Wo sind sie abgeblieben?

Vögel im Garten: Deshalb sind es aktuell weniger – und Tipps für den Frühling

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Vermissen Sie die Vögel an der Futterstelle? Diesen Winter sind es scheinbar weniger als sonst, die Gründe dafür geben aber keinen Anlass zur Sorge. Daran liegt es.

Hilpoltstein – Vögel im Garten sind gern gesehene Gäste, ebenso auf dem Balkon oder der Terrasse, wenn dort eine Futterstelle ist. Viele fragen sich aber seit einiger Zeit, warum es aktuell weniger Wintergäste sind. Schlimm ist das nicht, denn sie kommen wieder.

Vögel im Garten: Deshalb sind es diesen Winter weniger

Der Meisenknödel hängt ohne Netz im Halter, das Futterhaus oder der selbst gebastelte Spender ist gefüllt, die Wasserschalen stehen und dennoch ist kein Vogel in Sicht? Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) berichtet in einer Pressemitteilung, dass sich besorgte Vogelfreunde derzeit über weniger Vögel wundern. Amseln, Meisen und andere beliebte Wintervögel kommen seltener. Verschwunden sind diese aber ganz und gar nicht.

Der simple Grund: Es gibt aktuell genug Nahrung. In Flur und Wald finden die Vögel laut LBV ausreichend Nahrung, verschiedene Faktoren spielen dabei zusammen. Dazu zähle auch die milde Witterung. So zeigen auch die Beobachtungen der Stunde der Wintervögel, dass die Witterung Auswirkungen auf den Vogelbestand in Garten habe. Dieses Jahr war übrigens der Spatz der Spitzenreiter bei der Zählaktion*. In Wintern mit viel Schnee und Kälte sind es laut LBV einfach mehr Wintergäste. Zudem gebe es inzwischen auch mehr Futterstellen und die Buchen würden aktuell Samen tragen. Außerdem seien andere Wintergäste wie Zeisige oder nordische Kohlmeisen in geringerer Zahl eingetroffen.

Der LBV beruhigt Gartenbesitzer in dieser Pressemitteilung also, die Vögel hätten zudem im Winter keine festen Brutreviere, sondern würden lockere Gruppen bilden. Wenn der Frühling aber losgeht, wird man wieder vermehrt Konkurrenz und Gezwitscher im Garten bemerken.

Dennoch bleibt der Ton in der Pressemitteilung auch kritisch. Sterile Gärten und veränderte Siedlungsbereiche und Agrarlandschaft würden den Vögeln zu schaffen machen. Aber Gartenbesitzer können da helfen.

Vögel im Garten: Vorbereitung für Frühling und Sommer

Teils beginnen die Gartenvögel übrigens schon mit der Inspektion von Nistkästen. Vogelfans sollten daher schleunigst passende Nisthilfen auswählen und aufhängen, zu Beginn der Brutsaison sind die Reviere meist schon verteilt und es ist zu spät.

Neben Nisthilfen können Vogelfans Folgendes für Frühjahr und Sommer planen:

  • Wasserstellen im Garten: Die helfen durstigen Tieren und sollten immer frisch gefüllt zur Verfügung stehen. Teiche müssen unbedingt einen flachen Ausstieg bieten, Regentonnen sollten abgedeckt werden.
  • Richtiges Vogelfutter: Über den Vorteil einer Ganzjahresfütterung lässt sich streiten. In jedem Fall ist aber das passende Futter wichtig. Wir haben eine Übersicht der Futtersorten und eine Anleitung zum Selbermachen. Auf Ambrosia sollten gekaufte Mischungen unbedingt auch getestet sein.
  • Sandbadeplätze: Die werden vor allem von Spatzen gerne angenommen, sind aber kein Muss. Die Tiere nehmen auch mit trockenen Feldwegen vorlieb.
  • Vogelschutzgehölze: Darunter fallen dornige, verzweigte Hecken und auch Bäume, die Nahrung bieten. Die Vögel haben dort Rückzugsmöglichkeiten, Schutz vor Feinden und finden auch das ein oder andere Insekt.
  • Pflanzen für Insekten: Vögel brauchen Nahrung, Insekten ebenso. Da die Jungvögel meist mit Insekten oder Raupen gefüttert werden, sollten Gartenfans für ein Blütenmeer aus Wildblumen sorgen. Bestimmte Pflanzen eignen sich für bestimmte Insekten, etwa die Brennnessel für Admiral, Distelfalter und mehr. Auch im Herbst helfen Laubhaufen und stehen gelassene Stängel den Insekten beim Überwintern. So ist der Tisch für Vögel reich gedeckt.
  • Vogelfutter anbauen: Auch das ist eine Option. In großen Gärten können Getreidesorten und bestimmte Wildpflanzen gesät werden, von deren Samen sich die Vögel ernähren. Gerne genommen werden im Herbst beispielsweise Wilde Karde und Wegwarte.
  • Katzen in der Brutsaison drinnen lassen: Zugegeben, damit legt man sich mit seinen Freigängern an. Doch Vögeln, vor allem herum hopsenden Jungtieren, ist damit sehr geholfen. Auch dann schon, wenn die Katze nur zu bestimmten Zeiten hinaus darf. Von Halsbändern oder gar Glöckchen raten wir dringend ab, sie irritieren die Katze und können schlimmstenfalls zur Strangulation führen.

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Rubriklistenbild: © IMAGO / Georg Ulrich Dostmann

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