass Schwalbennester nicht entfernt werden sollten und dann sogar ein Bußgeld droht. Wer Schwalben am Haus hat und sich am Kot stört, kann den Herbst aber wunderbar nutzen, um unter den Nestern schräge Bretter anzubringen, die den Kot auffangen. Zum Anlocken von Schwalben im nächsten Jahr bieten sich fertige Nisthilfen an oder eine Lehmpfütze im Garten, sobald es draußen wieder warm wird und die Zugvögel zurückkehren.

Stare sind übrigens oft Teilzieher oder Kurzstreckenzieher. Während im Frühjahr und bei der Jungenaufzucht meistens Larven, Würmer, Spinnen oder Insekten auf dem Speiseplan stehen, fressen die Tiere im Sommer überaus gerne Obst, allen voran rotes. Auch Samen stehen laut dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) auf dem Speiseplan. Unter begehrtes Obst fallen vor allem Kirschen und der ein oder andere Konflikt zwischen Vogel und passioniertem Kirschenfan ist vorprogrammiert. So werden gerne Obstbäume abgeerntet, danach können noch Weintrauben an der Reihe sein. Stare bilden ab dem Sommer große Schwärme, ein spektakuläres Schauspiel. Nur der eigene Garten sollte dann bestenfalls nicht im Fluggebiet liegen. Wer seine Früchte nicht komplett teilen möchte, sollte daher frühzeitig tierfreundliche Vorkehrungen treffen.

Vögel im Herbst: Gartenvögel und die Ernte

Und dann gibt es noch eine ganze Menge Gartenvögel, die hier bleiben und den Herbst mit seinem Erntereichtum ausnutzen. Sind die Stare weg, bleiben noch Amseln, Spatzen, Finken und viele weitere Tiere, die nichts gegen einen schnell erreichbaren Snack hätten. Wenn Ihnen Vögel also die Ernte streitig machen, ärgern Sie sich nicht sofort, denn gewissermaßen haben wir irgendwann unsere Siedlungen in den Lebensraum der Tiere gebaut, ohne zu fragen. Daher wäre ein Kompromiss gut.

Idealerweise bauen Tierfreunde daher zusätzlich zum eigenen Obst und Gemüse noch Vogelfutter wie bestimmtes Getreide oder Sonnenblumen an. Denn Vögel sammeln im Herbst teils gezielt Wintervorräte, beispielsweise der Eichelhäher. Auch Kleiber handhaben das beispeilsweise so und freuen sich über etwas Unterstützung.

Statt gekauftem Vogelfutter, das sicher eine gute Ergänzung ist, wären daher heimische Pflanzen im Garten ideal. Vögel freuen sich beispielsweise je nach Vorlieben über:

In einem Naturgarten, in dem im Herbst etwas Ernte für die Vögel bleibt und nicht alle Stauden und Wiesen beschnitten werden, finden Vögel meist selbst Nahrung. Viele zieht es nach der Ernte auch erst mal auf die Felder. Zudem steht nach der Brutzeit für einige Vögel die Mauser an, mit neuem Federkleid kehren sie dann langsam in die Gärten zurück.

Übrigens freuen sich auch Eichhörnchen über zusätzlichen Wintervorrat. Denken Sie zudem an geeigneten Unterschlupf für die Tiere wie dichte Hecken, Nistkästen und mehr. Auch Wasserstellen sind das ganze Jahr über wichtig. Idealerweise stürzen sich die Tiere dann darauf und lassen den Rest der Ernte in Ruhe.

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