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Maulwurfsgrille: Nachtaktiver Gast im Garten und Beet

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Von: Franziska Irrgeher

Zu sehen ist eine Maulwurfsgrille auf sandigem Boden in Nahaufnahme (Symbolbild).
Maulwurfsgrillen sind recht harmlos und gelten als „stark gefährdet“ (Symbolbild). © blickwinkel / Imago

Maulwurfsgrillen sind seltsame Geschöpfe, die man im Garten selten zu Gesicht bekommt. Statt der Tiere sieht man oft den Schaden im Boden. Aber stören Maulwurfsgrillen wirklich?

Berlin – Maulwurfsgrillen sind seltsame Tiere, zumindest optisch. Ein wenig wie eine Mischung aus Maulwurf und Grille, rund sieben Zentimeter lang und eigentlich nachtaktiv. Gelegentlich verirren sich auch Maulwurfsgrillen tagsüber an die Erdoberfläche und sorgen dann für Verwunderung und Ratlosigkeit. Doch sind sie störend im Garten?

Maulwurfsgrille: Kurioser Mitbewohner oder lästiges Tier im Garten?

Maulwurfsgrillen (Gryllotalpa gryllotalpa) sehen bei näherer Betrachtung eigentlich sehr niedlich aus mit ihrem langen, grillenartigen Körper, den Vorderbeinchen zum Graben und ihren abstehenden Fühlern. Sieht man das Tier aber lebendig und urplötzlich im Garten, kann man sich durchaus erschrecken. Maulwurfsgrillen sind auch als Werren bekannt, sie haben laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Grabschaufeln, mit denen sie Tunnel graben. Übrigens können die Tiere theoretisch sogar schwimmen und fliegen. Zu Gesicht bekommt man die nachtaktiven Tiere selten, zudem gab es sie früher in einigen Gegenden häufiger als heutzutage.

Zu sehen ist eine Maulwurfsgrille auf sandigem Boden in Nahaufnahme (Symbolbild).
Maulwurfsgrillen sind recht harmlos und gelten als „stark gefährdet“ (Symbolbild). © blickwinkel / Imago

In ihrer Lebensweise ähnelt die Maulwurfsgrille durchaus dem Maulwurf. Laut NABU ernährt sie sich von Bodenlebewesen wie Schnecken-Eiern oder Würmern. Pflanzenwurzeln fressen sie laut NABU entgegen der häufigen Annahme aber nicht bevorzugt, einzige Ausnahme: Nahrungsmangel. Auch beim Anlegen von Nestern kann es sein, dass darüberliegende Graswurzeln abgefressen werden. Übrigens kümmern sich Maulwurfsgrillen auch nach dem Schlüpfen noch um ihren Nachwuchs.

Und doch gibt es da ein kleines Problem, denn die Tierchen graben Gänge. Lange Gänge, dicht unter der Oberfläche und das gerne in lockerem Boden wie etwa im Beet. Daher gilt: Ja, Maulwurfsgrillen können im Garten irgendwann stören, doch sie stehen auf der roten Liste, aktuell unter „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“, sollten daher maximal lebend gefangen und umgesiedelt werden.

Maulwurfsgrille: So fangen Sie die grabenden Gartengäste

Bevor nun die Falle vorbereitet wird, sollten Gartenfans sich fragen, ob das wirklich nötig ist. Wie der NABU berichtet, sind Maulwurfsgrillen inzwischen aus einigen Regionen ganz verschwunden, der LBV hat sogar eine Meldeaktion gestartet, um einen Überblick über ihre Lebensweise zu bekommen. Dennoch können Maulwurfsgrillen natürlich im Beet stören, denn die Grabaktionen verschieben schonmal die ein oder andere Jungpflanze. Da bieten sich beispielsweise vorbeugend Hochbeete mit Gittern am Boden an.

Sind die Maulwurfsgrillen aber schon im Beet, sollte man sie möglichst behutsam fangen: Graben Sie dazu einige Behälter mit glatten Wänden mit der Öffnung nach oben ins Beet ein. So, dass die Öffnung ebenerdig abschließt und stellen Sie ein Holzbrett mit der schmalen Seite darauf. Noch besser wären mehrere Bretter, die sternförmig auf die Fallen zulaufen. Nachts krabbeln Maulwurfsgrillen an die Erdoberfläche, laufen dann bestenfalls am Brett entlang und landen in der Falle. Nun können Sie die Tierchen umsiedeln (bitte nicht in Nachbars Garten).

Daneben nennt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft auch Nematoden als Bekämpfungsmethode. Mit Steinernema carpocapsae könne so gegen die Larven der Maulwurfsgrille vorgegangen werden, wobei die Anwendung über zwei bis drei Jahre nötig sei. Nematoden können auch gegen andere Schädlinge hilfreich sein.

Maulwurfsgrille: Natürliche Feinde

Daneben hat aber natürlich auch eine Maulwurfsgrille natürliche Feinde. So stehen die Tiere auf dem Speiseplan von Grabwespen, Spitzmäusen, Maulwürfen, Vögeln wie Widehopf, Star oder Krähe und mehr.

Nicht vergessen sollten Gartenfans zudem, dass auch die Maulwurfsgrille ein Nützling sein kann, da sie unter anderem Schnecken-Eier vertilgt und auch Engerlinge frisst. Die Bekämpfung sollte daher wirklich nur eine Maßnahme für den Notfall sein. Wobei wir nicht abstreiten wollen, dass ein auftreten vieler Maulwurfsgrillen enorme Schäden anrichten kann.

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