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Kröten als Nützlinge: Deshalb sollten Sie die Amphibien in den Garten locken

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Von: Franziska Irrgeher

Kröten sind nicht jedermanns Sache, dabei haben die Tiere niemandem etwas getan. Ganz im Gegenteil: Im Garten sind Kröten hilfreiche Nützlinge.

München – Kröten im Garten zu haben ist für manche ein Alptraum, andere freuen sich über die Amphibien. Doch sind Kröten nun Nützlinge oder Schädlinge? Das kommt sehr auf die Sichtweise an. Warum eine Kröte den Garten aber durchaus als Nützling bereichern kann, erklären wir im Folgenden.

Kröten als Nützlinge: Deshalb sollten die Amphibien im Garten wohnen

Sucht man online nach Kröten, gibt es zahlreiche Tipps, wie man sie auf harmlose Weise wieder vertreibt. Zugegeben: Die Optik der Amphibien ist etwas gewöhnungsbedürftig, doch wer ihre Lebensweise und ihren Schutzstatus kennt, der wird sie schnell ins Herz schließen.

Zu sehen ist eine Erdkröte in Nahaufnahme, die auf Moos sitzt (Symbolbild).
Erdkröten kommen häufig auch im Garten vor (Symbolbild). © M. Kuehn/Imago

Naturnahe Schädlingsbekämpfung im Garten wäre die ideale Lösung. Damit das klappt, sollte der Garten selbst möglichst tierfreundlich gestaltet werden. Nützliche Insekten wie Florfliegen, Marienkäfer oder Bienen und Hummeln kommen dann von alleine. Auch Igel sind in vielen Gärten zu Besuch. Noch unbemerkter wohnen im eigenen Grün manchmal sogar Kröten. Treffen Sie auf eine Kröte im eigenen Garten, sind einige grundlegende Informationen wichtig:

Amphibien zählen oft zu den bedrohten Tiere, viele von ihnen stehen auf der Roten Liste. Denn Amphibien wie Kröten haben den „Nachteil“, dass sie Giftstoffe über ihre Haut schnell aufnehmen und so sensibel auf Umweltprobleme und Giftstoffe reagieren. Wer eine Kröte im Garten hat, sollte sich also erst mal freuen. Nur im Falle extremer Panik vor den Tieren können Naturschutzorganisationen kontaktiert werden, die eine Umsiedlung notfalls übernehmen. Wer dagegen noch keine Kröten im Garten hat, aber helfen möchte, kann oft im Rahmen von Krötenwanderungen unterstützen.

Kröten als Nützlinge: Diese Schädlinge fressen sie

Kröten sind nicht besonders wählerisch, laut kraut&rüben stehen beispielsweise folgende Dinge auf ihrem Speiseplan:

Wie Naturfreunde schon erkennen, sind darunter auch nützliche Tiere wie Ohrwürmer, doch im Großen und Ganzen verschlingen Kröten eine Menge Schädlinge, auch Schneckeneier und Mücken werden gelegentlich verspeist. Um Nacktschnecken etwas in den Griff zu bekommen, lohnt sich eine Kröte also definitiv. Oft handelt es sich im Garten um Erdkröten, seltene Tiere wie Geburtshelferkröten bekommen Gartenfans dagegen eher nicht zu Gesicht. Neben Kröten können Sie aber auch Eidechsen und Schlangen anlocken, die ebenfalls eine Menge Schädlinge fressen.

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Damit sich vor allem Kröten im Garten wohlfühlen, sollten Gefahrenquellen wie Kellerschächte oder andere tiefe Gruben gesichert oder abgedeckt werden, Mähroboter sollten Gartenfans immer im Auge behalten. Straßen lassen sich kaum vermeiden, doch können Sie versuchen, den Kröten-freundlichen Bereich von der Straße wegzulegen. Denken Sie auch an unüberwindbare Treppen, Mauern oder Zäune, denn ohne Zugang finden Wildtiere leider nicht in unsere Gärten. Pestizide sollten ohnehin tabu sein, ansonsten kann ein Wildtier-freundlicher Garten eine gute Grundlage für das Anlocken von Nützlingen sein. Wichtig für Kröten ist in jedem Fall ein naturnaher Teich als Laichgewässer. Ansonsten sind Steine, Totholz, Wurzeln oder Erdlöcher gute Rückzugsorte für die nachtaktiven Tiere. Pflanzen Sie also Hecken, bauen Sie (hübsche) Steinhaufen oder Trockenmauern, Totholz- und Laubhaufen sollten ohnehin nie im Garten fehlen.

Für Haustiere und Menschen sind Kröten übrigens harmlos, nach dem Kontakt sollten Sie sich aber die Hände waschen. Ab Ende September verkriechen sich Kröten laut kraut&rüben dann, um den Winter geschützt, meist unter der Erde, zu verbringen.

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