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Licht im Garten schadet Tieren: Warum weniger Beleuchtung besser für die Natur ist

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Von: Franziska Irrgeher

Wenn es im Herbst wieder dunkler wird, kommt oft künstliche Beleuchtung zum Einsatz. Sogenannte Lichtverschmutzung ist aber nicht nur im Garten problematisch.

Leipzig – Gartenbeleuchtung ist etwas Tolles, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Denn wo Menschen laue Sommerabende oder kuschelige Herbstnächte draußen mit Beleuchtung verbringen, fühlen sich Tiere oft gar nicht mehr wohl. Lichtverschmutzung im Garten und auch in der Stadt sollte vermieden werden, aus gutem Grund.

Licht im Garten schadet Tieren: Warum weniger Beleuchtung besser für die Natur ist

Gartenbeleuchtung oder auch bunt beleuchtete Gebäude in der Nacht sehen toll aus, keine Frage. Künstliche Beleuchtung kann aber zum echten Problem werden, das Stichwort lautet Lichtverschmutzung. Und die betrifft sowohl Städte als auch ländliche Gebiete.

Nun ist eine einzelne Gartenparty ein Mal im Monat oder ein geselliger Abend mit Feuerschale und Terrassenbeleuchtung noch kein Problem, anders sieht es mit grellen Lichterketten, Scheinwerfern oder Dauer-Bestrahlung der Hauswand oder Bäume aus. Es gibt gute Gründe gegen zu viel Licht im Garten und am Haus, aber ebenso viele Alternativen, mit denen sich Mensch und Tier wohlfühlen. Gartenbeleuchtung geht auch tierfreundlich.

Zu sehen ist ein greller Scheinwerfer im Außenbereich von hinten, vor ihm die leuchtenden Flugspuren verwirrter Insekten (Symbolbild).
Insekten können durch Kunstlicht die Orientierung verlieren (Symbolbild). © Gottfried Czepluch/Imago

Licht im Garten schadet Tieren: Nicht nur für nachtaktive Tiere ein Problem

Lichtverschmutzung bezeichnet die ständige Abwesenheit völliger Dunkelheit in der Nacht. Der Nachthimmel wird künstlich aufgehellt. Dabei geht es darum, dass natürliches Licht durch das künstliche verschmutzt wird. Und das ist vor allem hinsichtlich des Naturschutzes problematisch. Wer schon einmal aus dem Zug oder von der Straße aus auf eine Großstadt bei Nacht geblickt hat, weiß, wie hell es über dem und um das Siedlungsgebiet ist, auch wenn nicht alle Häuser hell erleuchtet sind.

Doch Lichtverschmutzung ist nicht nur in der Stadt ein Problem, auch auf dem Land. Ganz unabhängig von der Tierwelt ist in zu hellen Gegenden beispielsweise auch das Beobachten der Sterne schwieriger. Vor allem aber leiden Tiere unter zu viel Licht, für Menschen ist das oft erstmal schwer zu verstehen, schließlich können wir Lichtquellen einfach ignorieren. Tiere orientieren sich jedoch in einer idealen Welt an Dingen wie Tag und Nacht und natürlichen Lichtquellen wie dem Mond. Bei Glühwürmchen senden sogar die Insekten selbst nachts Lichtsignale, um Partner zu finden und das wird mit Gartenbeleuchtung richtig schwer.

Folgende Probleme ergeben sich durch künstliches Licht im Garten oder am Haus:

Was ergibt sich daraus nun für Gartenfans? Vor allem eines: Lichtverschmutzung schadet der Umwelt und damit im Umkehrschluss auch uns. Auch wenn es vielleicht nicht offensichtlich ist, so können fehlgeleitete Insekten beispielsweise weniger Pflanzen bestäuben, Bäume können durch dauerhaft zu helles Licht nachts Probleme bei erstem Frost bekommen und der Brutzyklus von Vögeln und das Verhalten von Fledermäusen kann durcheinander geraten.

Zu starke Lichtquellen im eigenen Garten gilt es also nachts abzuschalten. Doch auch in der Stadt können Menschen zum Naturschutz beitragen, wenn sie abends die Rollläden schließen und auf grelle Außenbeleuchtung verzichten. Einmal jährlich, meist im März, wird zudem die sogenannte Earth Hour veranstaltet, eine Stunde lang schalten dann alle Teilnehmer das Licht aus, der Umwelt zuliebe. Zudem gibt es die sogenannte Earth Night, die zuletzt am 7. September stattfand* und dasselbe Ziel verfolgt.

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Licht im Garten schadet Tieren: Lösungen für den Garten

Doch was kann man tun, wenn Lichtquellen draußen beispielsweise aus Sicherheitsgründen nötig sind? Es gibt einige gute Richtlinien. Der MDR empfiehlt eine Lichttemperatur unter 3.000 Kelvin, also gelb-orangfarbenes Licht. Von bläulichem oder weißem Licht werden Insekten hingegen angezogen. Zudem sollte natürlich so wenig Licht wie möglich eingeschaltet werden und laut MDR nach unten strahlen.

Daher lässt sich für den Garten mitnehmen:

Und was macht man nun in so einem stockfinsteren Garten? Bestenfalls die Natur genießen und Sterne beobachten. Sie werden überrascht sein, wie viele Fledermäuse, Igel, Insekten und andere Tiere „heimlich“ nachts unterwegs sind. Wer im Dunkeln ausharrt, wird deutlich mehr hören und erleben als bei heller Terrassenbeleuchtung. Meist ist der Nachthimmel inklusive Mond hell genug dafür und mit etwas Glück gibt es einen schönen Vollmond oder Sternenhimmel inklusive. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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