1. 24garten
  2. Mein Garten
  3. Tiere

Moorfrosch: Deswegen färbt sich das Tier manchmal knallblau

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anna Katharina Küsters

Der Moorfrosch ist auch in Deutschland verbreitet, Gartenfans müssen nur ganz genau hinschauen. Denn das Tier ist mit sieben Zentimetern recht klein.

Berlin – Der Moorfrosch tummelt sich am liebsten dort, wo es besonders feucht ist. Deswegen kennen viele Gartenfreunde den kleinen Amphibien-Vertreter wahrscheinlich noch nicht. Besonders häufig kommt er in Sumpfgebieten in Nord- und Ostdeutschland vor. Dabei lohnt es sich, das Tier genauer unter die Lupe zu nehmen, denn er hat erstaunliche Fähigkeiten. Einmal im Jahr färben sich die Männchen zum Beispiel aus einem ganz bestimmten Grund knallblau.

Moorfrosch: Deswegen färbt sich das Tier manchmal knallblau

Gärtnerinnen und Gärtner in Süd- und Westdeutschland haben weniger Glück als Bewohnerinnen und Bewohner des Nordens und Ostens. In Süd- und Westdeutschland ist die Population des Moorfrosches so weit zurückgegangen, dass das Tier dort mittlerweile als stark bedroht gilt. Bei Wanderungen durch Moorlandschaften oder Flussauen oder sumpfige Wälder können Gartenfans aber auch dort Glück haben und den kleinen Moorfrosch entdecken.

Sein Erkennungsmerkmal ist ohne Frage seine bläuliche Färbung. Den Großteil des Jahres ist die jedoch nicht zu erkennen, charakteristisch sind daneben noch:

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist der Bauch des Moorfrosches hell und in der Regel ohne Flecken. Der Moorfrosch gehört zur Familie der Echten Frösche und zählt mit anderen Fröschen wie etwa dem Springfrosch zur Gruppe der sogenannten Braunfrösche.

Moorfrosch: Fortpflanzung im Frühjahr

Geht es an die Fortpflanzung, sammeln sich Moorfrösche ähnlich wie Erdkröten an einer Wasserstelle und beginnen mit ihrem Balzruf. So kommen mitunter ganze Froschchöre zusammen, die eine nicht zu unterschätzende Lärmquelle sein können. Das sollte Gartenfreunde jedoch nicht davon abhalten, die Tiere zu schützen, denn auch die Laichzeit geht irgendwann vorbei. In der Regel zieht sie sich über zehn Tage im März oder Anfang April. Die Weibchen legen pro Saison einen Laichballen ins Wasser ab, der zwischen 500 und 3.000 Eiern enthalten kann, abhängig von der körperlichen Verfassung des Weibchens. Nach rund drei Monaten als Kaulquappen entwickeln sich die Larven zu Landtieren.

Zu sehen ist ein Teich, in dem mehrere blaue Moorfrösche schwimmen (Symbolbild).
Zur Laichzeit färben sich die Männchen der Moorfrösche blau (Symbolbild). © Imago

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Moorfrosch: Ursache der blauen Farbe

Zur Laichzeit im Frühjahr sind besonders die Männchen leicht im Gewässer zu erkennen, denn sie verfärben sich mitunter am ganzen Körper knallblau. Damit hat der Moorfrosch ein Alleinstellungsmerkmal, denn diese Art der Transformation ist sonst von wenigen Fröschen bekannt. Diese Verwandlung fällt unter die Kategorie des Geschlechtsdiphormismus. Geschlechtsdiphormismus beschreibt das Phänomen, wenn sich Weibchen und Männchen einer Art durch bestimmte Merkmale sehr stark voneinander unterscheiden. Geschlechtsorgane sind dabei ausgenommen.

Der Grund für die Blaufärbung der Männchen ist bis heute nicht in Gänze geklärt. Forschende vermuten, dass die Männchen damit paarungsbereite Weibchen beeindrucken wollen. Welche Faktoren die Blaufärbung jedoch auslösen, ist ungewiss. So stellten Wissenschaftler fest, dass sich die Färbung je nach Region, Zeitpunkt, Wetter und Bestandsdichte verändern kann.

Auch interessant