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Laub als Lebensraum: Diese Tiere leben in und von den Blättern

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Von: Franziska Irrgeher

Laubhaufen sieht man im Herbst viele, oft werden sie gleich entsorgt. Dabei ist Laub ein wichtiger Lebensraum und Nahrung für eine Vielzahl von Tieren.

Leipzig – Im Herbst verfärben sich Blätter bunt, dann fallen sie von den Bäumen und Büschen und bleiben auf dem Boden liegen. Würden wir sie nicht entfernen, kämen Tiere und Organismen, um sie zu zersetzen. Doch gerade in der Öffentlichkeit oder in sehr gepflegten Gärten ist Laub oft im Weg, stört optisch. Wir möchten daher aufzeigen, für welche Tiere Laub als Lebensraum dient und warum es definitiv kein Abfall ist.

Laub als Lebensraum: Diese Tiere leben in den Blättern

Wer aufmerksam durch die Natur geht, merkt schnell: Dort wird nichts verschwendet, es gibt keinen Müll. Nichts, das nicht mehr gebraucht wird. So leben unter anderem Pilze an sterbenden oder toten Bäumen, Regenwürmer ziehen Laub unter die Erde, um es langsam zu fressen und erzeugen so wertvolle Erde. Doch all das sehen wir nicht, es passiert entweder sehr langsam oder schlichtweg dort, wo Gartenfans es nicht mitbekommen. Gerade das Thema Laub spaltet im Herbst die Gesellschaft, eine Fraktion rückt mit Laubbläsern gegen jedes noch so kleine Blatt an, die anderen freuen sich und lassen die Blätter liegen.

Zu sehen ist ein Braunbrustigel, der zwischen gelbem Herbstlaub hervorschaut (Symbolbild).
Für Igel darf Herbstlaub natürlich liegen bleiben (Symbolbild). © Jack Perks/Imago

Laub ist ebenso wie Totholz und viele andere Dinge im Garten ein Lebensraum, nicht nur ein zusammengewürfelter Haufen Blätter. Folgende Tiere leben beispielsweise von und im Laub:

Laub als Lebensraum: Unordnung für mehr Leben im Garten

Mit Laub, Zweigen und Ästen kann man laut dem Regionalverband Leipzig des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) seinen Garten beleben, dort überwintern eine Menge Tiere. Neben Igeln nennt der NABU an kleinen Säugetieren beispielsweise auch die Spitzmaus. Außerdem seien dort unter anderem Molche zu finden, Falter, Raupen, Spinnen, Käfer, Erdkröte und einige mehr. Im Herbst kommt es also darauf an: Wollen Gartenfreunde einen natürlichen Garten mit Nützlingen, dann sollten sie auch Überwinterunmöglichkeiten wie Laub liegen lassen.

Erdkröten können beispielsweise überaus hilfreich im Garten sein, sie fressen Nacktschnecken. Wer Schmetterlinge will, sollte ebenfalls Laubhaufen oder andere Winterquartiere bieten, auch die Spitzmaus ist ein praktischer Nützling und selbst unliebsame Tiere wie Käfer oder Asseln tragen ihren Teil zum Gleichgewicht im Garten bei. Denn was viele vergessen: Tiere brauchen Nahrung, Igel, Vögel und mehr ernähren sich auch von Insekten, die wiederum in Laubhaufen leben können. Und das bestenfalls auch noch im nächsten Jahr.

Laub als Lebensraum: Nahrungsquelle und Frostschutz

Im Garten darf Laub quasi überall liegen bleiben, nur auf dem Rasen und draußen auf dem Gehweg sollten Tierfreunde es entfernen. Im Garten dient Laub aber nicht nur als Lebensraum. Wenn es beispielsweise als Winterschutz ausgebracht wird, passiert noch etwas anderes. Laut dem BUND Naturschutz sind am Abbau von Laub Organismen wie Bakterien, Pilze, Milben, Asseln, Springschwänze, Regenwürmer, Schnecken und einige mehr beteiligt. Es sei für viele eine Nahrungsgrundlage und liefere außerdem wertvollen Humus.

Es ist daher wahre Verschwendung, das Laub zu entsorgen, notfalls können Sie es auch kompostieren. Der BUND nennt eine praktische Option für zu viel Laub: Es kann in Jutesäcken im Garten gesammelt werden und zersetzt sich dort zu Humus. So ähnlich funktioniert auch die Grüngut-Silage.

Ein Punkt noch zum Schluss: Vermeiden Sie bitte Laubbläser, Laubsauger* und alles, was maschinell betrieben wird. Der Rechen tut es definitiv auch. Laubsauger verletzten laut NABU größere Tiere und verschlingen oder zerstückeln kleinere. Sehen Sie auch nach, ob der Laubhaufen bereits bewohnt ist, falls er doch mal entsorgt werden muss. Bleibt das Laub liegen, freut sich die Natur und Gartenfans haben im kommenden Jahr wieder zahlreiche kleine Helfer im Garten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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