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Magnetsinn: Deswegen ist das Magnetfeld der Erde für viele Gartentiere so wichtig

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Von: Anna Katharina Küsters

Mit dem Magnetsinn sind mehr Gartentiere ausgestattet, als viele Menschen vielleicht vermuten. Dieser hilft ihnen bei der Orientierung.

München – Im Garten wimmelt es besonders im Sommer nur so von großen und kleinen Tieren, die beschäftigt ihrer Wege gehen. Dabei sind sie auf Nahrungssuche, Partnersuche oder machen kurz Rast, bevor es weiter geht zu ihrem eigentlichen Zielort. Das Faszinierende daran: Alle Tiere kommen ohne Probleme an ihr Ziel, einen Kompass oder Wegschilder brauchen sie dafür im Gegensatz zum Menschen nie. In den 1960er-Jahren fanden Forschende heraus, dass sich viele Tiere das natürliche Magnetfeld der Erde dafür zunutze machen und einen sogenannten Magnetsinn besitzen.

Magnetsinn: Diese Tiere aus Ihrem Garten orientieren sich am unsichtbaren Magnetfeld

Der sogenannte Magnetsinn hilft nicht nur Zugvögeln dabei, sich zu orientieren. Auch im Garten krabbelt und läuft so manches Tier nur zum passenden Ort, weil es sich das Magnetfeld der Erde als Orientierungshilfe nimmt. Dabei versteckt sich der Magnetsinn bei jedem Tier so gut, dass Forschende bis heute von Tier zu Tier nur Annahmen treffen können, wo er sich befindet. Zudem ist es bisher nicht gelungen, eine lückenlose Aufzeichnung der Erregungsleitung zwischen diesem Punkt und dem Gehirn der Tiere zu dokumentieren. Selbst wenn es bei manchen Tieren Anhaltspunkte gibt, wo der Magnetsinn sitzt.

Umso spannender ist es, die Gartenfreunden sehr geläufigen und gewöhnlichen Tiere mit Magnetsinn genauer zu betrachten. Folgende Tiere im Garten haben vermutlich einen Magnetsinn im Körper, den sie zur Orientierung nutzen:

Die Liste lässt sich beliebig lange fortsetzen. Es lohnt sich aber, vier der uns bekannten Tiere genauer anzuschauen. Denn dann wird schnell klar, wie unterschiedlich sich der Magnetsinn bei jedem Tier auswirkt.

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Magnetsinn: Der Weg der Ameisen und Tauben

Ameisen krabbeln in jedem Garten umher und suchen sich ihren eigenen Weg. Statt Ameisen im Garten zu bekämpfen*, sollten Gartenfans sie das nächste Mal besser beobachten. Denn was für viele Gärtnerinnen und Gärtner oft nach einem heillosen Durcheinander aussieht, ist eigentlich eine streng organisierte und zielführende Wegfindung der Tiere. Besonders hilfreich ist bei Ameisen dabei ihr Magnetsinn und den vermuten Forschende in den Antennen der Tiere. So fanden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München beispielsweise in einer Studie heraus, dass bei der brasilianischen Ameise Pachycondyla marginata Magnetkristalle in den Antennen sitzen. Sie vermuten, dass die Ameisen mit diesen winzigen Magnetkristallen das Magnetfeld der Erde wahrnehmen und sich so anhand der Nord-Süd-Achse orientieren.

Zu sehen ist eine Ameise, die auf einem tropfnassen Ast von links nach rechts läuft (Symbolbild).
Ameisen orientieren sich unter anderem über ihren Magnetsinn in den Antennen (Symbolbild). © Valery Sharifulin / Imago

Neben ihrem Magnetsinn nutzen die Ameisen laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) aber auch noch andere Methoden, um Probleme wie überfüllte Ameisenstraßen und Massenaufläufe zu verhindern. Drohen die Hauptstraßen der Ameisen zu verstopfen, beginnen die Tiere ihnen entgegenkommende Ameisen einfach von der Straße auf einen anderen Weg zu schubsen. So entlasten sie die Hauptstraße und verhindern einen kompletten Stillstand wegen Überfüllung.

Auch Tauben nutzen zur Orientierung ihren integrierten Magnetsinn. Nicht umsonst wurden sie lange Zeit als Brieftauben durch die Gegend geschickt, denn dass eine Taube sich mal verfliegt, kommt so gut wie nie vor. Im Gegensatz zu Ameisen vermuten Forschende den Magnetsinn der Tauben im Auge. Mit dessen Hilfe finden sie immer wieder problemlos in ihren Taubenschlag zurück. Was den Tieren jedoch auch hilft, sind menschengemachte Straßennetze. Forschende fanden heraus, dass Tauben in der Stadt teilweise große Umwege fliegen, um sich auf dem Heimweg an Straßen zu orientieren. Erst wenn es davon keine mehr gab, flogen die Tiere querfeldein.

Magnetsinn: Verlorene Haushühner und Füchse

Ähnlich wie Rinder beziehungsweise Milchkühe orientieren sich auch Haushühner anhand des Magnetfeldes der Erde. Der Magnetsinn hilft besonders den Küken der Nutztiere. Forschende vermuten bei Hühnern den Magnetsinn ebenfalls wie bei Tauben in den Augen. Besonders Küken hilft er bei der Orientierung, um das Mutterhuhn wiederzufinden. Dabei suchen sie immer in der von ihnen als Norden bewertete Richtung nach ihrer Mutter.

Füchse stehlen zwar immer mal wieder gerne Hühner und Gänse, wenn sie dran kommen. In der Regel erbeuten sie jedoch Mäuse in freier Wildbahn. Dabei verlassen sie sich besonders auf ihren Gehörsinn, schleichen sich an die Mäuse heran und springen dann in einem großen Satz von oben auf ihre Beute. Forschende fanden heraus, dass die Sprünge der meisten Füchse gen Norden ausgerichtet sind. Dahinter wird ebenfalls ein integrierter Magnetsinn bei Füchsen vermutet. Beutesprünge in andere Himmelsrichtungen waren deutlich weniger erfolgreich als die Nordsprünge. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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