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Schlangen im Garten: Welche es gibt und warum sie ein Grund zur Freude sind

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Gärtnerinnen und Gärtner, die eine Schlange bei der Gartenarbeit entdecken, erschrecken oft. Dabei sind die Tiere eigentlich etwas Positives. Diese Schlangen gibt es und so harmlos sind sie.

Hamburg – Bei der Gartenarbeit an warmen Tagen kann es manchmal passieren, dass man unverhofft auf eine Schlange trifft. Die verstecken sich gelegentlich im Kompost, unter Steinen oder Ästen oder sonnen sich. Gärtnerinnen und Gärtner bekommen dann oft erst mal einen Schreck und haben Angst, dass die Tiere gefährlich sein könnten. Doch die meisten Schlangen sind harmlos.

Schlangen im Garten: Welche es gibt und warum sie harmlos sind

Schlangen gehören zu den Schuppenkriechtieren und haben in den meisten Fällen fast vollständig zurückgebildete Extremitäten. Daher auch die typisch schlängelnde Fortbewegung. Schlangen sind wechselwarme Tiere, das bedeutet, dass sie ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, sondern von der Umgebungstemperatur abhängig sind. Im Winter fallen daher viele in eine Kältestarre und auch im Frühjahr oder Herbst sind sie bei kühlen Temperaturen eher gemächlich unterwegs.

Im Garten kommen Schlangen oft nur bei idealen Bedingungen vor, Gärtner sollten sich also allgemein erst mal glücklich schätzen und sich über den Gast freuen. Gefahr geht von den Tieren in den seltensten Fällen aus, wir gehen darauf aber noch näher ein.

Zunächst ein Überblick über die häufigsten Schlangen in deutschen Gärten:

  • Ringelnatter (Natrix natrix): Ungiftig und harmlos, sie können bis zu 1,5 Meter lang werden
  • Kreuzotter (Vipera berus): Giftig, aber sehr selten und Bisse sind nur selten lebensgefährlich; sie wird bis zu 70, gelegentlich auch 90 Zentimeter lang
  • Schlingnatter (Coronella austriaca): Ungiftig, kann etwa 75 Zentimeter lang werden
  • Äskulapnatter (Zamenis longissimus/Elaphe longissima): Ungiftig und eher selten, sie kann etwa zwei Meter lang werden
  • Aspisviper (Vipera Aspis): Giftig und vom Aussterben bedroht; sie kann bis zu 90 Zentimeter lang werden

Eines haben diese Schlangen alle gemeinsam: Sie stehen unter Schutz, selbst die Ringelnatter. Sie dürfen alle Schlangen also weder töten, noch fangen. Häufig zu den Schlangen gezählt wird außerdem fälschlicherweise die Blindschleiche. Sie gehört aber zu den Echsen und ist komplett harmlos.

Die Aspisviper ist eher selten (Symbolbild).

Neben der schwarzgefleckten Ringelnatter gibt es laut Deutscher Wildtier Stiftung auch die Barren-Ringelnatter (Natrix n. helvetiva), die noch nicht so lange als eigene Art gilt. Sie ist aber recht selten, ebenso wie die Aspisviper.

Insgesamt sind viele der bei uns vorkommenden Schlangen harmlos und ungiftig. Selbst bei den giftigen Exemplaren ist meist ein Biss nicht lebensgefährlich für Menschen. Gefährlich wird es erst bei mehreren Bissen durch Giftschlangen, denn die Giftmenge ist eigentlich auf die kleinen Beutetiere ausgerichtet. Schlangen beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen und flüchten meist schon lange, bevor der Mensch sie entdeckt.

Die Kreuzotter können Laien schonmal mit anderen Schlangen verwechseln (Symbolbild).

Schlangen im Garten: Lebensraum und Nutzen

Wer eine Schlange im eigenen Garten findet, kann sich äußerst glücklich schätzen. Naturverbundene Gärtner können aber auch versuchen, ideale Bedingungen für die Tiere zu schaffen und so Eidechsen oder gar Schlangen anzulocken. Dazu gehört aber auch, dass potenzielle Gefahrenquellen wie Lichtschächte, in die auch Kröten fallen können, abgedeckt werden.

Schlangen fressen oft Mäuse und halten damit die Nager aus dem Garten fern. Schlangenexperte Franz-Gerstein von der Wildtier Stiftung erwähnt, dass sogar Häutungsreste von Schlangen durch ihren Geruch schon Ratten und Mäuse fern halten. Außerdem fressen Schlangen auch je nach Art Eidechsen, Frösche sowie Vögel oder Eier.

Die Schlingnatter ist eine der harmlosen und ungiftigen Schlangen (Symbolbild).

Wie auch viele andere Tiere leiden die Schlangen bei uns unter baulichen Veränderungen, denn ihr natürlicher Lebensraum wird dabei oft zerstört. Helfen können Gartenbesitzer laut der Deutschen Wildtier Stiftung mit naturnahen Gärten, in denen es Steinhaufen gibt, einen Teich und offenen Kompost mit Laub und Grünschnitt.

Schlangen wie hier die Äskulapnatter sonnen sich gerne (Symbolbild).

Schlangen sind wie auch Eidechsen extrem empfindlich, was die ideale Umgebung angeht. Seien Sie daher als Gartenbesitzer oder Gartenbesitzerin nicht traurig, wenn die Tiere trotz idealer Bedingungen sich nicht ansiedeln wollen. Vorsicht ist bei bekanntem Schlangenbestand dann vor allem beim Kompost geboten, um die Tiere nicht zu stören. Falls Sie dagegen Schlangen wie Ringelnattern im Garten haben und Angst vor den Tiere haben, können Sie sich an Naturschutzorganisationen wenden. Die geben Tipps zum richtigen Verhalten und wissen, ob das Tier umgesiedelt werden darf.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Shotshop

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