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Taubenschwänzchen: Der „Kolibri“ unter den Schmetterlingen und seine Lebensweise

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Von: Franziska Irrgeher

Das Taubenschwänzchen schwirrt beinahe wie ein Kolibri vor Blüten. Dabei ist es eigentlich ein Schmetterling, der gerne an Balkonblumen auftaucht, auch an Geranien. So lebt er.

Berlin – Ein Kolibri an den Balkonblumen? Nicht wirklich, auch wenn das Taubenschwänzchen dem winzigen Vogel in seiner Flugweise recht ähnlich ist. Der eifrig flatternde Schwärmer saugt an unseren Blumen, gerne auch an Balkonblumen und ist ein interessanter Anblick. Inzwischen überwintern sogar einige hier.

Taubenschwänzchen: So lebt der „Kolibri“ unter den Schmetterlingen

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) ist ein Schwärmer und damit theoretisch ein nachtaktiver Schmetterling. Praktisch ist er aber nicht wirklich nachtaktiv, auch tagsüber unterwegs und bevorzugt dabei laut NABU dann Blüten, die einen langen Kelch haben. Dort habe er kurzrüssligen Insekten gegenüber Vorteile. Denn das Taubenschwänzchen hat einen recht langen Saugrüssel mit gut drei Zentimetern.

Beliebt sind beim Taubenschwänzchen daher Blüten von:

Laut NABU seien die Tiere auch bei Regen unterwegs, würden aber die Mittagshitze meiden, wenn es besonders warm ist. Doch warum sieht ein Schmetterling nun aus wie ein Kolibri? Des Rätsels Lösung kennt jeder, der schon einmal ein Taubenschwänzchen gesehen hat: Er fliegt wendig, schnell und kann auch kurzzeitig vor Blüten im Schwirrflug stehen bleiben.

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Taubenschwänzchen: Im Schwirrflug gegen Feinde

Aber wieso hat sich das Taubenschwänzchen ausgerechnet für diese doch sehr anstrengend erscheinende Flugart entschieden? Der NABU berichtet, dass der Falter damit eine gewisse Distanz zur Blüte behält und somit gut vor getarnten Fressfeinden geschützt ist.

Sein Name erinnert außerdem nicht zufällig an eine Taube, denn hinten am Körper hat das eher kompakte Tierchen eine Art schwarz-weiß gestreiften Schwanz. Der besteht laut NABU allerdings aus verlängerten Schuppen und nicht aus Federn und hilft beim Steuern im Flug. Fliegen kann das Taubenschwänzchen also und kann bis zu 2.000 Kilometer weit wandern. Normalerweise verbringen die Tiere den Winter nicht bei uns, Mittelmeer-Taubenschwänzchen kommen laut NABU erst im Frühjahr in den Garten, ab April ist es soweit. Da Wanderfalter allgemein auch für den NABU interessant sind, können Tierfans neben dem Taubenschwänzchen auch Gammaeule, Windenschwärmer, Distelfalter, Großen Fuchs und Admiral bei NABU-Naturgucker melden.

Einige Taubenschwänzchen, so der NABU, überwintern inzwischen auch in milden süddeutschen Regionen. Für die Eiablage wird Labkraut bevorzugt, an dem dann die Raupen fressen. Die Verpuppung findet anschließend unter der Erde statt. Die Raupen können bis zu 50 Millimeter lang werden, die erwachsenen Falter können eine Flügelspannweite von bis zu 50 Millimetern erreichen, manche sogar mehr. Gefärbt sind die Tiere am behaarten Thorax graubraun, optisch unterscheiden sie sich also definitiv von schillernden Kolibris und haben mit den Vögeln nur die Flugweise gemeinsam. Faszinierend sind die kleine Brummer aber in jedem Fall, wenn sie plötzlich am Balkonkasten oder den Blumen im Garten auftauchen. Wie auch anderen Schmetterlingen können Gartenfans mit dem Tier mit bestimmten Pflanzen helfen, in diesem Fall Labkraut und passende Balkonblumen.

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