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Spitzmaus im Garten: Ein wichtiger Nützling mit irreführendem Namen

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Von: Mattias Nemeth

Falls Sie sich Fragen, warum Sie sich eine Maus in den Garten holen sollten: Das sollen Sie gar nicht. Denn die Spitzmaus ist gar keine Maus, sondern eine Verwandte des Igels.

München – Eine Spitzmaus ist eine wahre Fressmaschine. Sie frisst sich kreuz und quer durch die vielseitige Schädlingswelt des Gartens und dies zu Land und zu Wasser. Dabei vertilgt sie leicht und locker das 130-fache ihres Körpergewichts an Raupen, Schnecken, Maulwurfsgrillen, Spinnen und Asseln.

Spitzmaus im Garten: Ein wichtiger Nützling mit irreführendem Namen

Spitzmäuse gehören auch zu den natürlichen Feinden der gefräßigen Gemüseeulen, wie kraut&rüben berichtet. Umso schöner, wenn sich eines oder besser mehrere dieser scheuen Tiere im Garten ansiedelt. Dazu muss ihnen aber auch ein entsprechender Lebensraum geboten werden. Der Lebensraum weicht je nach Art ab. Aber generell lassen sich in Deutschland mehrere Arten von Spitzmäusen finden, das sind:

Letztere geht tatsächlich tauchend auf Beutejagd. Dort frisst sie unter anderen Insektenlarven. Ansonsten verrät der Name bei allen Arten auch den Lebensraum bis auf die Zwergspitzmaus. Diese teilt sich ihren Lebensraum mit der Waldspitzmaus.

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Eine Spitzmaus, die auf einen bemossten Stein sitzt und ihre Nase in die Luft streckt. (Symbolbild)
Vor allem am Kopf erinnert die Spitzmaus an ihren Verwandten den Igel. (Symbolbild) © Nature Picture Library/Imago

Spitzmaus im Garten: So locken Sie ihn an

Spitzmäuse brauchen einen ungestörten Platz unter Steinen, Reisig, Laub, Sträuchern oder auch in hohlen Baumstümpfen. Dort können sie sich tagsüber zurückziehen. Natürlich muss auch ein entsprechendes Nahrungsangebot vorhanden sein. Also je naturnaher der Garten ist, desto wahrscheinlicher ist es, das sich einer dieser scheuen Igelverwandten in Ihren Garten verirrt. Generell lässt sich sagen, dass ein igelfreundlicher Garten auch attraktiv für die Spitzmaus ist. Sie bemerken die Anwesenheit dieser seltenen Gartenbewohner oft durch ein Fiepen. Beispielsweise wenn der Regner ihnen eine unfreiwillige Dusche verpasst.

Spitzmaus im Garten: Giftdrüsen, Mauskarawanen und Hitler

Haben Sie dem Insektenfresser mit dem irreführenden Namen einen passenden Lebensraum geschaffen, sollten Sie noch das hier über dieses ganz besondere Säugetier wissen: 1942 verhinderte Adolf Hitler, dass es den viel weniger irreführenden Namen „Spitzer“ bekommt. Den Antragstellern drohte er sogar damit, sie in Baubataillone an die russische Front zu schicken.

Einen außergewöhnlichen Namen hätten die Spitzmäuse aber auf jeden Fall wegen ihrer vielen Eigenheiten verdient. So sind die Wasser- und die Sumpfspitzmaus die einzigen europäischen Säugetiere mit Giftdrüsen. Mit ihrem Gift können sie Insekten und kleinere Tiere wie junge Frösche lähmen. Für Katzen, die sie übrigens wegen ihrem Moschusduft nicht fressen, nur töten, stellen sie keine Gefahr dar. Auch dem Menschen schadet das Gift nicht, im schlimmsten Fall löst es einen leichten Hautausschlag aus. Dennoch sollte man nach einem Biss oder Kratzer dieser Tiere einen Arzt aufsuchen, da sie wie viele Wildtiere auch Krankheiten übertragen können*.

Ein besonderes Spektakel dürfen wohl nur die wenigsten Menschen je beobachten: die Spitzmauskarawane. Dabei läuft das Muttertier voraus und in ihrer Schwanzwurzel verbissen laufen die Jungtiere, die sich ebenfalls in die Schwanzwurzel des Vordermanns verbissen haben. Bei Gefahr sammelt das Muttertier so ihre Jungtiere ein oder zieht mit ihnen um. Allein für dieses putzige Naturspektakel lohnt es sich, die Spitzmaus anzusiedeln.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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