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Spinnen: Deshalb sind die Tiere absolut kein Grund für Panik

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Von: Franziska Irrgeher

Spinnen sind für so manche Phobie verantwortlich. Sie bewegen sich schnell, unerwartet und die vielen Beine irritieren. Dabei sind die Tiere eigentlich hilfreiche Nützlinge.

Köln – Spinnen spalten die Gesellschaft wie kaum ein anderes Tier. Bei ihrem bloßen Anblick beginnen einige Menschen zu kreischen und hysterisch wegzulaufen. Die Arachnophobie ist für Betroffene nicht witzig. Doch wer um den Nutzen der kleinen Tierchen weiß, kann sich vielleicht irgendwann seiner Angst stellen.

Spinnen: Deshalb sind die Tiere absolut kein Grund für Panik

Spinnen begegnen uns fast täglich, sei es im Haus oder draußen im Garten oder der Natur beim Spaziergang. Man kann also kaum planen, wann man eine Spinne trifft. Experten gehen sogar davon aus, dass man theoretisch nie mehr als drei Meter von einer Spinne entfernt ist. Für Phobiker ist das ein wahrer Alptraum. Doch das negative Image von Spinnen ist nicht neu.

Zu sehen ist eine Gartenkreuzspinne in ihrem Netz vor unscharfem dunkelgrünen Hintergrund (Symbolbild).
Spinnen gehören zum Leben dazu, sind aber meist harmlos (Symbolbild). © STAR-MEDIA / Michael Schöne / Imago

Spinnen: Phobien, Literatur und Theorien

In zahlreichen literarischen Texten werden beispielsweise negativ konnotierte, gefährliche Frauenfiguren als „Spinnenfrau“ bezeichnet. Arachne wurde in der griechischen Mythologie in eine Spinne verwandelt. Die Liste ließe sich fortführen. Das Image kommt wohl daher, dass einige Spinnen nach der Paarung die Männchen fressen.

Arachnophobie, also die Angst vor Spinnen, ist eine spezifische Phobie und eine der verbreitetsten weltweit, so Planet Wissen. Warum genau Spinnen uns oft so einen Schrecken einjagen, dazu gibt es laut Planet Wissen drei Theorien. Die erste geht davon aus, dass unsere Vorfahren sich vor gefährlichen Spinnen in Acht nehmen mussten. Die zweite besagt, dass die Angst mit der Art der Fortbewegung der Tiere zu tun hat. Die dritte Theorie geht davon aus, dass Kinder die Angst von den Eltern lernen. Wobei Sie die letzte Theorie ganz einfach in der eigenen Familie überprüfen könnten.

Spinnen: So leben die harmlosen Tiere draußen

Nun gibt es zumindest in Deutschland aber keine tödlich giftigen Spinnen. Selbst Vogelspinnen sind nicht sonderlich gefährlich, selbst wenn sie beißen. In Deutschland gibt es drei schwach giftige oder giftige Spinnen: die Wasserspinne, den Dornfinger und die Kreuzspinne. Von Spinnen geht also bei uns keine wirkliche Gefahr aus. Im Gegenteil: Sie sind eigentlich überaus nützliche Tiere. Eine alte Weisheit besagt beispielsweise, dass eine Spinne im Haus gute Luft anzeigt. Gegen Insekten wie Fliegen im Sommer können Spinnennetze durchaus hilfreich sein, ansonsten können Sie Spinnen aber auch sanft wieder nach draußen setzen.

Denn draußen liegt das eigentliche Habitat der Tierchen. Spinnentiere gehören zu den Gliederfüßern und es gibt geschätzt zwischen 50.000 und 100.000 Arten. Neben Webspinnen und Weberknechten gehören beispielsweise auch Milben wie die Spinnmilbe zu den Spinnentieren. Auch Zecken zählen dazu. Spinnentiere erkennt man im Gegensatz zu Insekten, die einen dreigliedrigen Körper haben, an ihren zwei Körperteilen. Zudem haben Spinnentiere vier Beinpaare im Gegensatz zu Insekten, wobei einzelne Beinpaare teils auch andere Funktionen haben können. Spinnentiere haben Punktaugen und ein Strickleiternervensystem.

Vor allem die Netze der Spinnen faszinieren nicht nur Fotografen. Spinnennetze sind wahre Kunstwerke, laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) existieren beispielsweise:

Spinnen gibt es in jeder Größe und sie sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. Biologe Thomas Lübcke erklärt gegenüber Planet Wissen, dass sie regulierend auf die Bodengemeinschaft wirken. Spinnen könnten nicht nur gut Vibrationen wahrnehmen, sondern auch Luftbewegungen und Schallwellen. Spinnen wachsen per Häutung und sind danach laut Planet Wissen jedes Mal um ein Fünftel größer. Wichtig sind Spinnen aber vor allem, da sie auch Schädlinge fressen, darunter auch die ein oder andere Fliege oder Mücke.

Spinnen halten uns also diverse nervige Tiere vom Leib, vor allem aber tun sie uns nichts und sollten daher freundlich behandelt und behutsam nach draußen gesetzt werden. Neben der Vorteile für die Natur wird auch die Wirkung von Spinnengift in der Medizin immer weiter erforscht.

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