Der Kopf macht den Unterschied

Haussperling und Feldsperling unterscheiden: So sehen die beiden aus

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Spatzen gibt es beinahe überall, doch bei den flinken Tieren zwischen Feldsperling und Haussperling zu unterscheiden, ist nicht so leicht. Das Gefieder ist aber bei beiden anders.

Berlin – Spatzen finden sich beinahe überall – sei es in der Großstadt oder auf dem Land. Die kleinen Vögel sind nicht nur verfressen und neugierig, sondern auch sehr flink. Gerade bei der Bestimmung der richtigen Art kann das zum Problem werden, denn Haus- und Feldsperling sehen sich sehr ähnlich.

Haussperling und Feldsperling unterscheiden: So erkennen Sie, um welchen Spatz es sich handelt

Die Stunde der Wintervögel beginnt bald und damit auch die jährliche Frage: Habe ich nun Haus- oder Feldsperlinge vor mir? Während Amseln sich von Drosseln beispielsweise gut unterscheiden lassen und Gartenfreunde auch eine Blaumeise von der Kohlmeise trennen können, sieht das bei Spatzen anders aus.

Sowohl Feld- als auch Haussperling sind braun, schwarz und grau, kommen in den Garten zum Fressen und gelegentlich vermischen sich beide Gruppen dabei dann. Das macht es unübersichtlich, die Unterscheidung aber nicht unmöglich.

Haussperling und Feldsperling unterscheiden: So sieht der Haussperling aus

Der Haussperling (Passer domesticus) ist ein Kulturfolger und mag es gesellig. Spatzen brüten oft in Gemeinschaften, auch entsprechende Nistkästen für meist drei Paare sind daher verfügbar. Als Nistplatz bevorzugt der Haussperling laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Höhlen und Nischen, gerne an Gebäuden, aber auch Bäumen oder Büsche.

Vorwiegend ernährt der Haussperling sich laut NABU von Körnern und Samen, die Jungen bekommen jedoch tierische Nahrung. Ist das Angebot eingeschränkt, greifen sie zur Not in Städten auch auf Abfälle und Knospen zurück. Als Standvögel bleiben sie den Winter über hier und lassen sich gut beobachten.

Der Bestand von Haussperlingen nimmt ab, so der NABU. Grund seien das Abdichten von Fassaden, kurze Rasenflächen und auch Flächenversiegelung. Damit hat der Spatz das gleiche Problem wie viele andere Wildtiere: Der Mensch zerstört mit zu viel Ordnung seinen Lebensraum. Ein naturnaher Garten kann da schon Abhilfe schaffen, ebenso Nistkästen.

Und so sieht der Haussperling aus:

  • eher gedrungen mit großem Kopf, kräftiger Schnabel
  • schwarz-braun gestreifter Rücken
  • 14-16 Zentimeter groß
  • Weibchen: Unscheinbarer, braun und grau
  • Männchen: Sie haben einen schwarzen Kehlfleck, Wangen und Scheitel sind grau, zudem haben sie einen braunen Kopfstreifen seitlich

Haussperling und Feldsperling unterscheiden: So sieht der Feldsperling aus

Der Feldsperling (Passer montanus) ist laut NABU etwas kleiner als der Haussperling und unterliegt daher seinem Konkurrenten, was ein Ausweichen auf ländlichere Gegenden zur Folge hat. Er komme aber auch in Städten vor, wenn der Haussperling dort fehle. Auch Feldsperlinge mögen es gesellig und brüten in Kolonien. Der Feldsperling ist ein Standvogel und bleibt im Winter bei uns.

Feldsperlinge fressen laut NABU vorwiegend Samen, auch Getreide und Wildkräutersamen. Die Jungen werden, wie auch beim Haussperling, aber mit tierischer Nahrung versorgt. Feldsperlinge haben sich als Lebensraum Waldränder, landwirtschaftliche Betriebe und andere (halb-)offene Landschaften auserkoren.

Feldsperlinge stehen auf der Vorwarnliste gefährdeter Arten. Laut NABU sind Gründe dafür der Landschaftswandel wie Pestizide, Ausräumung der Landschaft, weniger Nistmöglichkeiten und weniger artenreiche Wiesen. Auch dabei können Sie den Tieren mit einem Naturgarten und Wildblumenwiesen oder speziell angepflanztem Vogelfutter helfen. Der LBV nennt konkret Brennnessel, Melde, Beifuß und Knöterich. Wer eine Scheune hat, kann einen Zugang und damit Nistmöglichkeiten für Vögel schaffen. Verzichten Sie im eigenen Garten auf chemische Schädlingsbekämpfung, schaffen Sie Sandbadeplätze und Wasserstellen. Vor allem mit großen Gärten können Sie so vielen Tieren Unterschlupf gewähren.

Und so sieht der Feldsperling aus:

  • braun-schwarz gemustertes Rückengefieder
  • grauer Bauch
  • braune Kopfplatte
  • weiße Wangen mit dunklem Wangenfleck mittig
  • weißes Nackenband
  • Besonderheit: Männchen und Weibchen haben die gleiche Färbung, so können Sie sie gut vom Haussperling unterscheiden

Auch der Feldsperling findet sich gelegentlich an der Futterstelle ein, zusammen mit anderen häufigen Wintervögeln. Nun, da Sie wissen, wie beide Spatzen aussehen, steht dem Zählen der Tiere nichts mehr im Wege. Sei es bei der Stunde der Wintervögel oder der Stunde der Gartenvögel.

Rubriklistenbild: © imago images / BIA

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