Auf zu neuen Gewässern

Krötenwanderung: Der Grund dafür und wie Sie den Tieren helfen können

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Dieses Jahr könnte die Krötenwanderung dank warmer Temperaturen schon früher beginnen. Wir verraten, was Sie über Straßensperren sowie die Wanderung der Amphibien wissen müssen.

Hamburg – Jedes Jahr wieder gehen zahlreiche Kröten auf Wanderschaft, um Gewässer zum Laichen zu finden. Dabei überqueren die Amphibien Straßen und stoßen auf viele Hindernisse. Während der Krötenwanderung helfen daher jährlich Menschen, damit die Tiere auch sicher ankommen. Sie können mithelfen!

Krötenwanderung: So helfen Sie den Amphibien

Es ist ungewohnt warm diesen Februar und die Temperaturen lassen auch die Amphibien aktiv werden. Krötenwanderungen beginnen meist im März, dieses Jahr könnten die Tiere aber schon Ende Februar aufbrechen und Gewässer zum Laichen suchen.

Aber von vorne: Kröten, Frösche, Molche und mehr Amphibien werden als wechselwarme Tiere erst munter, wenn die Temperaturen es erlauben. Konkret ist das ab etwa fünf Grad Celsius der Fall. Aber nur, wenn die Temperaturen auch nachts über dem Gefrierpunkt liegen. Normalerweise passiert das Mitte März, im Jahr 2021 ist aber schon der Februar eher warm.

Grund für die Krötenwanderung sind die Laichgewässer der Tiere. Meist handelt es sich dabei um jene Gewässer, in denen sie geboren wurden. Das bedeutet aber auch, dass unweigerlich Straßen den Weg der Tiere versperren. Und da kommen wir Menschen ins Spiel.

Wie der Naturschutzbund Hamburg berichtet, bevorzugen Kröten und andere Amphibien für die Wanderung meist milde Nächte mit leichtem Regen.

Das sind die Gefahrenquellen bei der Krötenwanderung:

  • Straßen: Das Offensichtliche zuerst. Kröten sowie andere Amphibien müssen unweigerlich irgendwann Straßen überqueren. Der Naturschutzbund Deutschland sowie weitere Organisationen rufen daher jährlich zur Rücksichtnahme von Autofahrern auf. Mithelfen können Tierfans meist auch. Wie der NABU Hamburg berichtet, werden teils Schutzzäune aufgebaut, an denen Helfer die Tiere dann einsammeln, zählen und sicher über die Straße bringen.
  • Kellerschächte: Beinahe genauso heimtückisch sind Kellerschächte. Kröten, die hinein fallen, kommen von selbst nicht mehr heraus. Wenn Hausbesitzer oder Mieter die Tiere nicht bemerken, verenden sie darin. Daher empfiehlt der NABU Hamburg, Tierfallen auf dem Grundstück zu überprüfen und bestenfalls natürlich abzudecken. Auch ein raues Brett als Ausstiegshilfe sei sinnvoll.

Wie es leider meist der Fall ist, geht also vom Menschen die größte Gefahr für die Tiere aus. Doch willige Krötenfans können mithelfen. Denn auch wenn eine Krötenrettung auf eigene Faust gefährlich wäre, bieten NABU-Gruppen oft Möglichkeiten zur Mithilfe an. Begleitet von erfahrenen Naturschützern, die die Strecken kennen, sammeln Sie dann Kröten ein und setzen sie wieder aus. Eine Übersicht über Gruppen und Schutzzäune gibt es hier.

Übrigens sperren Gemeinden teils auch aufgrund der Krötenwanderung ganze Straßenabschnitte nachts. Diese Informationen sind meist in den sozialen Medien und auf der jeweiligen Homepage zu finden. Planen Sie für diese wenigen Wochen also etwas mehr Fahrtzeit ein.

Im Herbst geht es dann noch mal von vorne los, denn dann sind die Tiere wieder auf Wanderung, diesmal zu Winterquartieren.

Rubriklistenbild: © IMAGO / imagebroker

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