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Pestizide im Naturschutzgebiet: Darum sind auch dort Insekten gefährdet

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Von: Mattias Nemeth

Untersuchungen fanden heraus, dass auch in Naturschutzgebieten Insekten von Pestiziden bedroht werden und sogar bereits belastet sind.

München – Die Anzahl der Insekten sinkt bedrohlich. Einer der größten Gründe sind unter anderem Pestizide. Diese erhitzen die Gemüter, aber spalten auch die Meinungen. Dabei ging es hauptsächlich um die Nutzung in der Landwirtschaft. Jedoch gehen deutsche Studien nun einen Schritt weiter und prüfen die Belastung und ermitteln das Risiko für die Insekten in Naturschutzgebieten. Das Ergebnis ist alarmierend.

Pestizide im Naturschutzgebiet: Darum sind auch dort Insekten gefährdet

Die Anzahl der Insekten geht auch in Schutzgebieten zurück. Deshalb untersuchten Forscher von Mai bis August 2020 in 21 verschiedenen Naturschutzgebieten, von der Heidedünen im Norden von Schleswig-Holstein über die Insel im Greifswalder Bodden bis zur Halde im Süden von Baden-Württemberg. Um die Belastung festzustellen, haben die Forscher Fallen aufgestellt. Die Untersuchung bestätigten die Befürchtungen der Forscher. In allen Schutzgebieten konnten durchschnittlich 17 Belastungen an Insekten festgestellt werden. Insgesamt wurden 47 unterschiedliche Pestizide nachgewiesen. Unter anderen:

Ein blauer Geisskleeblaeuling auf einer Wildblume. (Symbolbild)
Die Insektenvielfalt geht zurück, auch in Naturschutzgebieten sind sie nicht mehr sicher. (Symbolbild) © M. Kuehn/Imago

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Pestiziden im Naturschutzgebiet: Das bedeuten die Daten

Weitere und tiefergehende Analysen zeigten laut dem Forscher einen Zusammenhang mit landwirtschaftlichen genutzten Flächen ohne ausreichende Pufferzonen in Form von Blühstreifen und Grünflächen. Allerdings stellt das Ergebnis kein vollständiges Bild dar. Denn wie GEO berichtet, betont das Team, dass eine Dunkelziffer bei der Kontaminierung wahrscheinlich ist. Denn insbesondere Insektizide könnten die Mobilität der Insekten stark einschränken und sie so gar nicht mehr bis zu den Fallen kommen lassen. Wie der Spiegel berichtet, fordert deshalb das Forscherteam um Carsten Brühl von der Universität Koblenz-Landau im Fachblatt »Scientific Reports« größere Pufferzonen zwischen Naturschutzgebieten und landwirtschaftlichen Flächen. „Der Insektenschwund sei in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen besonders offensichtlich und gehe dort auch mit einem Rückgang von Vögeln einher“, schreiben die Forscherinnen und Forscher. Zu der Gruppe zählen ebenfalls Mitarbeiter des entomologischen Vereins Krefeld, die an der Untersuchung beteiligt waren. Die Pufferzonen würden die Naturschutzgebiete sicherer machen vor der Belastung, da die Insekten weitere Wege zu den Schadstoffen zurücklegen müssten. Somit könnten die Naturschutzgebiete wieder ein geeigneterer Ort für die Lebewesen werden.

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