Eier in fremden Nestern

Kuckuck: Wann der listige Vogel zurückkehrt und wie er lebt

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Den Kuckuck kennen wir vor allem aufgrund seines Rufs und seiner Taktik beim Eierlegen. Wann er zurück kommt und wie er das ganze Jahr über lebt, erfahren Sie hier.

Berlin – Der April ist der Monat, ab dem wir wieder den typischen Ruf des Kuckucks vernehmen können. Doch selbst wenn wir ihn hören, ist der interessante Vogel selbst meist schwer zu finden, sein Ruf hallt dagegen weit durch Orte oder die Landschaft. Wer weiß, wie und wo der Kuckuck lebt, sieht ihn aber vielleicht sogar.

Kuckuck: Wann der listige Vogel zurückkehrt und wie er lebt

Der Kuckuck (Cuculus canorus) hat seinen Namen seinem Ruf zu verdanken und ist laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) seltener geworden, da der Lebensraum im Winterquartier in Afrika, aber auch bei uns verloren geht. Daher freuen sich Naturschutzorganisationen inzwischen über jede Kuckuck-Meldung im Frühjahr, die Live-Karte für Bayern finden Sie hier.

Laut NABU ist schon seit der Mitte der 60er-Jahre ein Rückgang des Kuckucks zu verzeichnen, also absolut kein neuer Trend. Vor allem in Baden-Württemberg, Niedersachsen, dem Saarland und Nordrhein-Westfahlen geht der Bestand immer mehr zurück.

Das Weibchen unterscheidet sich deutlich vom Kuckucks-Männchen (Symbolbild).

Das macht den Kuckuck zwar zum allseits bekannten Vogel, doch kaum jemand weiß wahrscheinlich so genau, wie und wovon er lebt.

Daher ein paar Fakten über den Kuckuck:

  • Größe: 34 Zentimeter
  • Aussehen: Laut dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat er spitze Flügel und einen langen Schwanz. Männchen sind an Rücken, Brust, Hals und Kopf aschgrau, ihre Unterseite erinnert an das Gefieder eines Sperbers. Die Weibchen dagegen haben laut LBV eher einen Rostton und eine angedeutete Kehlbänderung. Jungtiere könne man vor allem durch den weißen Nackenfleck von Weibchen unterscheiden.
  • Nahrung: Laut LBV besteht diese vorwiegend aus Insekten wie Ohrwürmern, Libellen, Heuschrecken, Raupen von Schmetterlingen und ähnlichem.
  • Wann er zurück kommt: Aus dem Winterquartier kehrt der Kuckuck ab Ende März oder im April zurück in die Brutgebiete.
  • Parasitäres Verhalten: Der sogenannte Brutparasitismus ist laut NABU das Kennzeichen des Kuckucks. Das beutet, dass der Vogel selbst kein Nest baut, sondern seine Eier in fremde Nester legt. Der geschlüpfte Kuckuck wird dann verbleibende Eier oder bereits geschlüpfte Küken im Nest los und wird fortan alleine von den „Wirtsvögeln“ gefüttert.
  • Die Wirtsvögel des Kuckucks: Sie sind laut LBV alle deutlich kleiner, konkret werden genannt der Teichrohrsänger, der Wasserpieper, der Hausrotschanz, Zaunkönig, Rotkehlchen, Bachstelze und einige mehr. Etwa 45 Arten können laut NABU erfolgreich Kuckucks-Küken aufziehen.
  • Lebensraum: Besonders dort, wo viele Wirtsvögel vorkommen, ist er anzutreffen. Ausgeräumte Agrarlandschaften meidet er laut LBV dagegen und braucht einen Lebensraum mit abwechslungsreicher Struktur.
  • Weitere volkstümliche Namen: Das sind etwa Gutzergeier oder Guguck.
  • Redensarten: Die sind aufgrund des Verhaltens des Vogels nicht gerade positiv. Bekannte Redensarten sind etwa „Scher dich zum Kuckuck“, „Weiß der Kuckuck“ und ähnliche, wobei der Kuckuck meist stellvertretend für den Teufel steht. Grund ist wahrscheinlich, dass aus Angst der Name des Teufels nicht direkt ausgesprochen wurde, so musste der Vogel als Ersatz herhalten.
Die Kuckucks-Küken werden von den Wirtsvögeln aufgezogen (Symbolbild).

Das alles klingt nun nicht besonders besorgniserregend, jedoch ist der Kuckuck das perfekte Beispiel, wie Lebensraumverlust nicht nur direkte Auswirkungen haben kann. Insekten gehen ebenso zurück wie die Lebensräume kleinerer Singvögel, die der Kuckuck als Wirtsvögel braucht. Wo er weniger Nistmöglichkeiten in Form fremder Nester findet und weniger Nahrung, geht auch der Bestand des Kuckucks zurück. Ein weiteres großes Problem, auf das NABU und LBV hinweisen, ist der Klimawandel. Durch die eher milden Temperaturen brüten die Wirtsvögel eher und es kann auf Dauer zur Desynchronisation zwischen den Tiere kommen, berichtet auch hna.de.de*. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / blickwinkel

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