Brummende Vielfalt

Hummel-Arten: Diese Exemplare schwirren durch den Garten

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Sie sind die ersten Tiere, die im Frühjahr wieder durch die Luft schwirren und wärmere Tage versprechen. In Deutschland sind besonders stark sieben Hummel-Arten vertreten.

Berlin – Sie sind rund, flauschig und lange Zeit war nicht klar, wie Hummeln mit ihrem Körperbau physikalisch überhaupt in der Lage sind, zu fliegen. Die brummenden Insekten faszinieren Gartenfreunde und Wissenschaftler schon lange. Nicht zuletzt, weil sie so friedlich sind und im Gegensatz zu Wespen einen deutlich besseren Ruf haben. Im Garten lassen sich im April zahlreiche unterschiedliche Hummel-Arten entdecken.

Hummel-Arten: Diese Exemplare fliegen durch Ihren Garten

Hummel (Bombus) sind die einzigen Wildbienen, die ähnlich wie die Honigbienen nicht alleine leben, sondern in Staaten. Im Mittelpunkt eines Hummel-Volkes steht dabei die Königin. Sie ist das einzige Tier eines Volkes, das den Winter überlebt hat und trägt laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) befruchtete Eier aus dem Vorjahr in sich. Im Frühjahr begibt sich die Königin auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz, an dem sie diese Eier ablegen kann. Da der Winter dem Tier die letzten Kräfte geraubt hat, brauchen besonders Hummeln schon früh ein gutes Nahrungsangebot an Frühblühern. Auch ein Löffel mit Zuckerwasser hilft den Hummeln in der Not.

Die Gartenhummel hat ein weißes Hinterteil (Symbolbild).

In Deutschland gibt es mittlerweile etwa 30 Hummel-Arten, sieben von ihnen sind sogar recht häufig vertreten. Ihren Ursprung haben die Tiere in der Himalaja-Region, mittlerweile leben Hummeln aber sogar in Grönland. Der Staat eines Hummel-Volkes kann bis zu 600 Hummeln zählen. Dort leben dann die Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Die Arbeiterinnen ackern im Frühjahr und Sommer gerne schon mal bis zu 18 Stunden pro Tag.

Die Ackerhummel hat einen bräunlich gefärbten Körper (Symbolbild).

Mit ihren unterschiedlich langen Rüsseln ist es den Hummeln möglich, ihre Nahrung aus sehr vielen Pflanzen zu gewinnen. Besonders abhängig von der Bestäubung durch die Hummel sind beispielsweise Pflanzen wie Paprika, Tomaten und Gurken. Da Hummel-Königinnen bereits ab einer Temperatur von zwei Grad Celsius durch die Luft fliegen, sind sie für die Bestäubung unersetzlich, denn bei diesen Temperaturen verkriechen sich beispielsweise Bienen noch lange Zeit im Warmen und auch Schwebfliegen lassen noch etwas auf sich warten*.

Die Waldhummel ist gelb-schwarz gestreift und hat orange Streifen am Hinterteil (Symbolbild).

Hummel-Arten: So identifizieren Sie die Tiere

Bei Schnee und Eis ist es im Frühjahr also nicht verwunderlich, wenn Gartenfreunden bereits eine Hummel-Königin an der Nase vorbei fliegt. Darüber sollten sie sich freuen, denn die Tiere stehen mittlerweile fast alle auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Wer also das Glück hat, Hummeln im Garten zu haben, muss sich um seine Gemüseernte keine Sorge mehr machen und bietet den Tieren einen guten Lebensraum. Dabei tummeln sich die folgenden Arten häufiger im Garten:

  • Steinhummel: Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen haben ein rötlich-orange gefärbtes Hinterteil. Der Rest der Hummel ist bei den Weibchen schwarz gefärbt, die Drohnen haben einen gelben Kopf und einen gelben Streifen in der Mitte des Körpers. Sie leben gerne an Waldrändern, auf Wiesen und im Garten sowie auf dem Balkon.
  • Gartenhummel: Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur in der Größe. Sie sind schwarz-gelb gestreift und haben ein weißes Hinterteil. Sie fühlen sich an vielen Orten wohl wie beispielsweise Gärten, Streuobstwiesen oder an Waldrändern.
  • Ackerhummel: Ackerhummeln unterscheiden sich in ihrer Färbung deutlich von anderen Hummeln. Ihr gesamter Körper ist bräunlich bis gräulich. Sie leben auf Weiden, Wiesen und in Gärten.
  • Erdhummel: Erdhummeln ähneln den Gartenhummeln mit ihrem schwarz-gelben Streifenkleid. Lediglich die Drohnen unterscheiden sich von denen der Gartenhummeln. Sie haben einen gelb-schwarzen Kopf. Die Tiere leben in Erdlöchern.
  • Waldhummel: Waldhummeln haben ein orange gestreiftes Hinterteil und einen schwarzen Oberkörper. Der Rest des Hummelkörpers ist gelb gestreift. Ihr Name leitet jedoch fehl, denn die Waldhummel lebt nicht im Wald, sondern auf Wiesen, Feldern und in Gärten.
  • Baumhummel: In lichten Wäldern halten sich hingegen gerne Baumhummeln auf. Sie haben einen bräunlichen Oberkörper, einen schwarzen Mittelstreifen und ein weißes Hinterteil.
  • Wiesenhummel: Die Wiesenhummel hat ein rötlich-oranges Hinterteil und ist am restlichen Körper schwarz-gelb gestreift. Sie lebt in Gärten, Parks und auf Wiesen.

Diese sieben Arten lassen sich mit etwas Glück im eigenen Garten entdecken. Ein Insektenhotel hilft den Hummeln, Unterschlupf zu finden und bietet ein Nistangebot. Damit helfen Gartenfreunde den Tieren schon früh im Jahr, ihre Brut geschützt aufzuziehen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / blickwinkel

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