Eine schillernde Persönlichkeit

Star im Portrait: So lebt der bekannte Vogel und darum ist er gefährdet

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Stare zieht es ab März wieder in unsere Gärten. Sie sind nun auf der Suche nach Nistplätzen und verschmähen auch den ein oder anderen Snack nicht. So lebt der Star.

Berlin – Stare sind einzeln schon recht imposante und hübsche Tiere. Wenn sie aber in ganzen Schwärmen auftreten, die aus Hunderten Tieren bestehen, sind sie definitiv faszinierend. In Mitteleuropa ist der Star verbreitet und im März kehrt er wieder in unsere Gärten zurück.

Star im Portrait: So lebt der farbenfrohe Vogel und deshalb ist er gefährdet

Als Standvogel und auch Kurzstreckenzieher verbringt der Star den Winter oft im westlichen Mittelmeerraum und milden Mitteleuropa. Besonders zur Paarungszeit bieten die Männchen ein wahres Schauspiel an Flügelschlagen, Gesang und Imitationen. In Letzteren sind sie wahre Meister und können laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) auch andere Vögel imitieren. Inzwischen gilt Sturnus vulgaris leider als gefährdet, der Bestandstrend ist abnehmend.

Während Stare zur Brutzeit eher einzeln oder in kleineren Gruppen auftreten, bilden sie laut NABU außerhalb der Brutzeit riesige Schwärme. Wer solch einem Schwarm schon mal zugesehen hat, war von der Präzision und Abstimmung unter den Vögeln sicher beeindruckt. Formationen bilden können Stare definitiv.

Das Gefieder der Tiere ist dunkel und vor allem im Frühling bunt schimmernd. Violett, Grün und Bronze herrschen dabei an Farben vor. Weiße Flecken ergänzen das Federkleid und der Schnabel ist gelb. Sie sehen Amseln ähnlich, wer Stare kennt, kann sie aber auch aus der Entfernung schon durch ihr eher forsches Verhalten erkennen.

Die Vögel könne laut NABU bis zu 22 Zentimeter groß werden und bauen Nester in Höhlen. Typische Starenkästen sind größer als normale Nistkästen und sollten recht hoch angebracht werden. Neben Gärten nutzen Stare laut NABU auch Parks und Wälder zum Brüten. Zur Nahrung zählt neben Insekten auch Obst, aber auch die Futterstelle im Garten wird gerne aufgesucht und eher unwirsch geplündert. Im Sommer baden Stare auch gerne in Gruppen.

Infos zum Star in Kürze:

  • Aussehen: Im Frühling schillerndes Gefieder. Schwarz mit violetten, blau/grünen und bronzefarbenen Akzenten und weißen Sprenkeln. Die Beine sind orange, der Schnabel gelb. Jungtiere sind laut dem Landesverband für Vogelschutz (LBV) erst mal graubraun, die Mauser folgt im Spätsommer. Die Schnabelfarbe ändert sich je nach Alter und auch das Gefieder (Schlichtkleid) ist im Winter dunkler mit Perlmuster dank weißer Federspitzen. Die Schnäbel sind im Winter ebenfalls dunkler.
  • Größe: Rund 20 Zentimeter
  • Gesang: Entweder ist ein eher heiserer Ruf zu hören, den der NABU als „ärr“ beschreibt, oder sie imitieren. Dabei können es nicht nur Vogelstimmen, sondern auch Melodien und andere Geräusche sein.
  • Nestsuche: Das Männchen sucht zunächst einen geeigneten Ort und trägt Nistmaterial heran. Auf dem Nistkasten oder -platz sitzend, informiert er dann mit gespreizten Flügeln recht laut die Damenwelt. Wenn das Weibchen das Nest akzeptiert, baut sie weiter. Ab April wird gebrütet.
  • Geselligkeit: Stare sind außerhalb der Brutzeit in Schwärmen unterwegs. Auch beim Brüten schätzen sie die Gesellschaft anderer Starenpaare.
  • Nahrung: Stare nehmen, was sie kriegen können. Im Frühling können das laut LBV Kleintiere sein, die Jungtiere brauchen proteinreiche Nahrung, und im Sommer stehen auch Früchte sowie Beeren auf dem Speiseplan. Dabei werden auch mal Obstbäume überfallen. Stare, die hier überwintern, suchen auch Futterstellen mit Weichfutter und Nüssen auf.
  • Voraussetzung für glückliche Stare: Laut LBV sind das Gebäude oder Bäume mit Bruthöhlen sowie Flächen mit niedriger Vegetation in 500 Metern Nähe dazu, die Nahrung bieten.
  • Gefährdung: Die Staren-Bestand geht zurück, aktuell gilt er als gefährdet. Der Star war zuletzt 2018 Vogel des Jahres.
  • Problematik: Laut LBV werden Stoppelfelder im Sommer seltener und oft gleich durch Neuansaat ersetzt. Insgesamt gehen die Weideflächen zurück, auf denen Stare Nahrung finden würden, zudem fehlen Hecken mit Beeren am Feldrand. Auch Biozide und mehr vernichten die Nahrung der Stare, ebenso gibt es weniger Brutplätze, auch durch Sanierungsmaßnahmen.

Früher wurden laut LBV Stare gezielt angelockt, um Schädlinge zu fressen, da sie sich leider auch über die Ernte her machten, kam es bis in die 1980er Jahre zu Vergiftungen und zum Fangen der Tiere. Aktuell ist die größte Gefahr dennoch der schwindende Lebensraum mit wenigen Brutplätzen und Nahrung.

Hier können Sie als Gartenbesitzer aber helfen. Starenkästen sind auch optisch meist hübsch anzusehen und in beinahe jedem Dorf zu finden. Wer also einen Garten hat, kann den passenden Nistkasten anbringen und bei größeren Flächen auch für die geeignete Nahrungsgrundlage sorgen. Sollten genug Obstbäume wie Kirschen oder auch Wein vorhanden sein, darf vielleicht einer der Bäume ungeschützt für die Stare stehen bleiben, während der Rest abgeerntet wird. Auch Wasserschalen im Garten helfen den Tieren. Große, flache Schalen sorgen für mehr Badegäste.

Rubriklistenbild: © IMAGO / blickwinkel

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