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Warum überwintern Stare hier? Wie wichtig Anpassung und Klimawandel sind

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Von: Franziska Irrgeher

Stare sind teils Zugvögel, doch immer öfter bleiben sie im Winter in Deutschland. Wir erklären das Phänomen und was der Klimawandel damit zu tun hat.

München – Zugvögel fliegen entweder im Herbst weg oder sie kommen für die kalte Jahreszeit aus dem Norden zu uns. Doch immer mehr Vögel verbringen den Winter in Deutschland, fliegen gar nicht mehr weg oder nur kurze Strecken. So mancher Tierfan wird sich schon über Stare im Winter gewundert haben. Wir erklären, was die Tiere hier hält.

Warum überwintern Stare hier? Diese Rolle spielen Anpassung und Klimawandel

Der Star steht gerne im Rampenlicht, im Sommer beeindruckt er mit schillerndem Gefieder und Imitationstalent, im Herbst sind spektakuläre Formationen zu beobachten, wenn die Tiere sich in riesigen Schwärmen zusammenfinden. Der Bestandstrend der schönen Tiere ist laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) leider mit minus 55 Prozent abnehmend, sie gelten als gefährdet. Auch deshalb werden sich viele Tierfreunde und Tierfreundinnen vielleicht wundern, wenn an kalten Tagen oder gar im eisigen Winter Stare in Deutschland zu sehen sind, schließlich sind sie eigentlich Zugvögel. Oder etwa nicht?

Ohne geschlossene Schneedecke finden Stare auch im Winter noch Nahrung (Symbolbild).
Stare im Winter sind längst keine Seltenheit mehr (Symbolbild). © Ralf Kistowski/Imago

Tatsächlich beschreibt der NABU den Star als Standvogel und Kurzstreckenzieher, er sei ganzjährig zu beobachten. Ein Großteil der Tiere würde in den westlichen Mittelmeerraum ziehen, so der NABU. Einige blieben den Winter über hier. In der Nahrung seien Stare anpassungsfähig. Kurzstreckenzieher sind laut Bayern 1 beispielsweise diese drei Vögel:

Sie flögen nur über die Alpen, um den Winter in Mitteleuropa zu verbringen. Warum Stare und manch andere Vögel dennoch im Winter hier bleiben, hat praktische Gründe.

Warum überwintern Stare hier? Erlerntes Verhalten und Klimawandel

Recht weit sind Stare also nie geflogen. Dass sie ganz hier bleiben, trifft natürlich nicht auf alle Stare zu, einige würden es einfach versuchen, erklärt Biologe und Vogelkundler Philipp Herrmann bei Bayern 1. Zugverhalten könne durch Anpassung und das Lernen von anderen Vögeln erlöschen, es bringe Vorteile mit sich bei den Nistplätzen im Frühjahr, der Nachwuchs lerne von den Eltern. Ähnliches berichtet auch Ornithologe Ernst Paul Dörfler beim Mitteldeutschen Rundfunk am Beispiel von Meisen, die sich nach der genetischen Programmierung richten.

Für Biologe Herrmann sei das eine klare Folge des Klimawandels, so sei auch die Amsel früher ein Zugvogel gewesen. Wer sich den eigenen Garten mal kurz vor dem Winter im Dezember ansieht, merkt meist, dass es draußen eher matschig und kühl ist als wirklich kalt mit geschlossener Schneedecke. Die Reise der Zugvögel kostet viel Kraft, wer nicht gerade auf Insekten spezialisiert ist, kann also durchaus den Versuch wagen, hier zu überwintern. Wird es kälter, können Stare übrigens durchaus spontan noch ihre Reise antreten. Welche Rolle der Klimawandel für Zugvögel wirklich spielt, bleibt abzuwarten. Damit Experten sich aber einen Überblick über den Bestand verschaffen können, kann jeder Vogelfan bei der „Stunde der Wintervögel“ und der „Stunde der Gartenvögel“ mitzählen. Die nächste „Stunde der Wintervögel“ steht ab dem 6. Januar 2022 an. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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