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Tigerschnegel: Kann er wirklich eine Schneckenplage stoppen?

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Von: Mattias Nemeth

Schnecken gefällt es diesen Sommer besonders gut. Hobbygärtner hingegen sind durch das nasse Klima besonders herausgefordert, aber kann hier der Tigerschnegel helfen?

München - Als hätten Hobbygärtner nicht schon genug Probleme mit dem nassen Wetter, überrennen nun auch noch Schnecken die Gärten. Das feuchte Biotop, das die Gärten wetterbedingt nun sind, ist der optimale Lebensraum für sie. Deshalb konnten sich die kriechenden Plagegeister rasant vermehren. Doch was tun, wenn die schleimige Invasion beginnt? Vor allem in einem natürlichen Garten greift man gerne auf Tigerschnegel zurück, teilweise gibt es diese sogar zu kaufen. Doch sind sie wirklich so effektive Schneckenjäger, wie oft behauptet wird und sind sie eine geeignete Bastion gegen ihre gefräßigen Verwandten?

Tigerschnegel: Schneckenjäger oder überschätzter Nützling?

Die Egelschnecke oder auch Schnegel genannten Nacktschnecken sind seltene und unter Naturschutz stehende Nützlinge. Sie können bis zu 25 Zentimeter lang werden. Sie vergreifen sich nur in den seltensten Fällen an lebenden Pflanzen. Tatsächlich stehen auf ihren Speiseplan Pilze, Algen, abgestorbene Pflanzenteile und sogar Aas. Aber es fallen ihnen auch kleine Nacktschnecken und deren Ei-Gelege zum Opfer. Das brachte ihnen den Ruf des Schneckenjägers ein. Aber ausgewachsene Wegschnecken oder die ausgewachsene Kapuzinerschnecke – die verbreitetsten Garten-Heimsuchungen – stehen keineswegs auf dem Speiseplan der Tigerschnegel. Doch auch wenn der Tigerschnegel sich nur um die Gelege und die Jungtiere kümmert, so ist er ein wichtiger Nützling und sollte angelockt werden.

Tigerschnegel: So locken Sie ihn an

Wenn der Tigerschnegel ein geeignetes Dach über den Kopf und genug Futter hat, dann wird er auf lange Sicht sesshaft. Dabei braucht er das Gleiche wie die meisten Nützlinge:

Ein naturnaher Garten ist also das Paradies für den Nützling. Neben diesen Rückzugsorten sollten Sie ihn auch noch geeignetes Futter bereitstellen. Der Tigerschnegel liebt klein geschnittene Champignons und Algen. Sind diese im Garten in der Nähe der möglichen Aufenthaltsorte verteilt, haben Sie bald einen neuen schleimigen Freund im Garten.

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Tigerschnegel: Verstärkung für die Schneckenjagd

Alleine wird der Tigerschneckel mit einer Schneckeninvasion also nicht fertig, aber er hat tatkräftige Unterstützung*. Denn an den gleichen Orten, an denen sich der Tigerschnegel wohlfühlt, da fühlen sich auch richtige Schneckenjäger wohl und davon gibt es zahlreiche:

Die Natur hält alles im Gleichgewicht, auch die schleimige Geisel des Hobbygärtners. Wichtig ist eben nur, dass der Natur in Gärten auch Raum gegeben wird. Ein vollkommen aufgeräumter und fast schon auf Hochglanz polierter Garten bietet Nützlingen kaum ein Zuhause. So finden in aufgeräumten und gründlich gepflegten Gärten auch Weinbergschnecken kein Futter und greifen deshalb auf die Jungtriebe unserer Pflanzen zurück, wie kraut&rüben berichtet.

Nützlinge wie der Tigerschnegel oder die Weinbergschnecke sind aber essenziell für das Gleichgewicht im Garten und nehmen Ihnen sogar Arbeit ab, in dem sie abgestorbene Pflanzenteile vertilgen. Und wenn wir ehrlich sind, gibt es doch kaum was Schöneres als früher im Liegestuhl zu liegen, weil man die abgeschnittenen Äste liegen gelassen und damit was für die Umwelt getan hat. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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