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Insektenhotel bauen: Vermeiden Sie diese fünf Fehler – sonst bleibt es leer

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Von: Jasmin Pospiech

Insekten gehören wie Pflanzen zu einem Garten dazu. Schließlich sind sie für die Natur sehr wertvoll, deshalb wollen viele die fleißigen Helfer mit Nisthilfen anlocken. Doch Vorsicht!

Berlin – Nisthilfen für Wildbienen finden sich öfter in deutschen Gärten. Zum Glück, denn viele Insektenarten gelten bereits jetzt als vom Aussterben bedroht. Dabei haben sie so wichtige Aufgaben in der Natur inne, weshalb sie auch unverzichtbar sind. Darunter das Bestäuben von Pflanzen.

Insektenhotel bauen: Vermeiden Sie diese fünf Fehler – sonst bleibt es leer

Oftmals kann man sogenannte Insektenhotels bereits fertig im Handel kaufen. Schöner und genauso einfach ist es allerdings, wenn man sie selbst baut. Dazu braucht es nur ein wenig handwerkliches Geschick und das richtige Material. Ähnlich also wie bei Nistkästen für Vögel.

Zahlreiche verschiedene Nisthilfen für Wildbienen auf einem Balkon neben einem Blumenkübel.
Nisthilfen für Wildbienen sind ein Anfang, doch es sollten auch genug Nahrungsquellen in der Nähe sein. (Symbolbild). © IMAGO / blickwinkel

Außerdem ist es wichtig, auf ein paar Dinge zu achten, bevor man loslegt, damit sich die Insekten auch in ihrem neuen Zuhause in Ihrem Garten auch wohlfühlen. Ansonsten kann es passieren, dass das liebevoll hergerichtete Wildbienenhotel unbewohnt bleibt. Folgende fünf Fehler sollten Sie daher vermeiden, wenn Sie eines errichten wollen:

Insektenhotel bauen: Vermeiden Sie diese fünf Fehler – Löcher ins Hirnholz bohren

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Insektenhotel, wie der Name schon sagt, um eine Unterkunft für Nützlinge, zum Nisten und Leben. Ein Zuhause auf Zeit gewissermaßen. Manche bleiben aber in Ihrem Nistkasten schon mal über ein Jahr und bauen sogar noch um. Meist sind die Nisthilfen mit runden Löchern im Hirn- bzw. Stirnholz versehen, in denen die Wildbienen, Hummeln, Marienkäfer & Co. ungestört hineinkrabbeln können.

Das heißt, die Löcher werden in die Fläche quer zur Faserrichtung gebohrt. Doch Vorsicht: Das Holz kann sich noch verziehen, mit der Folge, dass das Holz irgendwann an den Bohrlöchern ausreißt. Es können sich scharfe Kanten bilden, an denen sich die Insekten mit ihren Flügeln verletzen können, wenn sie rückwärts in die Niströhren krabbeln. Daher empfehlen Gartenexperten, die Niströhren seitlich durch die Rinde ins Holz zu bohren. Damit sind Sie auf der sicheren Seite – und die Insekten auch.

Insektenhotel bauen: Vermeiden Sie diese fünf Fehler – Holz nicht sauber ausbohren

Generell sollten Sie immer darauf achten, dass die Löcher sauber ausgebohrt sind, egal, ob Sie diese in Holzblöcke bohren oder Nisthülsen miteinander zu einer großen Nisthilfe verbinden. Schließlich ist nicht nur die Verletzungsgefahr für die Insekten sehr hoch, sondern auch für deren Brut.

Ein weiterer Grund ist, dass ausgefranstes Holz anfälliger für Pilzbefall ist, was sich negativ auf die Brut auswirken kann. Mit der Folge, dass Wildbienen, Schmetterlinge & Co. auf Dauer ausbleiben. Achten Sie daher immer darauf, dass die Kanten am besten immer gut abgeschliffen sind.

Insektenhotel bauen: Vermeiden Sie diese fünf Fehler – zu kurze Nisthülsen

Wollen Sie ein Insektenhotel nicht aus Baumstämmen oder Holzblöcken, sondern nur aus mehreren Nisthülsen (aus Schilf, Bambus oder Pappe), ist es wichtig, dass die Röhrchen auch lang und die Öffnungen der Löcher auch groß genug sind. Sind die Löcher zu kurz, haben die Insekten nicht genug Platz für die Aufzucht ihrer Brut.

Auch der Durchmesser der Öffnungen ist entscheidend, dieser sollte ebenfalls weder zu dick, noch zu dünn sein. Stattdessen empfiehlt sich ein Durchmesser von zwei bis neun Millimetern, um viel verschiedene Bienenarten anzulocken sowie die Nisthülsen mindestens zehn Zentimeter tief zu bohren.

Insektenhotel bauen: Vermeiden Sie diese fünf Fehler – schattiges Plätzchen

Damit allerdings eine Nisthilfe von den Insekten auch angenommen wird, sollte der Ort, wo Sie sie im Garten aufstellen, ebenfalls gut bedacht sein. Schließlich wollen Sie nach getaner Arbeit, dass die Insekten diese auch bewohnen. Gartenexperten empfehlen daher, eine Stelle auszusuchen, die nicht nur sonnig, sondern auch regen- und windgeschützt ist, damit sich viele verschiedene Insekten darin wohlfühlen. (Insekten im Winter: So überwintern Biene, Schmetterling & Co. und so können Sie helfen)

Daher ist es am besten, wenn die Öffnung nach Süden und nicht im Schatten liegt. Darüber hinaus, sollte man dafür sorgen, dass Wildbienen & Co. am Insektenhotel auch freie (Lande-)Bahn haben.

Insektenhotel bauen: Vermeiden Sie diese fünf Fehler – zu wenig Nahrung

Damit sich Insekten in Ihrem errichteten Insektenhotel auch wohlfühlen, ist es nicht nur wichtig, es ihnen so bequem wie möglich zu gestalten und einzurichten, sondern auch dafür zu sorgen, dass geeignete Futterquellen wie Sträucher, Bäume oder Blumenwiesen in der Nähe sind.

Damit erhöhen Sie die Chancen, dass viele verschiedene Insekten Ihre Nisthilfe bevölkern und zu ihrem Zuhause machen. Je näher Nahrungsquellen sind, desto besser – laut der Stiftung für Mensch und Umwelt sollten diese nur maximal 400 Meter weit entfernt sein. Früh im Jahr können Tierfreunde auch entkräfteten Hummelkönigin mit Zuckerwasser etwas helfen.

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